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VDMA-Baustoffanlagentag

Big Data verlangt radikales Umdenken

Bestimmendes Thema beim vierten Baustoffanlagentag des VDMA war „Big Data“ und die Frage, wie Unternehmen der Baustoffanlagenbranche zukünftig damit zurechtkommen.

Die Digitalisierung erfordert ein radikales Umdenken. Johann Soder, Geschäftsführer von SEW Eurodrive brachte es auf den Punkt: „Wir müssen das Bestehende kreativ zerstören.“ Am Beispiel von SEW zeigte Soder, wie die Produktion zukünftig auszusehen habe: modular, flexibel und agil. Sie solle den Menschen mitnehmen und eine intelligente Mensch-Technik Kooperation ermöglichen. Der Auftrag suche sich künftig selbst seinen Weg in der Produktion, das bedeute letztendlich „Smart Factory 4.0“. Auch in der Zukunft werde es Menschen in der Produktion geben, wenn auch weniger gering qualifizierte. Ganzheitliches Denken sei zu den Themen Arbeit, Ausbildung und Beschäftigungsmodelle gefragt. Schnelligkeit sei der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Die Automatisierungstechnik vernetze das Reale und das Digitale. Assistenzsysteme unterstützten zukünftig den Menschen. Damit das funktioniere, brauche man standardisierte Schnittstellen.

Zweckorientierte Datenanalyse

Big Data heißt natürlich auch, dass Daten nicht nur gesammelt, sondern auch gezielt analysiert werden. Dr. Markus Schoisswohl von SYN2TEC erläuterte, dass Produzenten sich die Frage stellen müssen, welche Prozesse verbessert und welche Daten dafür gesammelt werden sollen. Sie müssten so gemessen werden, dass man aus ihnen Maßnahmen ableiten kann. Dabei helfe, in abgegrenzten Prozessen zu messen und möglichst viele Daten zu sammeln – auch unstrukturierte. So ließen sich Fehler entdecken und beheben.

Die anschließende Podiumsdiskussion zeigte, dass bei aller Begeisterung für Daten und Digitalisierung auf Kundenseite oft noch alte Denkmuster und Ängste vorherrschen, Produktionsdaten für übergreifende Analysen und Prozesse zur Verfügung zu stellen – etwa in einer Cloud. Es gelte, entsprechendes Vertrauen in die Sicherheitssysteme herzustellen und die Zusammenarbeit zwischen Softwareentwicklern und Anwendern zu stärken.

Nicht überall herrscht Aufschwung

Zu Beginn der Tagung schaffte Sebastian Popp, stellvertretender Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Baumaschinen und Baustoffanlagen, Klarheit über die Konjunktur und die aktuelle wirtschaftliche Situation. 2018 stand bei Auftragseingang und Umsatz noch ein Minus. Das liegt hauptsächlich am Zementanlagenbau, der sich weiterhin in einem von Überkapazitäten geprägten Markt befindet. Ohne den Zementanlagenbau lagen die Auftragseingänge der deutschen Baustoffanlagenhersteller 2018 insgesamt 17 % über dem Vorjahresniveau und die Umsätze 16 %. Das stärkste Wirtschaftswachstum findet weiterhin in Asien und auch in Südamerika statt.

Am Vorabend der Veranstaltung stand ein ganz anderes brennendes Thema im Raum: die US-Handelspolitik und ihr zunehmender Protektionismus. Eine zentrale Erkenntnis kristallisierte sich heraus - auch im anstehenden Präsidentschaftswahlkampf wird sich die Marschroute nicht wesentlich ändern. Wer seine Hoffnung in der Zukunft auf die Demokraten setzt und glaubt, dass sie die Zölle wieder abschaffen werden, täusche sich. Dr. Laura von Daniels von der Stiftung Politik und Wissenschaft aus Berlin erläuterte das gegenwärtige Handeln der Trump-Regierung und konnte den Teilnehmern Befürchtungen, dass die USA im Sommer Zölle auf Autoimporte erheben wolle, nicht nehmen. Das Vorgehen der US-Regierung in diesem Punkt sei derzeit ein wohl gehütetes Geheimnis.

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„Digitale Welt trifft analoge Gräben“

Im Baugewerbe ist in Sachen Digitalisierung noch reichlich Luft nach oben. Dies geht aus der aktuellen Telekom-Studie zum Digitalisierungsindex „Der digitale Status Quo im deutschen Baugewerbe“ hervor. Grund genug für den Rohrleitungsbauverband e.V. (rbv) und den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), die „24. Tagung Leitungsbau“ in Berlin dem Leitthema „Digitale Welt trifft analoge Gräben“ zu widmen.

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Aufbruch ins gelobte Land?

„BIM heißt das Zauberwort, es verheißt eine goldene Zukunft.“ Mit diesen Worten hieß Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des ZDB, die Teilnehmer einer Tagung Ende September in Berlin willkommen. Die Veranstaltung hatte das „Bauen im Zeitalter der Digitalisierung“ zum Thema und lockte rund 80 Teilnehmer zum Firmensitz von Microsoft in die Hauptstadt. Organisiert worden war sie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem ZDB.

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31. Oldenburger Rohrleitungsforum

Mehr als 3.000 Besucher aus dem In- und Ausland, rund 400 Aussteller und etwa 145 Referenten und Moderatoren bildeten den Rahmen für ein Forum, auf dem die Bedeutung der Digitalisierung für unsere Rohrleitungsnetze erörtert wurde. Das breitgefächerte Tagungsprogramm umfasste 30 Themenblöcke, in denen sich vieles um das Tagungsmotto drehte. Inhaltlich knüpfte das Forum damit konsequent an die Vorjahresveranstaltung an.

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Ifat: VDBUM goes digital

Die Digitalisierung kommt einem Quantensprung in der Branche gleich. Eine ähnliche Dynamik hatte nach Einschätzung Dieter Schnittjers allenfalls der Einzug der Hydraulik in den 50er Jahren in die Baumaschinen. Der VDBUM zieht viele Register, um aufzuklären, den Prozess zu begleiten und im Interesse der ausführenden Unternehmen zu beeinflussen. Ein willkommenes Forum dafür bietet die Ifat.