Gert-Jan van den Nieuwenhoff.
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Interview mit Gert-Jan van den Nieuwenhoff

Die Infratech ist etabliert

Die Vorbereitungen zur Infratech 2020 vom 14. bis 16. Januar in Essen laufen auf Hochtouren. Und die Veranstalter sind sehr erfolgreich. Es gibt deutlich mehr Aussteller als noch vor zwei Jahren. Auch das begleitende Programm mit Kongressen, Fachtagungen und Vorträgen wurde weiter ausgebaut. Zudem bietet die Messe eine Plattform für den interessierten Fachkräftenachwuchs.

Inhaltsverzeichnis

Herr van den Nieuwenhoff, die Infratech findet im kommenden Januar zum vierten Mal in Essen statt. Und sie wächst. Wo sehen Sie die Ursachen?

Van den Nieuwenhoff: Ja, die Infratech hat sich fest in Deutschland etabliert. Das liegt sicherlich an den starken Themen, die rund um den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur angesiedelt sind. Das hat aber auch Gründe, die auf die starke Präsenz der renommierten Aussteller zurückzuführen sind. Für viele von ihnen ist die Veranstaltung mittlerweile fest im Messekalender gesetzt.

Zudem bietet der Messestandort Essen eine Reihe von Vorteilen. Er ist sehr gut zu erreichen in dem bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands. Und Nordrhein-Westfalen hat im Bereich Infrastruktur einen gewaltigen Bau- und Sanierungsbedarf, der weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt. Das bietet den Ausstellern mit ihren Lösungsangeboten starke Anreize und zieht auch viele Fachbesucher auf die Messe.

In den vergangenen Jahren wurde die Messe von anderen Ausstellungen begleitet, die ebenfalls Besucher angezogen hatten. Schafft es die Infratech, jetzt allein zu bestehen?

Van den Nieuwenhoff: Die Infratech war bisher ein Teil verschiedener Fachmessen, die gleichzeitig in der Messe Essen veranstaltet wurden. Sie haben der Infratech eine großartige Bühne geboten, weil diese für die komplette Zielgruppe der Baubranche interessant war. Jetzt, da die Infratech auf eigenen Beinen steht und ihren Mehrwert als Katalysator in der Infrastrukturbranche bewiesen hat, tritt sie als Stand-Alone-Messe an. Die große Anzahl der wiederkehrenden Aussteller und Besucher zeigt, dass sich die Messe gut behauptet. Dies ermutigt uns, sie als alleinstehende Messe weiter auszubauen.

Die Messe wird, betrachtet man die Herkunftsländer der Aussteller, internationaler. Woran liegt das?

Van den Nieuwenhoff: Deutschland ist ein Produktionsland, in dem mit Milliarden an Investitionen und Ausschreibungen das Interesse von ausländischen Firmen geweckt wurde, die einen neuen Absatzmarkt suchen. Aussteller aus den Niederlanden, aus England, Frankreich, Österreich, Belgien, Spanien, Tschechien und Serbien haben diese Chance erkannt und nutzen die Infratech, um den Markt in Deutschland zu sondieren und gleichzeitig ihr jeweiliges Angebot einem wachsenden Fachpublikum zu präsentieren.

Der Innovationspreis wird 2020 zum 3. Mal verliehen. Wie schätzen Sie den Stellenwert dieser Auszeichnung ein?

Van den Nieuwenhoff: Dieser Preis bietet eine ideale Möglichkeit, um die Innovationen der Aussteller ins Rampenlicht zu rücken. Die starke Reputation des Innovationspreises zeigt sich u.a. darin, dass NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst – wie bereits bei der letzten Auszeichnung – die Preise überreichen wird. Minister Wüst ist seither ein begeisterter Fan der Infratech und hat sogar die Schirmherrschaft für die Messe übernommen.

Um fachlich fundierte Preisträger zu ermitteln, die echte Innovationen in den Wettbewerb schicken, arbeiten wir mit dem IKT zusammen. Das IKT sammelt und sichtet die Einsendungen, die letztlich von einer unabhängigen Jury bewertet werden.

