Einbau des neuen stationären Nordberg C120 Backenbrechers von Metso in den vorhandenen Stahlbau mit dem Kran.

Metso

Ein Anlagenausfall mit gutem Ende

Als der stationäre Vorbrecher der Kimo GmbH irreparabel ausfällt, muss ein Ersatz her. Eine „Breakdown-Maschine“ erweist ist als Retter in der Not und trägt zur Leistungssteigerung bei.

Das Kleine Wiesenthal liegt im äußersten Südwesten des Schwarzwaldes. Hier gewinnt die Kimo GmbH in einem Steinbruch bei Tegernau seit fast einem Vierteljahrhundert Granit für die unterschiedlichsten Anwendungen. Das familiengeführte Unternehmen produziert Kies, Schotter, Splitte, Sande und Rohsteine bis zu einer Größe von 3 t. Der Abbruch erfolgt auf mittlerweile sechs Sohlen. Ein Großteil der Produktion, etwa 40 %, kommt für Schottertragschichten im Straßenbau zum Einsatz – weitere 5 bis 6 % wiederum sind mineralische Zuschlagstoffe für Asphalt.

Henning Mayer, Werkmeister und WPK-Beauftragter, ist nicht nur stolz darauf, dass zahlreiche Granite die CE-Zertifizierung erfolgreich durchlaufen haben, sondern dass die Vielfalt der Granitmischungen dem Unternehmen die Gelegenheit bieten, sich immer breiter aufzustellen. Zur Unternehmensphilosophie gehört, Kundenwünsche ausnahmslos schnell und unkompliziert zu erfüllen.

Im Steinbruch finden jährlich zwischen vier und sechs Sprengungen statt, bei denen zumindest ein großer Teil der jeweils 50.000 t zur weiteren Aufbereitung im stationären Vorbrecher landet. Als dieser – in die Jahre gekommene – Vorbrecher Ende 2017aufgrund eines unerwarteten Lagerschadens ausfiel, musste schnell Abhilfe geschaffen werden.

Austauschbrecher passt in vorhandenen Stahlbau

Bei der Entscheidung für einen Austauschbrecher konnte das Unternehmen auf eigene Kompetenz setzen, denn Henning Mayer hatte vor seiner Tätigkeit als Werkmeister jahrelang als Monteur bei einem Baumaschinenhändler gearbeitet. Die Leistungsmöglichkeiten der unterschiedlichen Anlagen sind ihm also geläufig. Die Entscheidung fiel auf einen stationären Metso-Backenbrecher vom Typ Nordberg C120, der ein optimales Zusammenspiel aus Brechraum, Kinematik und Betriebsparametern in Aussicht stellte. Außerdem passte er aufgrund seiner kompakten Bauweise auf Anhieb in den vorhandenen Stahlbau bei Kimo. Aufwendige Umbaumaßnahmen waren nicht erforderlich. Es galt jedoch auch, einen Lieferanten zu finden, der den Ausfall in kürzester Zeit zuverlässig überbrücken würde.

Nach näherer Überprüfung der Lieferzeiten stellte sich heraus, dass in der Produktionslinie bei Metso eine sogenannte „Breakdown“-Maschine verfügbar war, die bislang noch keinem Abnehmer zugeordnet wurde. Das Unternehmen stellt in seinem Produktionsprozess mitunter einzelne Maschinen ohne konkreten Auftrag in die Pipeline, um bei akuten Notfällen aushelfen zu können. Ein glücklicher Umstand in der schwierigen Situation bei Kimo.

Der neue Backenbrecher wäre innerhalb von drei Wochen verfügbar gewesen, hätte Henning Mayer nicht die Gelegenheit beim Schopf ergriffen, diesen noch mit einer hydraulischen Spaltverstellung, Zentralschmierung und einer Steuerung ausstatten zu lassen. Nach rund sieben Wochen war es dann so weit – Ende Januar 2018 konnte die Maschine geliefert und ohne Komplikationen eingebaut werden.

Der Produktionsengpass wurde in der Zwischenzeit mit einer Mietanlage überbrückt – Ein benachbarter Betrieb aus Waldshut stellte seinen mobilen Metso-Vorbrecher vom Typ Lokotrack LT120 zur Verfügung. Da es sich um das gleiche Aggregat handelte, das Henning Mayer bestellt hatte, erhielt er einen Vorgeschmack darauf, was ihn anschließend erwarten würde.

Die neue Anlage beseitigt Auftragsüberhänge

Bei einem Leistungsbereich der neuen Anlage zwischen 175 und 430 t/h bestand keine Schwierigkeit, die aufgelaufenen Auftragsüberhänge Zug um Zug abzuarbeiten. Beim Vorbrechen des Mischungsmaterials stellt Mayer die Spaltweite auf 70 mm ein, um ein Zwischenprodukt von 0/120 mm herzustellen. Bei Körnungsmaterial ändert er den Spalt auf 105 mm (Endprodukt 0/160 mm). Der Abtransport des vorgebrochenen Materials erfolgt über zwei unabhängig voneinander gesteuerte Bänder über einen Bunker zur Weiterverarbeitung in einen Kegelbrecher.

Je nach Bedingung, Mischung oder Körnung wird dort ein Brechspalt von 27,5 mm gefahren. Am Ende erfolgt die Klassierung über eine Metso Classic Maschine zur vorläufigen Fertigstellung der wichtigsten Fraktionen 0/32, 32/45 und 45/100 mm. Über zwei weitere Siebmaschinen erfolgt dann die weitere Trennung in 0/8, 8/16,16/32 mm-Körnungen oder 0/2 bzw. 0/4 mm. Henning Mayer zeigt sich begeistert von der neuen Anlage: „Über den Frequenzumrichter erziele ich auch dann eine höhere Leistung, wenn der Brecher voll ist. Ich kann sie bei höherer Belastung im Bereich von 160-210 kW so modulieren, ohne dass das Schütz abfällt. Außerdem gibt es keine Drehzahlverluste – die durchschnittliche Auslastung liegt bei zwischen 110 und 150 kW.“

Auf die Frage, wie er mit der IC10-Steuerung (CAN-Bus) des neuen Vorbrechers zurechtkommt, antwortet der Werkmeister: „Absolut einwandfrei – Die Steuerung zeigt immer sofort an, wenn etwas nicht stimmt. Außerdem kann ich hier spontan die Leistungsdaten wie z. B. die Lagertemperatur abrufen. Was mir besonders gefällt, ist die automatische Steuerung der Zentralschmiereinheit.“

Für Sonderaufträge nutzt Kimo zur Klassierung von Körnungen (0/45) an der Abbruchwand bereits eine mobile Metso-Siebanlage vom Typ Lokotrack ST2.4. „Nicht selten bekommen wir auch Aufträge für Sonderkörnungen in einer Größenordnung von 2.500 t – beispielsweise 0/22 mm – die allerdings auch innerhalb von drei Tagen fertig sein müssen. Dafür ist das mobile Sieb ideal“, schließt der Werkmeister.

Künftig will sich das Unternehmen noch stärker auf Spezialprodukte farbiger Granitkörnungen konzentrieren, die längst nicht nur zur Dekoration von Wegen und Außenanlagen verwendet werden. Kimo aus dem Südschwarzwald bietet hierfür vielfältige Granit-Farbvariationen aus dem eigenen Steinbruch an.

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