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... dass Salz bald die Heiztechnik revolutionieren könnte

Salz, über Jahrhunderte wegen seines Wertes auch als das weiße Gold bezeichnet, könnte in naher Zukunft in seiner Bedeutung wieder sprunghaft ansteigen. Es birgt nämlich den Schlüssel für eines der größten Probleme in der Realisierung der Nutzung alternativer sauberer Energien in relevantem Umfang.

Die Achillesferse im System der erneuerbaren Energien ist die Unzuverlässigkeit hinsichtlich ihrer unmittelbaren Verfügbarkeit. Bekanntermaßen sind Sonne und Wind nicht ständig in gleichbleibender Quantität vorhanden. Die Energiewende ist hier auf eine zwischengeschaltete Speicherung angewiesen. Dabei kommt der Wärmenutzung mit fast zwei Dritteln des Energiebedarfs eine herausragende Bedeutung in Deutschland und vielen anderen Ländern insbesondere in der gemäßigten Klimazone zu. Ihre Einsatzfelder liegen etwa bei der klassischen Raumheizung sowie der Warmwasserbereitstellung aber auch bei industrieller Prozesswärme. In erheblichem Maße fällt sie als nicht genutzte Abwärme an, wie sie beispielsweise bei der Stromerzeugung entsteht. Über Speicherung und Transport dieser Art von Wärme wäre dazu ein bedeutender Energieeinspareffekt möglich.

Hier kommt Salz ins Spiel. Das zugrunde liegende Prinzip ist kein Neuland, sondern anorganische Chemie der alten Schule. Bestimmte Salze setzen bei Wasserzufuhr Wärme in erheblicher Menge frei und spalten bei Wärmezufuhr dieses Wasser wieder ab. Das geschieht, indem beim Lösen des Salzes Ionen entstehen, die sich mit einer Hülle aus Wassermolekülen umgeben. Chemiker sprechen von Hydratation beziehungsweise Hydratationsenergie. Dieser an sich simple Vorgang dient als Ausgangspunkt für einen effektiven Wärmespeicher, denn die physikalische Trennung von Wasser und Salz ermöglicht eine nahezu verlustfreie Einlagerung von Wärme über Stunden, Tage oder sogar Jahre. Entsprechend optimiert ist so die Schaffung einer thermischen Batterie möglich, die eine bedarfsgerechte Fixierung und Freisetzung von Wärme gewährleisten kann.

Forscher, etwa an der Universität Lüneburg, entwickeln bereits einen kompakten Wärmespeicher, der speziell bei sogenannten Mikro-Blockheizkraftwerken (BHKW) zum Einsatz kommen soll. Dabei können durchaus hohe Kapazitäten der thermochemische Speicher möglich sein. Sie erreichen zwar nicht die Energiedichte von Kohlenwasserstoffen wie Benzin, sind aber um den Faktor zehn besser als Warmwasserspeicher und doppelt so gut wie Lithium-Ionen-Batterien einzuschätzen. Die Industrie hat das Potential dieser Technologie erkannt, mit Vattenfall steht ein großer Energieversorger bereit, die Verbreitung der thermochemischen Speicher und deren Übertragung auf großtechnische Einheiten umzusetzen. Erste Heizungs-Prototypen stehen kurz vor der Fertigstellung. (Bodo Wistinghausen)

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„Heiße Steine“ von Heidelberg Cement

Das ist wirklich eine heiße Sache: Gemeinsam mit einem Kooperationspartner hat Heidelberg Cement einen Energiespeicher entwickelt, der Temperaturen von bis zu 450 Grad Celsius standhält.

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Unbeliebte Großbatterien

Während die Energiewende in vollem Gange ist, hat noch niemand eine zufriedenstellende Lösung für die Speicherung von überschüssigem Strom aus Solar- oder Windkraft gefunden. Sind Pumpkraftspeicherwerke die Lösung?

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Von der Zukunft der Braunkohle

Wird Braunkohle weniger verstromt, steht sie ressourcen- und umweltschonenderen Nutzungsoptionen in der chemischen Industrie zur Verfügung. Diese alternative Zukunft des heimischen Rohstoffs beschäftigte Vertreter der Energiewirtschaft und Chemieindustrie, Politiker und Forscher Mitte März aus aktuellem Anlass auf einer Expertentagung der TU Bergakademie Freiberg.

v.l.: Dr.-Ing. Manfred Veenker, Dr. Arnd Schmücker, Dr. Dipl.-Wwt. Gerrit Volk, Thomas Martin, Prof. Dipl.-Ing. Thomas Wegener und Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwerdhelm diskutierte auf dem 34 Oldenburger Rohrleitungsforum.
Foto: Volker Müller

Diskussion auf dem Oldenburger Rohrleitungsforum

Wasserstoff als Problemlöser für die Energiewende?

Hochkarätig besetzt war die diesjährige Expertenrunde bei der Pressekonferenz zum 34. Oldenburger Rohrleitungsforum. Diskutiert wurde das Thema: „Wasserstoff – der Weg in eine sorgenfreie (Energie-) Zukunft?“

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