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Suevit ist unter anderem bei der Pfarrkirche St. Salvator in Nördlingen als Baustein verwendet worden
Foto: Jan-Michael Lange
Suevit ist unter anderem bei der Pfarrkirche St. Salvator in Nördlingen als Baustein verwendet worden

Inhaltsverzeichnis

14,8 Millionen Jahre alt

Gestein des Jahres 2024: Suevit

Unser Gestein des Jahres 2024 steht fest: Suevit. Es ist ein selten vorkommendes Gestein, mehrere Jahrmillionen alt und bereits die Römer verwendeten es als Baustein. Doch was ist Suevit und wo kommt es her?

Normalerweise fällt die Wahl für das Gestein des Jahres auf ein häufig vorkommendes Gestein. So konnte im Jahr 2023 Grauwacke den Titel für sich gewinnen. Für das Gestein des Jahres 2024 haben sich der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) und die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften – Geologische Vereinigung (DGGV) für das seltenere und unbekanntere Gestein Suevit entschieden.

Wo kommt Suevit her?

Vor etwa 14,8 Mio. Jahren ereignete sich im Herzen Süddeutschlands ein kosmischer Einschlag. Damals stürzte ein gigantischer Asteroid mit einem Durchmesser von etwa 1,5 km auf die Erde Bayerns. Laut BDG verursachte der Aufprall eine Schockwelle, die den Untergrund des Gebietes der heutigen schwäbisch-fränkischen Alb erschütterte und gewaltige Mengen an Material in die Atmosphäre schleuderte.

Durch den Asteroideneinschlag ist der sogenannte Impaktkrater Nördlinger Ries mit einem nahezu kreisförmigen Durchmesser von rund 24 km entstanden. Deswegen wird Suevit auch als ein Impaktgestein bezeichnet. Den Fundort des Gesteins des Jahres 2024 beschreibt Dr. Manuel Lapp, Sprecher des Fachkuratoriums, als „einen der besterhaltenen Impaktkrater weltweit“.

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Der Impaktkrater Nördlinger Ries ist durch einen Asteroideneinschlag vor etwa 14,8 Mio. Jahren entstanden
Foto: Jan-Michael Lange
Der Impaktkrater Nördlinger Ries ist durch einen Asteroideneinschlag vor etwa 14,8 Mio. Jahren entstanden

Was ist Suevit?

Suevit setzt sich nach Angaben des BDG aus vielen unterschiedlichen Gesteinen zusammen. Zudem sollen Anteile von ehemals durch den Asteroideneinschlag aufgeschmolzene Materialien enthalten sein. Eine Besonderheit stellen dabei die Minerale Stishovit und Coesit dar, die nur unter extrem hohen Drücken und Temperaturen entstehen. Der BDG beschreibt den Suevit des Nördlinger Ries‘ als ein graues, manchmal rötliches bis grünliches Gestein mit schwarzen glasigen Schlieren und hellen Bruchstücken.

Der Name Suevit stammt vom sächsischen Geologen Adolf Sauer, der den Begriff erstmals im Jahre 1919 prägte. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen Suevia für Schwaben ab und bedeutet „Schwabenstein“.

Wo wird das Gestein des Jahres verwendet?

Schon die Römer sollen das Gestein des Jahres 2024 als Baustein verwendet haben. Denn Suevit lässt sich laut BDG gut bearbeiten. Der Berufsverband zählt als Beispiel diverse Bauwerke auf: die 1505 fertiggestellte St. Georgskirche in Nördlingen mit ihrem 90 m hohen Turm „Daniel“ sowie die Nördlinger Stadtmauer. Um die Wende zum 20. Jahrhundert lassen sich auch überregionale Beispiele finden. Dazu gehört laut BDG die Oberpostdirektion Grottenau in Augsburg (1908), die Außenstelle des Eisenbahn-Bundesamtes in München (1916), das Königlich-Bayerische Postamt am Ostbahnhof in München (ca. 1910), das Haupttelegraphenamt in Berlin (1916) und das Messehaus „Specks Hof“ in Leipzig (1909).

Taufe des Gesteins Suevit

Ende April dieses Jahres wird der Suevit offiziell als Gestein des Jahres 2024 getauft. Der dazugehörige Festakt erfolgt in Kooperation mit dem Unesco Global Geopark Ries, dem RiesKraterMuseum in Nördlingen, der Märker Zement GmbH, dem Bayrischen Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden e.V. (BIV), dem Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, sowie dem Bayrischen Geologischen Dienst im Landesamt für Umwelt (LfU) und der Schwenk Zement GmbH & Co. KG. (MSM/RED)

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