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Foto: Bauindustrie
Ein neues Positionspapier

Verkehrspolitik

Bauindustrie fordert höhere Recyclingraten und mehr temperaturabgesenkte Asphalte

Weil die Straße auch künftig wichtigster Verkehrsträger bleibt, fordert der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie im Positionspapier „Mobilitätswende neu denken“ unter anderem die Ausrichtung von Ausschreibungen auf mehr Nachhaltigkeit.

Die Mobilitätswende wird nur in einem integrierten Verkehrssystem gelingen, so steht es im Positionspapier. Auch wenn die angestrebte maximale Verkehrsverlagerung auf Schiene und Wasserstraße erreicht wird, wird die Straße weiterhin Verkehrsträger Nummer 1 in Deutschland bleiben. Die neue Bundesregierung darf daher nicht ihren Fokus auf eine aktive Straßenbaupolitik verlieren, sondern muss den Straßenbau grüner gestalten, so die Forderung. Deshalb braucht es eine klimagerechte Investitionspolitik für die Straße, statt sie zu vernachlässigen.

Ausschreibungspraxis ändern

Ein wesentlicher Hebel seien dabei auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Ausschreibungen. „Schon heute sind mehr Lebenszyklusorientierung und Ressourceneffizienz im Straßenbau möglich, um CO2-Emissionen deutlich zu senken. Hierzu braucht es gezielte Anreize und entsprechende Ausschreibungskriterien“, betont Peter Hübner, Präsident des Verbandes.

Die öffentlichen Auftraggeber sollten deshalb statt eines reinen Preiswettbewerbs etwa stärker auf die Bewertung von Logistik- und Verwertungskonzepten, den Einsatz emissionsärmerer Baustoffe und weiterhin hohe Recyclingquoten setzen. Um entsprechendes Know-how der Bauindustrie besser zu nutzen, gelte es die Möglichkeiten des bestehenden Vergaberechts auszuschöpfen. „Durch eine verstärkte Zulassung und Anwendung von funktionalen Ausschreibungen, Nebenangeboten und Sondervorschlägen können die volle Kompetenz der Bauunternehmen eingebracht, angemessene Termin- und Kosten-Risiken auf die private Seite übertragen und der Planungsaufwand auf öffentlicher Seite reduziert werden“, erläutert Hübner weiter.

Darüber hinaus werde die Straße von morgen eine deutlich andere Infrastruktur darstellen müssen als die von heute – digitaler, vernetzter und mit hoher Verfügbarkeit. „Die Straße kann bereits heute mehr als nur eine Fahrbahnoberfläche sein. Von Technologien zur Energiegewinnung über neuartige Ladetechnologien und Orientierungshilfen für autonome Fahrzeuge bis hin zu Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ist vieles möglich“, so Hübner.

Nachhaltige Bauweisen

Um das ingenieurtechnische Know-how für mehr Klimaschutz zu nutzen, empfiehlt die Bauindustrie auch die Erhöhung der Zugaberaten von Asphaltgranulat und die verstärkte Ausschreibung von temperaturabgesenktem Asphalt.

Die Nutzung bzw. Erhöhung der Zugaberaten von Ausbauasphalt in neuen Fahrbahndecken erfordert eine Umstellung der Regelwerke, führt aber gleichzeitig zu einer Erhöhung der Ressourceneffizienz durch eine Reduzierung des Einsatzes von Primärbaustoffen für neue Straßenbeläge, ein Minimierung der Transportwege zwischen Baustellen und Deponie bzw. Steinbruch/Kiesgrube und Asphaltmischanlage und eine Verkleinerung des CO2-Ausstoßes durch höhere Recyclingquoten und damit einhergehende geringere Primärbaustoffproduktion insgesamt.

Die verstärkte Ausschreibung von temperaturabgesenktem Asphalt führt dazu, bereits im Produktionsprozess entstehende Emissionen im Asphaltmischwerk unter Einbeziehung von viskositätsverändernden Additiven zu verringern und gleichzeitig dem Arbeitsschutz auf der Baustelle gerecht zu werden.

Das Positionspapier können Sie unten downloaden.

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