Foto: Foto: BQF

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Flüssigboden – ein Baustoff mit Potenzial

Flüssigboden ist im Kommen. Dank vieler Vorteile wird er zunehmend im Kanalbau, bei der Verlegung von Hochspannungs-Erdkabeln sowie im Straßen- und Tiefbau genutzt. Der innovative Baustoff stellt bei unterschiedlichen Projekten eine neue Einbautechnologie dar, z.B. bei der Verfüllung von Gräben für Rohre und Leitungen, bei Reparatur- und Abdichtungsarbeiten, bei der Schacht- und Hohlraumverfüllung, aber auch bei der klassischen Bodenverbesserung im Straßenbau oder als Sperrelement im Damm- bzw. Deichbau kann er eingesetzt werden.

Der auch als zeitweise fließfähiger, selbstverdichtender Verfüllbaustoff aus Böden und Baustoffen (ZFSV) bezeichnete Flüssigboden ist vielfältig einsetzbar und zeichnet sich vor allem durch die enorme Fließfähigkeit und Selbstverdichtung aus. Er kann jedoch ebenfalls so hergestellt werden, dass er abdichtende Funktionen als Erdbauwerk übernimmt.

Qualitätszeichen für die FBC GmbH

Für die ordnungsgemäße Herstellung und den qualifizierten Einbau von Flüssigboden ist ein umfassendes Fachwissen sowohl beim Hersteller als auch beim ausführenden Bauunternehmen erforderlich. Die Firma FBC GmbH aus Leipzig hat dies jetzt im Rahmen des Qualitätssicherungsverfahrens der Bundesqualitätsgemeinschaft Flüssigboden e.V. (BQF) nachgewiesen und das Qualitätszeichen für die qualitätsgerechte Herstellung von Flüssigboden nach den Qualitätsrichtlinien der BQF verliehen bekommen. Im Rahmen des letzten Fachkundelehrganges für Flüssigboden in der Nähe von Braunschweig wurde Geschäftsführer Dipl.-Ing. Gerd Beier die Urkunde verliehen.

FBC wurde erst 2016 gegründet, jedoch verfügt Beier über langjähriges Know-how in Sachen Herstellung von Flüssigboden, das er bereits in früheren Unternehmen gesammelt hat. In der später gegründeten Fluessigboden Consult entwickelte und verkaufte er selbst entwickelte Maschinentechnik zur Herstellung von Flüssigboden, bevor der endgültige Einstieg in die eigenverantwortliche Flüssigbodenherstellung erfolgte. Aus diesem Grunde kann FBC alle Bausteine zur qualitätsgesicherten Herstellung von Flüssigboden/ZFSV anbieten. Dazu gehören die eigenentwickelte, im Unternehmen täglich praxiserprobte Mobile Misch- und Dosieranlage (MMD). Passende Bindemittel und Zusätze können empfohlen und geliefert werden. Weiterhin steht FBC beratend zur Seite für die Planung und Ausschreibung von Projekten mit Flüssigboden/ZFSV.

bergabe der Urkunde an Dipl.-Ing. Gerd Beier, Geschftsfhrer der FBC GmbH.Foto: Foto: BQF

Wirtschaftliche Alternative

Die Herstellung von Flüssigboden gerade auch in kleineren Mengen ist nicht unbedingt eine preiswerte Angelegenheit, jedoch kann Flüssigboden einen entscheidenden Vorteil nutzen: Gerade in Zeiten immer knapper werdender Deponieraumkapazitäten, steigender Preise für Entsorgung und Transport von Bauabfällen, kann auf der Baustelle hergestellter Flüssigböden mit Böden aus der Baustelle im Sinne der Kreislaufwirtschaft für dieselbe Baumaßnahme wiederverwendet werden. Somit entfallen Kosten für Abtransport und Entsorgung von möglicherweise belastetem Aushubboden sowie der Kauf und die Transportkosten für neues Bodenmaterial. Damit kann Flüssigboden in vielen Fällen seinen preislichen Nachteil bei der Herstellung wieder wettmachen und oft sogar in einen Vorteil umwandeln.

