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Foto: Foto: Volvo CE
Der Kufer kann die ins Auge gefasste Gebrauchtmaschine von einem Servicetechniker des Herstellers auf Herz und Nieren prfen lassen.

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Gebrauchtkauf - Mutprobe oder Planspiel?

Augen auf: Beim Kauf gebrauchter Maschinen sollten nicht nur die Sympathie des Verkäufers und der Füllstand der Betriebskasse ausschlaggebend sein.

Jedes kleine Detail sollte unter die Lupe genommen werden, um sich vor unntigen Kosten zu schtzen.Foto: Foto: Michelin

Viele gebrauchte Maschinen und Anlagen bevölkern derzeit Höfe und Plätze. Ob bei Auktionen, wo oft kaum überschaubare Reihen großer und kleiner Maschinen als attraktive Schnäppchen auf Käufer warten, oder bei Händlern und Vermietern, Möglichkeiten zum Erwerb kostengünstiger Gebrauchtmaschinen gibt es mehr denn je.

Gebrauchtmaschinen haben viele gute Seiten, werfen aber auch Schatten. Zweifellos sind sie günstiger als werksneue, zudem dürften sie nach zig Betriebsstunden kaum noch mit Kinderkrankheiten überraschen und ihre Serviceintervalle müssen nicht mehr sklavisch eingehalten werden, damit keine Garantieansprüche verlischen. Vielleicht ist der Fahrer sogar mit dem Umgang der „neuen Gebrauchten“ vertraut, was Einweisungen und Einarbeiten erspart, und möglicherweise gibt es im Betrieb noch einige Ersatz- oder Verschleißteile für die Gebrauchte, was später den Geldbeutel schonen wird.

Doch nun folgen die Schattenseiten: Wie wurde das vermeintliche Schnäppchen behandelt, wie wurde es im tagtäglichen Einsatz gefordert oder gar überfordert? Zwar ist auf den ersten Blick ersichtlich, in welchem Zustand sich das Äußere der Maschine oder Anlage befindet, schwerer und ungewisser wird es aber mit dem Innenleben. Und das ist reichhaltig, denn an Motor, Getriebe, Achsen, Lenkung, Kraftübertragung, Differenzialen, Pumpen, Steuerblöcken, Ventilen, Zylindern und Kolben kann der Zahn der Zeit schon fleißig genagt haben. Ob mit Gewährleistung oder ohne, bald nach dem Kauf folgende Reparaturen sind stets ärgerlich und ziehen nicht selten einen nervenaufreibenden Rechtsstreit nach sich. Reparaturen aller Art verschlingen nicht nur Ersatzteil- und Monteurkosten, sondern bewirken auch unübersichtlich lange Stillstandzeiten. Die sich daraus ergebenden Produktionsausfälle sind kaum absehbar. Insofern können Gebrauchtmaschinen, die ohne jegliche Gewährleistung betrieben werden, zu beträchtlich größeren Problemen führen als Neumaschinen.

Die einwandfreie Funktion von Teilen, die eine Schlsselfunktion haben, sollte genau untersucht werden.Foto: Foto: LRT

Deshalb sollte sorgfältig erwogen werden, ob Gebrauchte in „Schlüsselpositionen“ eingesetzt werden dürfen. Ganz besonders betrifft das Ladegeräte, denn ihr Ausfall lässt möglicherweise nicht nur mehrere Muldenkipper tatenlos herumstehen, sondern lähmt im schlimmsten Fall den gesamten Betrieb. Anders sieht es aus, sofern eine Stand-By-Maschine verfügbar ist, die nicht seit Jahren unbeachtet vor sich hin rostet, sondern regelmäßig gewartet und betrieben wird. Erheblichen Einfluss auf den tatsächlichen Zustand einer Gebrauchtmaschine übt die Einsatzart aus, die oft nicht gebührend berücksichtigt wird. Große Bedeutung wird stattdessen nur den Betriebsstunden beigemessen. Ein Radlader, der jedoch 5 000 Betriebsstunden ausschließlich in der Rückverladung tätig war und bei laufendem Motor und abspulendem Stundenzähler oft Wartezeiten bis zum nächsten Lkw hatte, wurde gänzlich anders beansprucht als einer, der ebenfalls 5 000 Betriebsstunden im Hartgestein und im Dauereinsatz tätig war. Kam der Lader im Hartgestein wegen seines Rund-um-die-Uhr-Einsatzes in den Genuss guter Wartung und Pflege, der bei der Rückverladung hingegen nicht, kann der erste Eindruck täuschen: Während die eine Maschine nach den 5 000 Betriebsstunden verschlissen, alt und müde wirkt, tritt die andere sauber und gepflegt auf. Die Beanspruchung aller wichtigen Bauteile ist daraus aber keineswegs ersichtlich.

