Foto: Foto: David Spoo

Archiv

Dobrindt will einen Kulturwandel bei Großprojekten

Elbphilharmonie, Stuttgart 21, Flughafen Berlin-Brandenburg – zunehmend laufen Großprojekte aus dem Zeit- und Kostenplan. Lösungen hat die Reformkommission Bau von Großprojekten unter Leitung von Bundesminister Alexander Dobrindt gesucht. In ihrem Endbericht legen die Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und öffentlicher Hand konkrete Empfehlungen vor, wie Zeit- und Kostenpläne bei großen Infrastrukturprojekten künftig besser eingehalten werden können.

"Mit dem Aktionsplan ist es unser Ziel, einen Kulturwandel bei Großprojekten einzuleiten: Mit mehr Partnerschaftlichkeit zu mehr Kostentransparenz und Termintreue. Bonus-Malus-Regelungen und klare Vereinbarungen zur Konfliktbeilegung und modernste digitale Systeme können dazu beitragen, Kosten- und Zeitpläne besser einzuhalten", erläuterte Dobrindt anlässlich der abschließenden Sitzung der Reformkommission Bau von Großprojekten, die am Montag, 29. Juni, in Berlin stattgefunden hat.

Die Reformkommission Großprojekte hat den gesamten Bauprozess von der ersten Projektidee über den Planungsvorgang, das Vergabeverfahren, den Bau bis zum Betrieb untersucht. Dabei wurden Ursachen für Kosten- und Terminüberschreitungen identifiziert, Lösungsvorschläge entwickelt und Handlungsempfehlungen abgeleitet. Daraus wurde ein "10-Punkte-Aktionsplan" entwickelt. Die einzelnen Punkte lauten:

  • Nutzung digitaler Methoden
  • Building Information Modeling - Erst planen, dann bauen
  • Risikomanagement und Erfassung von Risiken im Haushalt
  • Stärkere Transparenz und Kontrolle
  • Kooperatives Planen im Team
  • Vergabe an den Wirtschaftlichsten, nicht den Billigsten
  • Partnerschaftliche Projektzusammenarbeit
  • Außergerichtliche Streitbeilegung
  • Verbindliche Wirtschaftlichkeitsuntersuchung
  • Klare Prozesse und Zuständigkeiten/Kompetenzzentren

Eine Empfehlung der Reformkommission ist es, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Die Methodik des digitalen fünfdimensionalen Planens - drei Dimensionen plus Kosten und Termine - wird mit BIM umschrieben (Building Information Modeling). Sie nutzt gegenüber herkömmlichen computergestützten Planungs-Modellen deutlich mehr Informationen, vernetzt diese und schafft so eine synchronisierte Datenbasis, auf die alle am Projekt Beteiligten zugreifen können.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) begleitet BIM in vier Pilotprojekten, jeweils zwei Straßen- und Bahnprojekten zusammen mit der DEGES und der DB AG: Brücke im Zuge der B 107n in Sachsen Petersdorfer Brücke im Zuge der A 19 in Mecklenburg-Vorpommern Rastatter Tunnel (auf der Schienenstrecke Karlsruhe-Basel) Filstalbrücke (auf der Schienenstrecke Wendlingen-Ulm). "Ende des Jahres werden wir einen BIM-Gipfel einberufen und einen Stufenplan vorstellen, wie wir schrittweise digitale Anforderungen für unsere Infrastrukturprojekte einführen“, so der Bundesverkehrsminister.

Die Reformkommission empfiehlt zudem ein transparentes, offenes Risikomanagement: Die Risiken möglicher Zusatzkosten und Verschiebungen von Anfang an zu berücksichtigen und so am Ende zu minimieren. Das BMVI testet dies bei vier Pilotprojekten: Rader Hochbrücke der A 7 über den Nord-Ostsee-Kanal Achtstreifige Ausbau A 40 in Duisburg (einschließlich Rheinbrücke) Ortumgehung der B 16 / B 85 in Roding-Altenkreith Nordostumfahrung der B 301 in Freising.

"Bauprojekte sind besser beherrschbar, wenn Risiken frühzeitig identifiziert und systematisch gemanagt werden. Durch Risikopuffer und professionelles Risikomanagement können Kosten- und Zeitpläne verlässlicher eingehalten werden. Diese Risikomanagementmethoden wenden wir bei vier Pilotprojekten an", sagte Dobrindt.

Eine weitere Empfehlung der Reformkommission ist: Mehr Kooperation. Der Schlüssel zu einem erfolgreichen, im Termin- und Kostenplan umgesetzten Großprojekt liegt in einer offenen und vertrauensvollen Partnerschaft aller Beteiligten. Externe Streitbeilegungsmechanismen, Bonus-Malus-Vereinbarungen für Kosten und Termintreue können einen wesentlichen Beitrag zur verbesserten partnerschaftlichen Zusammenarbeit leisten.

Die Experten werden die Umsetzung der Empfehlungen weiter begleiten. Mit einer "Planung und Bau 4.0 GmbH" wird ein Kompetenzzentrum für BIM aufgebaut. Auf einem BIM-Gipfel soll das Thema Ende des Jahres mit einem Stufenplan zur beschleunigten Etablierung hinterlegt werden.

Archiv

Dobrindt will einen Kulturwandel auf dem Bau

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch, 9. Dezember 2016, den von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgelegten „Aktionsplan Großprojekte“ beschlossen. Ziiel ist die Verbesserung von Kostenwahrheit, Effizienz und Termintreue bei Großprojekten.

Archiv

Knipper unterstützt Dobrindt

Die Deutsche Bauindustrie unterstützt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei seinem Vorhaben, Building Information Modeling (BIM) ab 2017 stufenweise in Bauprozesse zu integrieren. RA Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, erklärte dazu im Vorfeld des Zukunftsforums Digitales Planen und Bauen heute in Berlin: „Mit der verbindlichen Einführung eines Stufenplans zur Einführung von BIM bei Verkehrsinfrastrukturprojekten in Deutschland halten wir den entscheidenden Schlüssel in der Hand, um in Zukunft Kosten- und Zeitüberschreitungen bei Großprojekten zu vermeiden. Das geht aber nur, wenn digitale Werkzeuge durchgängig in der Wertschöpfungskette Bau angewendet werden.“

Archiv

Strategie Planungsbeschleunigung des BMVI

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat am 24. Mai die „Strategie Planungsbeschleunigung“ des BMVI vorgestellt. Sie ist die Grundlage, um Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte zu verkürzen. Nächster Schritt ist ein Planungsbeschleunigungsgesetz, das in der kommenden Legislaturperiode vorgelegt werden soll.

Archiv

RUB veröffentlicht Handlungsempfehlungen

„Unsere wichtigste Erkenntnis war, dass die Anwendung von digitalen Methoden zur Planung und Ausführung im Infrastrukturbau schon heute möglich ist“, sagte Prof. Dr. Markus König, Leiter des RUB-Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen. Anlass war die Fertigstellung der Handlungsempfehlungen, die die Arbeitsgemeinschaft Infra-BIM erstellt hatte.