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GLT-Förderpreis 2023: Matthias Fiedler (l.) übergab die Urkunde an den diesjährigen Preisträger Tobias Siekemeyer (r.), der für seine herausragende akademische Ausarbeitung zum Thema „Entsorgungsnotstand für Bauschutt und Erdaushub im Rhein-Main-Gebiet – Auswirkungen, Grenzen und Perspektiven“, ausgezeichnet wurde.
Foto: GLT/ Thomas Panzau, Hamburg
GLT-Förderpreis 2023: Matthias Fiedler (l.) übergab die Urkunde an den diesjährigen Preisträger Tobias Siekemeyer (r.), der für seine herausragende akademische Ausarbeitung zum Thema „Entsorgungsnotstand für Bauschutt und Erdaushub im Rhein-Main-Gebiet – Auswirkungen, Grenzen und Perspektiven“, ausgezeichnet wurde.

Förderpreis im Kabelleitungstiefbau 2023

Entsorgungsnotstand für Bauschutt und Erdaushub

Für seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Entsorgungsnotstand für Bauschutt und Erdaushub im Rhein-Main-Gebiet – Auswirkungen, Grenzen und Perspektiven“ hat Tobias Siekemeyer den Förderpreis 2023 der Gütegemeinschaft Leitungstiefbau e. V. (GLT), Berlin, erhalten.

„Wir verstehen diese Arbeit als Weckruf an unsere Branche, beim Thema Entsorgung von Bauschutt dringend Abhilfe zu schaffen“, unterstrich GLT-Geschäftsführerin Dipl.-Ing. Susanne Hake anlässlich der Ehrung des Preisträgers im Rahmen der GLT-Mitgliederversammlung am 5. Mai 2023 in Bremen. Das Thema sei von hoher Aktualität, so die Bewertung der GLT-Jury. Es sei nicht nur regional relevant, sondern lasse Schlüsse auf das gesamte Bundesgebiet zu. Mit Auswertungen von Interviews und Recherchen, aber auch mit grafischen Darstellungen des Entsorgungsnotstandes, habe Siekemeyer mit seiner Arbeit eine Art Handbuch für Anwender erstellt.

„Überall, wo Bodenaushub stattfindet, haben wir ein Entsorgungsthema“, betonte RA Jörn P. Makko, Hauptgeschäftsführer Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e. V., einleitend in seiner Laudatio auf den Absolventen der Frankfurt University of Applied Sciences im Fachbereich Bauingenieurwesen. Und sowohl bei den GLT-Mitgliedsunternehmen als auch im Rahmen allen akademischen Arbeitens, so Makko, käme Qualität eben nicht von einem „ungefähr“, sondern von einem ganz „genau“. „Sie, Herr Siekemeyer, haben ganz genau hingeschaut, ganz genau analysiert und sehr präzise herausgearbeitet, wo die Schmerzpunkte bei der Entsorgung von Bauschutt liegen und den Blick geweitet für die weitere Problemlösung. Man merkt jeder Seite Ihrer Arbeit die eigene geistige Leistung an“, lobte Makko die für die gesamte Baubranche treffliche akademische Analyse des Preisträgers. Aktuell leiste sich unsere Gesellschaft unter anderem durch ein mangelndes Recycling eine unfassbare Form der Verschwendung. „Sie haben ein Plädoyer geliefert, das hoffentlich national gehört wird“, so Makko abschließend.

Eine genaue Bestandsanalyse

In einer kurzen Präsentation seiner Arbeit skizzierte Siekemeyer die wesentlichen im Gesamtkontext des Umgangs mit Bodenaushub existierenden Pain-Points der Branche. So führe eine kontinuierliche Reduktion der Deponie-Infrastruktur nicht nur im Rhein-Main-Gebiet zu einer Vielzahl ökonomischer und ökologischer Probleme. „Es werden keine neuen Deponien mehr gebaut“, so Siekemeyer. Schon jetzt sei ein Mangel an Deponieraum der Klassen DK 0 und DK 1 deutlich zu beobachten. „Die Folge davon sind längere Transportwege und ein mit der größeren Transportentfernung verbundener erhöhter CO2-Ausstoß.“ Zudem fände eine Inanspruchnahme höherwertigen Deponieraums mit ungefährlichen Abfällen statt. All dies führe nicht nur zu einer unverhältnismäßigen Kostenexplosion im Bereich der Erdarbeiten, sondern sei mit der Zielsetzung eines klimaneutralen Bauens nicht vereinbar. „Wir sind bereits an die Grenzen eines nachhaltigen Wirtschaftens gestoßen“, unterstrich Siekemeyer. Ein besseres und zukunftsfähiges Deponiemanagement könne unter anderem sehr deutlich auf eine zielgerichtete CO2-Einsparung einzahlen. Darüber hinaus seien die aktuelle Unklarheit über die zur Verfügung stehenden Entsorgungsmöglichkeiten, ein Einbahnstraßen- statt eines Kreislaufdenkens und eine unbefriedigende Erfassung der real fließenden Stoffmengen wesentliche Ursachen des deutlich zutage tretenden Problems. „Es gilt nun, auf Basis einer genauen Analyse, einen gezielten Maßnahmenkatalog zu entwickeln und umzusetzen, der dazu beitragen wird, die Gesamtsituation zu verbessern“, erläuterte Siekemeyer.

Der nächste Preis ist ausgelobt

Selbstverständlich läuft bereits die Anmeldung für den nächsten GLT-Förderpreis, der wieder Arbeiten im Bereich Bauwesen, Kabelleitungstiefbau oder auch Energiethemen in diesem Zusammenhang allgemein berücksichtigt. Aufgerufen sind Universitäten und Hochschulen, Arbeiten ihrer Lehrstühle einzureichen, aber auch interessierte Studenten oder Unternehmen der Bau- und Energiewirtschaft, die vielleicht schon Master- oder Bachelor-Arbeiten, die „preisverdächtig“ sind, betreuen. (HS/RED)

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