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Foto: Foto: Caitron
Der Lkw in der Wiege-Position, der Fahrer muss nicht aussteigen.

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Effizienzsteigernde Outdoor-Lösung

In Außenbereichen installierte Computer eröffnen Handwerksbetrieben die Möglichkeit, ihre Prozesse zu optimieren. Unser Autor Bernd Lorenz, Senior Director Sales bei Caitron Industrial Solutions, erläutert Einsatzmöglichkeiten.

Die Digitalisierung macht auch vor dem Handwerk nicht halt: Vielerorts ist das Papier aus der Produktionsumgebung verschwunden, die elektronische Datenerfassung macht Prozesse effizienter, spart Ressourcen und ermöglicht zusätzliche Synergie­effekte – etwa beim Reporting und Controlling. Gerade im Baubereich, wo viele Produktionsschritte auf Freiflächen durchgeführt werden, ist es oft sinnvoll, PCs zur Betriebsdatenerfassung auch in Außenbereichen einzusetzen. Auf diese Weise sparen Betriebe Zeit und vermeiden unnötige Wege oder eine doppelte Datenpflege.

Interessant wird es bei der Auswahl der richtigen Outdoor-Lösung, schließlich soll sich die versprochene Effizienzsteigerung auch finanziell rechnen. Von herkömmlichen Computern, die in Schutzkästen montiert sind, bis hin zu in Wände oder Metallschränke eingelassenen Panel-PCs bietet der Markt vielfältige Optionen. Relativ preiswert sind Touchscreen-IPCs, da diese ohne zusätzliche Schutzvorrichtungen wie Gehäuse oder Metallschränke auskommen und sehr flexibel angebracht werden können. Doch vor einer endgültigen Investitionsentscheidung gilt es zunächst alle Einsatzkriterien abzuklopfen.

Dem rauen Alltag gewachsen?

Starke Belastungen, Vibration und Schock sind an der Outdoor-Tagesordnung. Dank ihrer robusten Bauweise trotzen moderne IPCs solch widrigen Bedingungen. Ob Sonne, Regen oder Schnee: Hiesige Wetterverhältnisse – Klimawandel hin oder her – verschaffen es nur in extremen Ausnahmebedingungen an seine Belastungsgrenzen zu bringen. Die Anforderungen, die hinsichtlich des Schutzes vor Nässe und des Eindringens von Feuchtigkeit an die Geräte in industriellen Indoor-Produktions­umgebungen gestellt werden, sind oft höher. Technisch gesprochen: Viele Hersteller bieten ihre Geräte in einem staub- und wasserdichten Gehäuse mit Schutzart IP65 (Schutz vor Strahlwasser) oder sogar IP69K (Schutz vor Wasser bei Hochdruck­reinigung) an. Solche Modelle besitzen keine Öffnungen oder Lüftungsschlitze, die Abwärme wird meist passiv über das Gehäuse abgeführt. Dies ermöglicht insbesondere auch einen Einsatz in Sandgruben, Schotterwerken, Steinbrüchen und allen anderen staub- und schmutzbelasteten Umgebungen, wo IPCs häufig gereinigt werden müssen. Industrietaugliche Komponenten und chemisch gehärtete Touch-Fronten verhindern, dass die IPCs durch mechanische Belastungen beschädigt werden.

Besonders hohe Belastung erfährt im Freien montierte Hardware durch Hitze im Hochsommer und Kälte in den Wintermonaten. IPCs halten jedoch auch extremen klimatischen Bedingungen Stand, Umgebungstemperaturen von -28 °C bis +50 °C sind für die Geräte kein Problem. Sollten die Wetterbedingungen doch einmal zu extrem werden, verfügen IPCs über einen eingebauten Sicherheitsmechanismus. Ein Mikrocontroller überwacht kontinuierlich Betriebsparameter wie Temperatur oder Spannung. Erreicht einer der Parameter einen kritischen Wert, erscheint automatisch ein Warnhinweis für den Bediener auf dem Bildschirm. Ist gerade kein Mitarbeiter in der Nähe, schaltet der IPC das System selbstständig ab, bevor die Hardware Schaden nehmen kann.