Flüssigboden kann zudem mit in der Region gewonnenen Böden oder Recycling-Baustoffen hergestellt werden. Zum Einsatz kommen dann aufbereitete Böden oder recycelte mineralische Bauabfälle, die die technischen Anforderungen nach TL BuB E-StB (Technische Lieferbedingungen für Böden und Baustoffe im Erdbau des Straßenbaus) sowie die ökologischen Qualitätsanforderungen erfüllen.

Zur Herstellung als Flüssigboden können Bindemittel unterschiedlicher Hersteller genutzt werden, die eine ausreichende Rückverfestigung gewährleisten (z.B. Kalk und Zement). Außerdem werden zum Erzielen der erforderlichen Fließeigenschaften Zusätze wie Tonmineralien und Verflüssiger sowie Wasser zugemischt.

Die Qualität bei der Herstellung von Flüssigboden kann gewährleistet werden, wenn die Ausschreibung alle notwendigen Angaben enthält, die die erforderlichen Eigenschaften des Flüssigbodens nach der Wiederverfestigung beschreibt. Als Leitfaden kann hier das 2012 von der FGSV veröffentlichte Regelwerk „Hinweise für die Herstellung und Verwendung zeitweise fließfähiger, selbstverdichtender Verfüllbaustoffe im Erdbau“ (FGSV H ZFSV – Heft 563) dienen. Darin ist der aktuelle Wissensstand zum Thema Flüssigboden enthalten.

Logo der Bundesqualittsgemeinschaft Flssigboden e.V.Foto: Grafik: BQF

Qualitätszeichen der BQF

Zum Nachweis der fachlichen Qualität dienen Zertifikate wie das Qualitätszeichen der BQF, die das Hinweisblatt H ZFSV als Grundlage der Qualitätssicherung festgeschrieben haben. In der Qualitätsrichtlinie der BQF wird über die Anforderungen des Hinweisblattes hinaus festgelegt, dass in regelmäßigen Abständen die Fachkunde nachzuweisen ist, eine permanente Eigenüberwachung gemäß Werksnorm unter Einhaltung von strengen Toleranzen bei Wasser- und Bindemittelzugabe zu erfolgen hat und eine Fremdüberwachung nachzuweisen ist, die die Einhaltung der Anforderungen an das Produkt Flüssigboden überprüft.

Die BQF steht für eine bundesweit einheitliche Qualitätssicherung bei der Herstellung und Verarbeitung von Flüssigböden im Rahmen einer neutralen, unabhängigen Überwachung, die durch die Qualitätsrichtlinie der BQF bestimmt wird. Die Qualitätsrichtlinie der BQF wird unter Berücksichtigung des Standes der Regelwerke sowie technischer Innovationen durch den Qualitätsausschuss der BQF, der aus Vertretern der Wissenschaft, Forschung und den Prüfinstituten besteht, fortlaufend aktualisiert und weiterentwickelt. Die Qualitätsrichtlinie beinhaltet die Anforderungen und Durchführungsbestimmungen für die Verleihung und Nutzung des Qualitätszeichens Flüssigboden.

Fazit

Im Erd- und Leitungsbau ergeben sich für den innovativen Baustoff Flüssigboden aufgrund seiner zahlreichen Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren in Zukunft riesige Potenziale. Von enormer Wichtigkeit bei Herstellung und Einbau ist jedoch die Qualitätssicherung. Hier kommt neben der Eigenüberwachung durch den Hersteller der Fremdüberwachung eine zentrale Rolle zu. Nur mit Hilfe der von neutraler Stelle durchgeführten Qualitätssicherung, zertifiziert durch eine Prüforganisation wie der Bundesqualitätsgemeinschaft Flüssigboden e.V., können Bauherr und Bauunternehmer sicherstellen, dass die geforderten Eigenschaften des gelieferten Flüssigbodens eingehalten werden und somit die gewünschte Qualität garantiert ist.

Sebastian Geruschka

www.bqf-fluessigboden.de

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