Insofern sollte nachgefragt werden, ob eine Maschine an der Wand, im Abraum, auf der Halde oder bei der Rückverladung tätig war, ob sie im Baustellenbetrieb häufig die Einsätze wechselte, ob sie mit oder ohne Fahrer zeitweise vermietet wurde oder von häufig wechselnden Fahrern bedient wurde. Das deutet nämlich darauf hin, dass diese Fahrer mit der Maschine nicht vertraut waren, sie aus Zeitdruck grob bedienten und ihr wenig Wartung und Pflege zukommen ließen.

Weil niemand so genau wissen kann, wie eine gebrauchte Baumaschine vom Vorbesitzer behandelt wurde und wie hart sie im Einsatz rangenommen wurde, bieten manche Hersteller und deren deutsche Vertriebspartner die Möglichkeit, geprüfte und sogar generalüberholte Maschinen mit entsprechenden Garantien und Gewährleistungen kaufen zu können. So bezeichnet beispielsweise Zeppelin Baumaschinen sein spezielles Programm von Gebrauchtmaschinen, die nach eingehender Prüfung das Qualitätssiegel Cat Certified Used erhalten, als „preiswerte und gleichzeitig vertrauenswürdige Alternative zum Kauf einer Neumaschine“. Im Rahmen von Cat Certified Used wird mindestens ein Jahr Garantie auf Antriebsstrang und Hydraulik geboten.

Zusätzlich werden für die Zertifizierung ausführliche Inspektionen und Öldiagnosen vorgenommen, die ein klares Bild über den Zustand der Maschine abgeben sollen. Die strenge Prüfung der Maschine muss von Caterpillar vorgegebene, einheitliche Kriterien erfüllen. Dazu gehört auch eine Überprüfung, ob und wie gut die Maschine regelmäßig gewartet wurde. Als Anlaufstelle für die umgehend lieferbaren Qualitäts-Gebrauchten stehen sämtliche Zeppelin Niederlassungen und besonders das Zeppelin-Gebrauchtmaschinenzentrum in Alsfeld zur Verfügung. Der Gebrauchtmaschinenkauf in einer Niederlassung bietet zudem den Vorteil, gleich an Ort und Stelle vom Kunden gewünschte Modifikationen vornehmen oder die Maschine mit ausgewählten Anbaugeräten ausstatten zu können. Häufig sind die Niederlassungen der Hersteller und Vertriebspartner mit reichhaltigen Werkstätten ausgestattet, die fast jeden Umbauwunsch für eine Gebrauchtmaschine erfüllen und daher „maßgeschneiderte“
Gebrauchte liefern können.

Genau hinschauen, besonders, wenn wie beim OilQuick-Schnellwechsler auch die Hydraulikleitungen automatisch gekuppelt werden.Foto: Foto: OilQuick

Gebrauchte Maschinen sind auf mancherlei Weise zu entdecken: In den Anzeigenspalten zahlreicher Fachmagazine, im Internet, bei großen Auktionen und natürlich auf den Höfen unzähliger Händler und Werksniederlassungen. Vorteile bieten Händler, die beim Verkauf von Neumaschinen die Gebrauchten in Zahlung nehmen, denn auf diese Weise kennen sie die „Vorgeschichten“ und Einsatzarten. Was auf einem kleinen Bild im Internet und in wenigen Worten am Telefon noch gut wirkt, kann jedoch beim ersten Gegenübertreten „von Angesicht zu Angesicht“ enttäuschend oder sogar schockierend sein.

