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Foto: Foto: BEUMER Group GmbH amp;amp; Co. KG
Dr. Christoph Beumer leitet das Familienunternehmen in der dritten Generation.

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Die Kernkompetenz ist Qualität

Mit ihrer neuen Fünf-Jahres-Strategie „The best, not the biggest” setzt die Beumer Group auf die Qualität ihrer Produkte und Systeme sowie die Ausweitung des Service-Angebots. Mit der Gründung eigener Start-Ups positioniert sich das Unternehmen im digitalen Zeitalter.

Wenn wir nicht nach China gehen und dort Becherwerke unter dem Namen Beumer herstellen, dann werden irgendwann chinesische Hersteller ihre Becherwerke hier einführen und dann haben wir unsere Grundlage verloren.“ So umschreibt Dr. Christoph Beumer, geschäftsführender Gesellschafter der Beumer Group GmbH amp; Co. KG die Strategie, durch die sich mit das Maschinen- und Anlagebauunternehmen in den letzten 15 Jahren zu einem weltweiten Schwergewicht in den Bereichen Intralogistik und Förderanlagen entwickelt hat. Die Unternehmenszahlen verdeutlichen die rasante Entwicklung: Zwischen 2004 und 2017 zeigte die Kurve immer nach oben, der Jahresumsatz konnte von 112 Mio. € auf zuletzt 770 Mio. € gesteigert werden. Die Mitarbeiterzahl hat sich im gleichen Zeitraum von knapp 700 auf aktuell 4.200 vervielfacht. Selbst in Zeiten, in denen die Krise die Branche lähmte, hat das Familienunternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Beckum kräftig investiert. Insgesamt fünf Akquisitionen wurden zwischen 2008 und 2013 getätigt - 2009 wurde der dänische Sortiertechnik-Hersteller Crisplant AS übernommen, 2011 folgte der Zementhersteller Enexco Teknologies India Limited.

Nun stellt Dr. Beumer die neue Strategie „The best, not the biggest” vor. Sie soll den Strategien „Wachstum“, „Globalisierung“ und „Exzellenz“ folgen. Bis 2023 will das Unternehmen vorwiegend als Anbieter von Qualität auftreten. Der Geschäftsführer und Abteilungsleiter der Bereiche Entwicklung, Service und Vetrieb präsentieren bei den Pressetagen am Beckumer Stammsitz Maßnahmen, Produkte und Ideen, die das Unternehmen in den kommenden Jahren auf Kurs halten sollen.

13,7 km lang ist die Frderanlage im chinesischen Sichuan.Foto: Foto: BEUMER Group GmbH amp;amp; Co. KG

Die Neuerfindung der Logistik

Am Beispiel von Foto- und Musikindustrie macht Dr. Beumer deutlich, dass selbst Weltmarktführer untergehen können, wenn sie sich nur auf ihre Kernkompetenzen verlassen und neue Trends verschlafen. Um die Beumer Group vor einer solchen Entwicklung zu schützen, wurden die Beumer Group Evolution in Dortmund und die BG Challenge in Berlin gegründet. Sie entwickeln sogenannte Minimum Viable Products - minimal ausgestattete Prototypen, die reif genug sind für eine Marktanalyse oder Geschäftsmodelle, die komplett neu gedacht werden. Unter dem Namen „Beam“ soll nicht weniger geschehen, als die Logistik neu zu erfinden. Nun ist sicher nicht zu erwarten, dass Schüttgut in absehbarer Zeit gebeamt statt gefördert wird. Das Ersatzteilgeschäft allerdings lässt sich mit Hilfe von 3D-Druckern revolutionieren. Ein Ersatzteil nach Australien zu bringen, dauert bis zu zwei Monaten, erläutert Dr. Beumer. Stillstandzeiten von Anlagen können deutlich minimiert werden, wenn ein Druckauftrag an den Ort des Bedarfs „gebeamed“ wird und das benötigte Ersatzteil dort in einem 3D-Drucker gefertigt wird. Irgendwann wird es auch möglich sein, einen Stahlträger per 3D-Druckverfahren herzustellen. Gern gesehen sind im Unternehmen auch Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern. Bei sogenannten Pitch Days sind sie eingeladen, ihre Ideen vorzutragen. Darüber hinaus hat die Unternehmensgruppe seit Jahren ein Innovationsmanagement fest in ihre Strategie integriert und in Folge dessen fast 100 Patente angemeldet.

Bewegung herrscht in allen Unternehmensbereichen. Markus Pitzmeier, Vertriebsleiter Zementindustrie, berichtet von der Kostenersparnis durch palettenloses Handling, denn „die Palette kann 8 % der Kosten ausmachen“. Angeboten werden dazu verschiedene Lösungen. Interessant ist auch die Bag-in-Bag Folienverpackung, bei der befüllte Papiersäcke – einzelne oder mehrere zusammen – mit einer wetterbeständigen Kunststofffolie verpackt werden. So sind die Produkte für Transport und Lagerung optimal vor Nässe, Staub, Insektenbefall und sonstigen Umwelteinflüssen geschützt. Da die Folienschicht bei diesem Verfahren getrennt von der Papierschicht verarbeitet wird, kann bei den verwendeten Säcken auf Verbundmaterialien verzichtet werden. Bestehende Anlagen lassen sich leicht nachrüsten.