Sie rücken das brennende Thema Fachkräftemangel in den Fokus. Was bieten Sie konkret an?

Van den Nieuwenhoff: Das „Career Lab“ richtet sich direkt an den Nachwuchs. Am 15. Januar 2020 wird der „Studententag“ initiiert. Er lädt zum Netzwerken ein und ermöglicht den Hochschülern, mit Personalvertretern der ausstellenden Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Am „Studententag“ werden zudem verschiedene Aktionen stattfinden, darunter eine, die Studierende bei der Erstellung ihrer Bewerbungen unterstützt. Berufliche Perspektiven bieten sich dem Nachwuchs auch durch die Kooperation mit der Jobbörse „Jobs in Grün und Bau“ des Patzer Verlags.

Kommen wir zum begleitenden Programm. Wo sehen Sie die Highlights?

Van den Nieuwenhoff: Mit dem begleitenden Vortragsprogramm sind wir am Puls der Zeit. Themenschwerpunkte sind hier Digitalisierung, Starkregen, Elektromobilität, BIM, Erhaltung und Erneuerung von Straßen, kommunale Zukunftsaufgaben sowie Best Practice Beispiele aus NRW und den Niederlanden. Für die Infratech 2020 konnten wir für das Vortragsprogramm neue Partner gewinnen wie die Architektenkammer, BWK Landesverband NRW und die Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik e.V.

Die bereits jetzt vorliegende Resonanz auf dieses umfassende und aktuelle Angebot zeigt, dass die Themen, Referenten sowie die Partner, die das Programm gestalten, goldrichtig sind.

Die TUS-Expo ist ein aktuelles Thema im Bereich der Infrastrukur-Branche. Deswegen ist sie jetzt auch integriert in die Infratech. Wo liegen die Schnittstellen?

Van den Nieuwenhoff: TUS steht für The Unmanned Systems; diese Robotika gehören inzwischen zu den Prozessen rund um infrastrukturelle Arbeiten. So werden Drohnen für das Erstellen von Aufmaßen, zur Ermittlung von Massen und für digitale Straßenentwürfe genutzt. In der Kanalisation erkunden und reparieren sie schon seit vielen Jahren Schäden und werden zur Inspektion und Dokumentation eingesetzt.

Andererseits werden die Systeme in der Industrie für schwere Hebearbeiten oder Produktionsarbeiten benötigt. Insgesamt unterstützen die unbemannten programmierten Apparate den Menschen und erweitern das Angebot an Dienstleistungen.

Nach 18 Jahren bei Ahoy und insgesamt 35 Jahren im Messebusiness möchten Sie beruflich kürzertreten, bleiben aber Ahoy noch verbunden. Was planen Sie konkret?

Van den Nieuwenhoff: Ja, ich bleibe Ahoy weiter verbunden. Zwar nicht mehr als Anteilhaber oder Geschäftsführer, aber auf Projektbasis. Ich möchte noch weiterhin die Interaktion zwischen Marktpartnern und Ahoy Rotterdam fördern und somit die Basis für gute Geschäfte erhalten und ausbauen.

Daneben werde ich Aktivitäten starten, die gut zu umschreiben sind mit dem Leiten gesellschaftlicher Organisationen. Und ich werde ab 2020 wieder die Studienbücher aufschlagen, um mediterrane Archäologie an der Universität Amsterdam zu studieren.

Zur Person

Die deutsche Ausgabe der Infratech wird von Ahoy, Rotterdam, veranstaltet. Gert-Jan van den Nieuwenhoff, 60, General Manager B2B, Rotterdam Ahoy, begleitet die Messe vom 14. bis 16. Januar 2020 ein letztes Mal in Essen. Er möchte beruflich kürzertreten und steht dem Unternehmen ab Dezember 2019 nur noch für ausgesuchte Projekte zur Verfügung.

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst (2er v.l.) ist ein Fan der Infratech. Hier bei einem Messerundgang auf dem Stand von Aco.

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