Der Zustand der Maschine ist schlimmer als erwartet. Aus diesen Gründen ist das persönliche Begutachten einer Maschine grundsätzlich allen Einschätzungen aus der Ferne vorzuziehen. Steht man vor der Maschine, sollte unbedingt ausreichend Zeit für einige genauere Blicke mitgebracht werden, denn die können sich durchaus lohnen. Wie lange hat die Maschine gestanden? Befinden sich unter ihr Ölflecken auf dem Boden? Sind Öltropfen unter dem Motor, an Hydraulikschläuchen und –verbindungen oder –kupplungen? Tritt Fett aus der eventuell vorhandenen Zentralschmierung aus, vielleicht an einem der zu etlichen Lagern und Gelenken sowie Schmierstellen führenden Leitungen? Auf den zweiten und dritten Blick offenbaren sich weitere Vor- oder Nachteile: Wie ist der Zustand des Fahrerhauses, ist es verdreckt, ist die Verglasung ohne Splisse, sind Ablagen und Sitz sauber, sind Boden und Pedale schmutzig? All dies sind Anzeichen für eine mehr oder weniger gut gepflegte und behandelte Maschine, aber auch mögliche Argumente zur Minderung des Kaufpreises.

Deshalb ist es nützlich, Notizblock, Diktiergerät oder auch Digitalkamera mitzubringen, um sich all die Dinge merken zu können, die negativ auffallen. Auch an wichtige Kleinigkeiten sollte gedacht werden: Hat die Maschine überhaupt ein CEZeichen oder gelangte sie über dubiose Wege vom außereuropäischen Ausland zu einem heimischen Händler? Wurde die Maschine so weit umgebaut, dass sie vielleicht nicht mehr der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entspricht? Im Büro des Händlers lassen sich weitere Einzelheiten erfragen: Gibt es für die Maschine ein Bordbuch oder Serviceheft, wurden die Wartungs- und Ersatzteilkosten der letzten Jahre erfasst, auch Angaben über Filter- und Ölwechsel, was bei vielen Maschinen ja sowohl das Motor- wie auch Getriebe- und Hydrauliköl betrifft? Bei recht alten Maschinen oder bei kaum gebräuchlichen Fabrikaten sollte die Verfügbarkeit wichtiger Ersatzteile überprüft werden. Wird erst bemerkt, dass Ersatzteile nur unter großem Recherche- und Telefonaufwand aus fernen Ländern zu erlangen sind, müssen unweigerlich lange Stillstandzeiten der Maschine hingenommen werden. Angesichts der vielen Informationen, die überprüft und erfasst werden sollten, kann es nicht schaden, die ins Auge gefasste Maschine mit einer Checkliste zu besuchen, die Punkt für Punkt durchgegangen und abgehakt wird. Nur so lässt sich einigermaßen sicherstellen, in der doch oft unvermeidlichen Eile nicht doch maßgebliche Fragen und Fakten zu vergessen.

Heikel bei Gebrauchten ist der Zustand der Gummiketten, da innere Schden nicht sichtbar sind.Foto: Foto: Cohrs

Sämtliche Maschinen, die in der Gewinnungsindustrie arbeiten, verdienen Geld für das Unternehmen, indem sie sich bewegen. Ob Radlader oder Bagger, ob Muldenkipper oder Planierraupe, Stillstand bedeutet Ausfall, Bewegung bedeutet Arbeit und damit Verdienst. Das betrifft auch Sieb-, Brecher- und Recyclinganlagen sowie Fördersysteme, denn auch bei ihnen müssen sich viele Teile bewegen. Daher sollten Komponenten und Baugruppen, die wesentliche Bewegungen der Maschine oder Anlage ermöglichen, besonders genau in Augenschein genommen werden, denn ihr Ausfall hat meist gravierende Folgen. Das betrifft bei Radladern, Mobilbaggern und Muldenkippern vornehmlich die Reifen, bei Planierraupen und kompakten Raupenladern hingegen die Ketten. Anders verhält es sich bei Raupenbaggern und raupenmobilen Anlagen, denn sie werden seltener umgesetzt und verdienen ihr Geld „auf der Stelle“. Besonderes Augenmerk verdienen Reifenprofil und –flanken. Sind Schnittstellen im Reifen, ist bereits Gummi herausgebrochen? Bei Radladern und Muldenkippern kann es aufschlussreich sein, einen Blick unter die Achsen zu werfen, denn dort sollten weder austretendes Getriebeöl noch an Ölflecken haftender Staub zu entdecken sein.