Komfortable Touch-Technologie

Ideal für den Außeneinsatz sind Geräte mit Touchscreen, da diese auf zusätzliche schadensanfällige Eingabegeräte verzichten. Für viele Branchenzweige sind IPCs mit P‑CAP-Touch-Technologie besonders interessant. Displays, die mit dieser Technologie ausgestattet sind, lassen sich wie ein Smartphone oder Tablet bequem per Mehr­finger-Gestensteuerung bedienen. Verfügt der Bildschirm über eine Option, um die Touchsensibilität individuell anzupassen, lässt sich der IPC – entgegen der gängigen Meinung – auch mit Arbeitshandschuhen bedienen. So können Betriebe IPCs mit P‑CAP-Multi-Touchscreens auch in Arbeitsumgebungen einsetzen, wo Mitarbeiter permanent Schutzhandschuhe tragen – beispielsweise in Ziegel- oder Zementwerken. Anders als resistive Touch-Bildschirme weisen P-CAP-Multi-Touchscreens auch nach langer intensiver Nutzung eine konstant hohe Touchqualität auf und leiden nicht unter Materialermüdung. So halten sie dem in der Regel groben Umgang mit technischer Ausstattung innerhalb der Branche problemlos stand.

Für viele IPC-Modelle gibt es passende Montagesysteme für verschiedenste Einsatzszenarien. Rohrsysteme ummanteln etwa angeschlossene Kabel und Schnittstellen vollständig, sodass auch die Rückseite der Geräte keinerlei Angriffsfläche für Staub und Witterung bietet. So lassen sich IPCs sowohl freistehend an einer Metallrahmenkonstruktion sowie an Mauern oder Gebäudefassaden problemlos montieren. Einige Hersteller bieten darüber hinaus Halterungssysteme mit Bajonettverschluss an. Damit können Mitarbeiter die Computer bei Erstinbetriebnahme alleine befestigen oder zu Wartungszwecken einfach abnehmen.

Bekanntlich gilt: Nur die Harten kommen in den Garten! Moderne IPCs zeigen sich dabei in vielen Einsatzszenarien als leistungsstarke Lösung für den Outdoor-Bereich. Betriebe, die damit liebäugeln, so ihre Unternehmensprozesse effizienter zu gestalten, sollten mit einem IPC-Hersteller über ihr genaues Anforderungsprofil sprechen, um die für ihren Einsatzzweck passenden Geräte zu finden.

Die ouchscreens der IPCs werden bequem aus der Fahrerkabine heraus bedient.Foto: Foto: Caitron

Caitron IPCs im Schotterwerk

Die Gebr. Kaltenbach GmbH setzt in ihrem Schotterwerk im baden-württembergischen Sulz-Fischingen zwei IPCs von Caitron im Freien ein. Der Betrieb erfasst damit Gewichtsdaten von zwei Lkw-Waagen, um diese direkt im ERP-System zu erfassen und Lieferscheine automatisiert zu generieren. Die Kaltenbach-Fahrer wählen vor dem Wiegen ihren Auftrag auf den Touchscreens der IPCs bequem aus der Fahrerkabine heraus aus, die Bodenwaage übermittelt die Werte dann selbstständig an das ERP-System. Einen Wiegemeister benötigt die Firma nur noch für Selbstabholer und externe Fahrer.

Die beiden Touchscreen-IPCs von Caitron sind bei Kaltenbach in unmittelbarer Nähe zu den Lkw-Waagen installiert – ein Gerät ist in eine Gebäudeaußenseite eingelassen, das andere ist freistehend an einem Metallgerüst montiert. Die permanente Belastung durch aufgewirbelte Staubpartikel sind für die Highend-IPCs kein Problem: Durch das homogen geschlossene Gehäuse und die passive Kühlung gelangt kein einziges Staubkorn in das IPC-Innenleben. Wird der Staubfilm auf dem Touchscreen einmal zu dick, wäscht ein Kaltenbach-Mitarbeiter den Dreck kurzerhand mit einem Wasserschlauch weg. Kaltenbach verwendet Sonnenblenden aus verzinktem Stahl. Die Bildschirmeinstellungen wurden ab Werk sowie vor Ort von Caitron an die Umgebung angepasst, um den Kaltenbach-Mitarbeitern zu jeder Tageszeit und bei allen Lichtverhältnissen eine komfortable Dateneingabe zu ermöglichen.

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