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Es wird enger bei den Straßenbauunternehmen hierzulande
Foto: Bjoern Wylezich - stock.adobe.com
Es wird enger bei den Straßenbauunternehmen hierzulande

Inhaltsverzeichnis

Wirtschaft

Die derzeitige Lage der Straßenbauunternehmen

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat auch in diesem Jahr wieder einen Branchenreport Straßenbau veröffentlicht. Dieser verweist unter anderem auf höhere Bitumenpreise.

Der Branchenreport 2023 liefert Detaillierte Daten und Fakten rund um den Bau von Straßen. Er gibt einen Überblick über die Zahl der Betriebe, Beschäftigten und Auszubildenden, deren betriebswirtschaftliche Lage sowie zur Kostenstruktur und Preisentwicklung und zum Verkehrsträger Straße.

Weniger Umsatz und teureres Bitumen

Die Betriebe des Bauhauptgewerbes haben 2022 in der Sparte Straßenbau einen Umsatz von 18 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das waren nominal zwar 8,8% mehr als 2021, aufgrund der starken Baupreissteigerungen ging der Umsatz aber real um 6,4% zurück.

Während 2017 der Preisindex für Leistungen des Bauhauptgewerbes mit dem Preisindex für den Neubau von Straßen gleichauf lagen, folgten 2 Jahre mit einem leicht höheren Preisindex für den Straßenbau und 3 Jahre (2020-2022) mit einem geringeren. Für dieses Jahr wird jedoch ein sehr deutlicher Preisanstieg beim Straßenbau erwartet. Grund dafür ist der deutlich Anstieg des Preises für Bitumen seit Jahresbeginn. Die langfristige Übersicht über die Preisentwicklung zeigt, dass die Preissteigerungen beim Bitumen sich nicht im Preis für das Asphaltmischgut widerspiegeln.

Eine Frage des Personals

Die knapp 3.000 Straßenbauer konnten die Aufstockung ihres Personals deshalb nicht weiter fortsetzen, sie haben ihre Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr lediglich auf 94.300 halten können. Damit liegen die personellen Kapazitäten aber immer noch um 17 % über dem Niveau von 2016 – auch aufgrund des Investitionshochlaufs des Bundes.

Die Straßenbaubranche steuert auf einen Fachkräfteengpass zu: Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen, die älter als 55 Jahre sind, liegt bei 26 % (2000: 13%). Die Betriebe haben zwar die Zahl ihrer neuen auszubildenden Straßenbauer seit 2017 wieder erhöht (von 1.650 auf 1.960 in 2021). 2021 haben aber 564 Auszubildende ihre Ausbildung vorzeitig aufgelöst, davon 15 % im 3. Lehrjahr. Hinzu kommt, dass der Anteil nichtbestandener Prüfungen 2021 bei 21 % lag.

Die Konsequenzen

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauindustrie, kommentierte anlässlich der Veröffentlichung des Branchenreports die Situation wie folgt: „Die Straße wird auch künftig der Verkehrsträger Nummer 1 in Deutschland und Europa bleiben, trotz der wünschenswerten Verkehrsverlagerung auf Schiene und Wasserstraße. Ausbau und Erhalt sind dabei eine Grundvoraussetzung für das Gelingen der Verkehrs- und Mobilitätswende. Es ist deshalb an den politischen Verantwortlichen, für eine reale Verstetigung der Investitionsmittel zu sorgen. Übrigens: Wir sind im Straßenbau Wiederverwertung-Weltmeister mit einer Quote von über 90 %!“

Tipp: Mitglieder des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie können den Report über das Mitgliederportal oder über die verbandseigene Datenbank Elvira kostenfrei abrufen. Alle anderen können das pdf hier zu einem Preis von 150 Euro bestellen.

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