Bei Raupenfahrwerken können die Zähne an den beiden Turasrädern verschlissen sein, aber auch die Buchsen der Kettenglieder. Befindet sich der Kettenspanner bereits am Anschlag oder gibt es noch Spielraum? Schwierig gestaltet sich die Beurteilung der Gummiketten von Kompaktmaschinen, denn manche Schäden sind von außen kaum ersichtlich. Bei Gummiketten, die noch recht gut wirken, können im Innern die Stahlarmierungen gebrochen sein und sich an einzelnen Stellen durch das Gummi gearbeitet haben. Manchmal kann der erste Blick täuschen und einen falschen Eindruck erwecken: Leichter Rost an Raupen, Turas, Umlenkrolle und Laufrollen sieht zwar nicht schön aus, muss aber nicht unbedingt auf Schäden oder langen Stillstand hinweisen. Denn Flugrost bildet sich an blankgescheuerten Metallflächen bei ausreichender Luftfeuchtigkeit – ohne Regen! – oft bereits nach einem Tag. Nach einer Woche sind vorher glänzende Flächen braun, matt und unschön. Das passiert nicht nur im Freien, sondern auch bei untergestellten Maschinen in einer Halle, denn Luftfeuchtigkeit gelangt überall hin. Das betrifft übrigens auch Grabgefäße, ob Schaufeln, Löffel, Schneiden oder Zähne, und das Innere von Mulden. Aufgrund von Abrieb und Verschleiß sind bei diesen Teilen die Metallflächen ohne jeden Lack oder andern Schutz der Witterung ausgesetzt. Deshalb lauert Flugrost überall und beginnt schon nach wenigen Stunden Stillstand sein braunfärbendes Werk.

Das Herz jeder Maschine ist der Motor. Er sollte intensiv begutachtet werden.Foto: Foto: Komatsu

Unverzichtbar für alle Maschinen- und Anlagenbewegungen ist der Antrieb; meist schlägt ein Dieselmotor als wackeres Maschinenherz und treibt Getriebe oder Hydraulik
an. Der Motor sollte noch lange gute Dienste leisten, denn sein Austausch wird stets teuer und beinhaltet unvermeidliche, lange Stillstand- und Ausfallzeiten. Die Hydraulik lässt sich hingegen durch den Austausch einzelner Komponenten fit halten. Im Umfeld des Motors wartet viel Arbeit auf einen gewissenhaften „Gebrauchtkäufer“. Der Ölstand sollte kontrolliert werden, ebenso der Zustand von Luft-, Kraftstoff- und Ölfilter, Keilriemenspannungen, Batterie, Lichtmaschine, Lüfter und vieles mehr. Kraftstoff- und Kühlmittelleitungen, Brems- und Hydrauliköl sind hinsichtlich eventueller Undichtigkeiten zu prüfen. Ein Ölfilm weist auf irgendwo austretendes Motor- oder Hydrauliköl hin, Spuren könnten an Hydraulikpumpen oder -motoren entdeckt werden, auch die eines hydrostatischen Antriebes. Sind Schläuche, Leitungen, Kupplungen ölverschmiert oder hängen an ihnen gar Tropfen? Ein modernes Hydrauliksystem ist geschlossen, insofern lassen sich derartige Spuren vom Verkäufer in keiner Weise schönreden. Eine undichte Hydraulik, das unentwegt tätige Muskelschmalz vieler Maschinen, kann nicht nur erhebliche Folgekosten nach sich ziehen, sondern auch Ärger. Wenn nämlich unerwartet so viel Hydrauliköl austritt, dass Boden ausgetauscht werden muss und es möglicherweise sogar zu einer Strafe kommt, hätte bei der doch so günstigen Gebrauchtmaschine besser rechtzeitig ein gealterter Schlauch ausgewechselt werden sollen.

Der Zustand von Zhnen, Zahnhaltern und Schneiden ist bei Gebrauchtmaschinen sehr wichtig.Foto: Foto: ESCO