In aufstrebenden Märkten wie Indien werden aufgrund des steigenden Kostendrucks Automatisierungen im Bereich Verpackung und Verlasung von Zement gefordert. Der Hersteller hat darauf mit der Belade- und Palettieranlage autopac geantwortet, die in Säcken abgefüllte Schüttgüter vollautomatisch auf Lkw-Ladeflächen verlädt und stapelt. Dabei werden Leistungen von 3.000 Säcken pro Stunde erreicht.

Beim Residential Servive sind Spezialistenteams teils dauerhaft vor Ort.Foto: Foto: BEUMER Group GmbH amp;amp; Co. KG

Alles in einer Hand

Einen immer höheren Stellenwert in der Unternehmensgruppe genießt der Customer Support. Mit rund 1.000 Mitarbeitern ist inzwischen fast jeder vierte Beschäftigte in diesem Geschäftsfeld tätig. „Wir liefern nicht nur Serviceprodukte, wir kümmern uns“, beschreibt Guido Hesse, Director Customer Service und konkretisiert: „Dies wird für die Betreiber aus verschiedenen Industriezweigen immer wichtiger.“ Kein Wunder, damit Unternehmen wettbewerbsfähig sind, muss eine hohe Verfügbarkeit sichergestellt sein. Es stehen verschiedene, auf individuelle Kundenanforderungen abgestimmte Servicevereinbarungen zur Verfügung. „Immer mehr Hersteller und vor allem Logistik-Dienstleister wollen sich ganz auf ihr Hauptgeschäft konzentrieren und die Verantwortung für ihre eingesetzten Anlagen und Maschinen abgeben“, erläutert Hesse. Beim sogenannten Residential Service übernehmen Mitarbeiter der Unternehmensgruppe die Verantwortung für Betriebszeiten, Leistung und Wirtschaftlichkeit und sind mit einem Spezialistenteam teils dauerhaft vor Ort. Dieser Service wird hauptsächlich in den Logistik-Bereichen von Flughäfen in Anspruch genommen.

Damit alle Kunden in den Genuss eines noch umfassenderen Leistungsspektrums kommen, ist zuletzt das Vertriebsbüro West im Ruhrgebiet eröffnet worden. Darüber wird der Customer Service nun insbesondere Umbauprojekte und Modernisierungen bestehender Fördertechnik (Becherwerke und Klinkertransporte auch anderer Marken) weltweit abwickeln. In enger Zusammenarbeit mit dem Hauptstandort Beckum bleibt von der Anfrage über die technische Montange vor Ort alles in einer Hand. Der Betreiber hat stets nur einen Ansprechpartner. „Als Marktführer entwickeln wir seit Jahrzenten ausgereifte technische Umbaumaßnahmen für die Fördertechnik von Schüttgütern sämtlicher Hersteller“, sagt Hesse. „Dehalb können wir für unterschiedliche Anwendungsszenarien die jeweils passende Lösung anbieten.“

Ausweitung des Bereichs Mining

Über den Ausbau des Engagements im Bereich Mining spricht Dr. Andreas Echelmeyer, Direcor Center of Competence Conveying and Loading Systems. Der Minerals-Markt befinde sich in der Talsohle, werde sich allerdings in den kommenden Jahren erholen. Megatrends würden zu einem Bedarf nach verschiedenen Rohstoffen und somit Projekten in verschiedenen Größenordnungen führen. Echelmeyer sieht nun den idealen Moment, um sich auf den Aufschwung vorzubereiten. Er fragt, welche Rolle Beumer dabei spielen kann und weist auf gute Referenzen in der Mining-Industrie hin. Das Unternehmen habe dazu viele Eigenentwicklungen auf den Markt gebracht und sei sowohl für kleine und mittlere als auch für größere Anlagen gut positioniert. Die Stärken lägen in den Bereichen Kurvenbandtechnologie, Pipe Conveyor, Materialfluss- und Verschleißoptimierung, Automation und Service.

Für einen energiearmen und umweltfreundlichen und somit nachhaltigen Transport stehen die Gurtförderer des Beckumer Herstellers. Geschlossene Pipe Conveyor und offene Muldengurtförderer eignen sich besonders für den Transport von Schüttgut durch unwegsames Gelände. Mit dem 13,7 km langen Muldengurtförderer der Asia Cement Group im chinesischen Sichuan hat die Beumer Group vor zwei Jahren die längste Förderanlage in der über 80-jährigen Firmengeschichte umgesetzt.

„Unser Wettbewerbsvorteil ist unsere Unternehmenskultur“, sagt Dr. Beumer. Zu dieser Kultur gehört auch, Dinge nur dann zu tun, wenn sie sinnvoll sind. Eine Anfrage etwa nach einer 200 km langen Förderanlage wurde aufgrund der zu erwartenden Energiekosten als unrealistisch eingeschätzt und abgelehnt. Langfristige Kundenbindungen sind dem Beckumer Familienunternehmen wichtiger als der schnelle Profit.

Die neue App der BG.evolution ermglicht es Anwendern, den Status ihrer an das System angeschlossenen Anlagen ber Mobilgerte abzurufen.Foto: Foto: BEUMER Group GmbH amp;amp; Co. KG

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