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Die Anzahl der Staus stieg 2021 wieder, ist aber noch nicht auf Corona-Niveau
Foto: Shutterstock/Simple Moments
Die Anzahl der Staus stieg 2021 wieder, ist aber noch nicht auf Corona-Niveau

Inhaltsverzeichnis

ADAC Staubilanz

Baustellen scheinen nicht mehr für Staus verantwortlich

Die Zahl der Staumeldungen 2021 erreichte laut ADAC fast wieder das Vor-Corona-Niveau. Der Einfluss von Baustellen auf das Staugeschehen sinkt.

Die Gesamtdauer der Störungen war um rund ein Drittel geringer als 2019. Bei der Gesamtlänge der Staus verzeichnete der ADAC sogar ein Minus von 40 %. Gegenüber 2020, dem ersten Corona-Jahr, registrierte der ADAC allerdings wieder deutlich mehr und auch längere Staus.

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Anzahl der Staumeldungen
Foto: ADAC
Anzahl der Staumeldungen

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 685.000 Staus (2020: 513.500; 2019: 708.500; 2018: 745.000) gezählt. Die Dauer der Verkehrsstörungen summierte sich auf 346.500 Stunden (2020: 256.000 Stunden; 2019: 521.000 Stunden, 2018: 459.000 Stunden), die Gesamtlänge betrug 850.000 km (2020: 679.000 km; 2019: 1,42 Mio. km; 2018: 1,53 Mio. km). 185 Mal bildeten sich im vergangenen Jahr Staus mit einer Länge von 20 km und mehr.

Stau-Länder und Stau-Strecken

Stau-Bundesland Nummer eins ist wie in den Vorjahren Nordrhein-Westfalen. Auf den dortigen Autobahnen wurden 32 % aller Staus gezählt. Bayern bekam mit 16 % nur halb so viele Staus ab, vor Baden-Württemberg mit 9 %.

Allerdings musste Bayern von allen Bundesländern den größten Anteil beim Zuwachs der Staukilometer verkraften. Von den 171.000 Staukilometern, die 2021 mehr als noch 2020 registriert wurden, entfielen 53.000 auf Bayern, 42.600 auf Nordrhein-Westfalen und 15.800 auf Sachsen.

Ein Novum zeigt sich bei den am meisten von Staus belasteten Autobahnen. War bisher meist die A 3 die Fernautobahn mit den meisten Staukilometern bezogen auf die Autobahnlänge, so wurde sie 2021 erstmals von der A 12 abgelöst. Die Strecke zwischen dem Grenzübergang Frankfurt/Oder und dem östlichen Berliner Ring war mit deutlichem Vorsprung vor der A 3 und der A 8 Stauspitzenreiter.

Die Stauursachen

Insgesamt waren 2021 im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 teils immer noch deutlich weniger Fahrzeuge auf den Autobahnen unterwegs. Im September 2021 erreichten die Verkehrsmengen jedoch fast wieder das Niveau von vor Corona. Die größeren Verkehrsmengen spiegeln sich auch im Staugeschehen wider. Mit zunehmendem Verkehr auf den Autobahnen gab es ab Juni 2021 wieder deutlich mehr und längere Staus.

Höhepunkt war der August mit rund 83.000 Staus und einer Stau-Gesamtlänge von 123.000 km. Der staureichste Tag war Freitag, der 27. August, an dem 6.300 km Stau registriert wurden. Die meisten Baustellen wurden allerdings im September gezählt.

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Staulängen und Anzahl der Baustellen 2021
Foto: ADAC
Staulängen und Anzahl der Baustellen 2021

Betrachtet man die Entwicklung von Staulängen und die Anzahl der Baustellen in dem Zeitraum gleicher Verkehrsmengen, also von Juli bis Oktober, so fällt auf, dass 2021 die Linien nicht mehr miteinander korrelieren. 2019 war die Beziehung noch eindeutig.

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Staulängen und Anzahl der Baustellen der Jahre 2019, 2020 und 2021
Foto: baunetzwerk/Maike Sutor-Fiedler
Staulängen und Anzahl der Baustellen der Jahre 2019, 2020 und 2021

Es sieht so aus, dass sich die Ursachen von Staus verlagern. So gab es die meisten Staus 2021 am Montag, 8. Februar, und am Dienstag 9. Februar, aufgrund eines extremen Wintereinbruchs. Der längste Stau mit 32 km Länge bildete sich am Samstag, 31. Juli, auf der A 8 München Richtung Salzburg zum Grenzübergang. Und auch der Spitzenplatz der A 12 als stauträchtigste Autobahn begründet sich in den zahlreichen Staus am Grenzübergang.

Der ADAC rechnet für das laufende Jahr mit einer Normalisierung der Verkehrssituation auf den Autobahnen. Dann dürfte sich zeigen, ob die Entkopplung von Staugeschehen und Baustellen nicht nur eine Momentaufnahme ist.

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