Beim Begutachten einer Gebrauchtmaschine wird leicht der Zustand des Gebisses vernachlässigt, da anderen Kriterien im Vordergrund stehen. Dennoch sollte nicht übersehen werden, dass der Austausch aller Verschleißteile an Löffel oder Schaufel sowohl Stillstandzeiten als auch erhebliche Zusatzkosten verursacht. Außerdem wird häufig nicht ausreichend beachtet, dass verschlissene Zähne, Zahnhalter, Verschleißplatten und Schneiden an den Grabgefäßen die Förder- und Ladeleistung hemmen und sogar dumme Folgeschäden nach sich ziehen können. Insofern birgt der zunächst vielleicht kaum beachtete Gebissverschleiß diverse kostenfressende Gefahren. Anfänglich steht nur eine gebrauchte Maschine mit einem bestimmten Kaufpreis da. Doch die Kosten für Verschleißteile und die Folgekosten, die durch unnötige Reparaturen verursacht werden, haben später im täglichen Einsatz einen wesentlichen Anteil an den gesamten Betriebskosten. Die Demontage der alten Verschleißteile und die Montage der neuen kann zudem einen erheblichen Kostenfaktor darstellen, weil die dafür unumgängliche Stillstandzeit des gebrauchten Baggers oder Radladers bestenfalls nur einige Minuten dauern kann, schlimmstenfalls aber auch einen halben Tag. Deshalb kann es nicht schaden, sich ausführlicher über die Kosten des entsprechenden Zahn- und Schneidensystems an Löffel oder Schaufel zu informieren. Einige Erfahrung ist zudem nötig, um zwischen den angestrebten (theoretischen) und den tatsächlichen Verschleißteil-Wechselzeiten in der Praxis unterscheiden und auf diese Weise die Stillstand- und Ausfallzeiten kalkulieren zu können. Wird beim unvermeidlichen Wechsel jeder Zahn der ins Auge gefassten Gebrauchtmaschine kaum und nur nach mühsamer Arbeit zu lösen sein? Oder gestattet ein modernes, gut gepflegtes Verschleißteilsystem den Austausch auf ebenso schnelle wie einfache Weise? Der Zustand der Verschleißteile wird sich nicht nur unmittelbar auf die Betriebskosten auswirken, sondern auch indirekt. Arbeitet die Gebrauchtmaschine
aus falscher Sparsamkeit mit abgenutzten Schneiden und Zähnen, sind zum Vortreiben von Schaufel oder Löffel in das Haufwerk höhere Kräfte erforderlich. Gerade das aber belastet Motor, Getriebe, Hydraulik, Gelenke, Lager und andere wichtige Komponenten der ja sowieso nicht mehr neuwertigen Maschine um so stärker, nämlich um ein ganzes Viertel mehr! Die zunächst unbemerkte, aber recht unliebsame Folge ist steigender Kraftstoffverbrauch. Soll die Gebrauchte weiterhin so arbeiten, weil sich „der Austausch der Zähne doch gar nicht mehr lohnt“, werden aufgrund der ständigen Überlastungen irgendwann Ausfälle mechanischer und hydraulischer Komponenten und Systeme folgen. Dann erst wird die vermeintlich so günstige Gebrauchtmaschine richtig teuer...

Besonders gefährlich ist deshalb gerade bei Gebrauchtmaschinen der unbemerkte, „schleichende“ Verschleißfortschritt. In winzigen Schritten reduziert er die Schneid- und Eindringfähigkeit der schon über viele, viele Betriebsstunden verwendeten Löffel und Schaufeln. Dann werden die Arbeitsspiele länger und die Leistung der Gebrauchtmaschine gemindert, die erforderlichen Kräfte werden unnötig erhöht und der Kraftstoffverbrauch steigt von Monat zu Monat. Deshalb kann die intensive Überprüfung des Zustandes von Zähnen, Schneidmessern und des kompletten Grabgefäßes vor dem Gebrauchtkauf langfristig erhebliche Kosten einsparen. Beschädigte Zähne, gebrochene Zahnlaschen und lockere Halterungen führen bald schon zu defekten Zahnadaptern, die irgendwann umständlich ausgetauscht werden müssen. Schaufeln mit stark abgeriebenem Boden besitzen eine geringere Festigkeit als intakte und können an Schwachstellen plötzlich brechen, eine unliebsame Überraschung, die gebrauchte Radlader bereit halten. Bei Schneidmessern erhöhen lockere oder fehlende Schrauben die Belastungen der übrigen Verbindungsteile, was zum Bruch führen wird. Lockere Schrauben weiten über einen längeren Zeitraum Bohrungen auf, wodurch später das Festziehen der Schrauben unmöglich wird. Dann aber werden aufwändige Reparaturen der Gebrauchtmaschine unvermeidlich sein. Bei Baggern kann zudem durch einige vorsichtige seitliche Bewegungen von Löffel bzw. Werkzeug, Löffelschwinge und Auslegerstiel geprüft werden, wie viel Spiel die Lager haben. Beim gebrauchten Radlader sollte die Parallelstellung der Schaufel zum Boden kontrolliert werden. Hat sich die Schaufelführung verstellt, schleifen die rechte oder linke und die Vorder- oder Hinterkante der Schaufel am Untergrund ab. (Heinz H. Cohrs)

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