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Das Infrastruktursegment soll bis zum Jahr 2030 von derzeit  2,7 auf 3,3 Billionen US-Dollar wachsen
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Das Infrastruktursegment soll bis zum Jahr 2030 von derzeit 2,7 auf 3,3 Billionen US-Dollar wachsen

Konjunktur

Globaler Bauboom trotzt globaler Krise

Weltweit gibt es mehr Bautätigkeit denn je, so der Deloitte Report mit aktuellen Zahlen und Fakten zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Baubranche.

Der Deloitte Report analysiert die Strategien und die Performance der 100 weltweit größten börsennotierten Baukonzerne im Jahr 2021 und beleuchtet die Zukunftsperspektiven für die Bauindustrie. Die aktuelle, 5. Auflage zeigt, dass die Branche im Vorjahr ein deutliches Wachstum verzeichnen konnte.

Hatten laut der jährlichen Deloitte-Studienserie „Global Powers of Construction" in den vorangegangenen Jahren noch einstellige Umsatzraten beim globalen Bauwachstum vorgeherrscht (2019: 5%; 2020: 3,7%), so legte die Bauwirtschaft im vergangenen Jahr ein sattes Siebtel des bisherigen Bauvolumens zu: Im Geschäftsjahr 2021 konnten die 100 größten börsennotierten Baukonzerne einen Gesamtumsatz von 1,8 Billionen US-Dollar und damit ein beachtliches Plus von 14 % erzielen.

China dominiert weiterhin 

Größten Anteil am weltweiten Bauboom hat auch in der aktuellen Erhebung wieder China, das im Ranking die ersten 6 Plätze belegt und der Billionen-USD-Umsatzgrenze mit 990 Mrd. US-Dollar sehr nahe kommt. In den Top 10 sind insgesamt 8 chinesische Unternehmen aufgeführt, im Vorjahr waren es noch 6. Die Dominanz der chinesischen Unternehmen im globalen Ranking ist vor allem auf die Größe ihres heimischen Baumarktes zurückzuführen. Insgesamt 11 Firmen aus der chinesischen Volksrepublik finden sich in der Top 100.

Die Anzahl wird von Japan übertroffen, das mit 14 Baukonzernen die meisten Firmen in der Top 100 stellt, beim Umsatz mit 189 Mrd. US-Dollar allerdings nicht annähernd an China heranreicht.

Die USA sind ebenfalls mit 14 Firmen in dem Ranking vertreten, aber auch hier wird das Umsatzvolumen (147 Mrd. US-Dollar) Chinas Vormachtstellung bei weitem nicht gefährlich.

Unangefochtener Spitzenreiter ist wieder die China State Construction Engineering Corporation mit einem Umsatz von 293 Mrd. US-Dollar. Das umsatzstärkste Unternehmen Europas folgt gleich nach dem chinesischen Führungsblock auf Platz 7: der französische Konzern Vinci mit einem Umsatz von 58 Mrd. US-Dollar. Die Top Ten werden durch das französische Bauunternehmen Bouygues auf Rang 9 komplettiert.

Europa legt beim Umsatz wieder zu

Europa, der in der Liste zahlenmäßig präsenteste Kontinent (40 Firmen, inklusive Großbritannien), konnte 2021 beim Umsatz endlich wieder zulegen, nachdem das Vorjahr im Minus abgeschnitten hatte: Gut 347 Mrd. US-Dollar verbuchten die größten börsennotierten Baufirmen in Europa, was einem Plus von 9,5 % entspricht.

Rund ein Siebtel des europäischen Umsatzvolumens kommt aus Großbritannien, das mit 11 vertretenen Firmen auch die Anzahl der europäischen Unternehmen in der Top 100 anführt, bei einem Gesamtvolumen von 51 Mrd. US-Dollar. Europameister im Umsatzvolumen ist hingegen Frankreich, dessen 11 gelistete Baufirmen 125 Mrd. US-Dollar umsetzten.

Die Bauer AG, abermals einzige deutsche Firma in dem Top-Ranking, schaffte wie in den Vorjahren den Sprung in die Top 100 und stieg mit einem Jahresumsatz von 1,8 Mrd. US-Dollar von Platz 97 auf Platz 89.

Marktkapitalisierung in Europa am höchsten

Bei der Marktkapitalisierung ist Europa mit einem Anteil von über 35 % führend. Die USA liegt mit deutlichem Abstand (knapp 22 %) dahinter, gefolgt von China (17 %).Die Marktkapitalisierung der weltweit 30 größten Bauunternehmen lag in Summe bei rund 487 Mrd. US-Dollar und war damit um mehr als 10 Prozent höher als im Vorjahr.

Es bestehen aber erhebliche geografische Unterschiede: So konnten die Unternehmen in den USA bei der Marktkapitalisierung im Mittel einen deutlichen Anstieg gegenüber Vorjahr verzeichnen (+26,7 %). Die chinesischen Konzerne mussten hingegen einen Rückgang ihres Gesamtbörsenwerts verzeichnen und kommen auf 17 % Marktkapitalisierung. In Europa führt Frankreich bei der Marktkapitalisierung mit 12,6 %.

Unsichere Marktentwicklung

Im Vergleich mit anderen Branchen hat die globale Bauwirtschaft die Covid-Krise bislang relativ unbeschadet überstanden. Mit aufkommenden Lieferengpässen, dem weltweiten Anstieg von Rohstoffpreisen und zunehmender Unsicherheit auf dem Weltmarkt sehen sich die Bauunternehmen aktuell jedoch mit einigen Hürden konfrontiert. Das Baugewerbe ist nach wie vor ein wichtiger globaler Wirtschaftszweig, der in den meisten Ländern einen beträchtlichen Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht.

Die Gesamtgröße des weltweiten Baumarktes wurde 2021 auf 7,28 Billionen US-Dollar geschätzt und wird bis 2030 voraussichtlich 14,41 Billionen US-Dollar erreichen, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,3 % zwischen 2022 und 2030. Innerhalb dieses Marktes wird das Infrastruktursegment derzeit auf 2,7 Billionen US-Dollar geschätzt und soll bis zum Jahr 2030 3,3 Billionen US-Dollar erreichen. (MAI/RED)

Tipp: Sie wollen mehr wissen? Die Studie stellen wir Ihnen zum Herunterladen zur Verfügung.

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