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Großbagger-Testgelände im Steinbruch

Im Steinbruch der Kalkwerke Oetelshofen bei Wuppertal testet Komatsu Deutschlands größten Bagger. Andreas Pinkwart, Nordrhein-Westfalens Minister für Wirtschaft und Digitales, hat sich die Maschine während seiner Sommerreise angesehen und auf dem Fahrersitz Platz genommen.

Die Komatsu Germany GmbH entwickelt und produziert Baumaschinen an zwei deutschen Standorten. In Hannover werden Radlader und Mobilbagger für den europäischen Markt gefertigt, in Düsseldorf 300 bis 800 t schwere Großhydraulikbagger für den internationalen Tagebau. Beide Werke verfügen über eigene Demonstrationsbereiche, in Düsseldorf können Fahrten mit den Großgeräten aufgrund von Anwohnerprotesten allerdings nicht mehr durchgeführt werden. Die Suche nach einem alternativen Gelände endete knapp 30 km entfernt bei den Kalkwerken Oetelshofen. Am Rande des Steinbruchs wird dafür ein Testareal abgesperrt und ein Gebäude errichtet. Dort sollen zunächst für drei Jahre Maschinentests, Kundenvorführungen und Technikerschulungen stattfinden. Dafür wurde ein 400 t schwerer und 1.400 PS starker PC4000 vom Düsseldorfer Werk in den Steinbruch gebracht - verteilt auf einem Dutzend Tiefladern sowie mehreren Lkw.

Eine Maschine dieser Größenordnung sieht man nicht alle Tage. 326 Maschinen wurden seit 1980 verkauft. Sie sind oft rund um die Uhr im Einsatz und haben zusammen eine Arbeitsleistung von über 11 Mio. h erreicht. Zwei Drittel dieser Großgeräte sind noch in Betrieb – beispielsweise in Australien, Nordamerika, Russland oder Südafrika. in Deutschland gibt es keine lohnenden Einsatzmöglichkeiten für einen Bagger dieser Größe. Mit einem Schaufelvolumen von 22 m3 erreicht er eine Produktionsleistung von bis zu 90.000 t täglich.

Minister Pinkwart steuert den Großbagger

Auf Einladung der Komatsu Germany GmbH hat Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart den Steinbruch der Kalkwerke Oetelshofen in Wuppertal besichtigt. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Geschäftsführung der Komatsu Germany GmbH, Taiichiro Kitatani, Ralf Petzold und Göksel Güner, informierte sich der Minister über den Einsatz digitaler Technologien in modernen Bergbaubetrieben, zum Beispiel bei der Datengewinnung und -analyse auf einer Baustelle der Zukunft. Als überaus interessant bezeichnete Pinkwart, dass bei größeren Infrastrukturprojekten in Japan der Einsatz intelligenter Maschen inzwischen verpflichtend ist. Er werde prüfen, das Thema Smart Construction in seine Digitalstrategie aufzunehmen. Bei seinem Besuch nutzte der Minister die Gelegenheit, den 400 t schweren Hydraulikbagger PC4000 zu führen. Es freue ihn ganz besonders, „dass diese beeindruckenden Technologien in Düsseldorf produziert werden. Mit innovativen Fertigungstechniken und digital vernetzter Produktentwicklung werden hier am Standort Nordrhein-Westfalen die modernsten Maschinen der Welt gebaut“, so Pinkwart.

Taiichiro Kitatani, Vorsitzender der Geschftsfhrung der Komatsu Germany GmbH, und Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister fr Wirtschaft und Digitales in NRW, in den Kalkwerke Oetelshofen.Foto: Foto: David Spoo

Höchste Emissionsstandards

In den Kalkwerken Oetelshofen befindet sich das neueste Modell, ein PC4000-11. Mit der Abgasnorm US EPA Tier 4 final und seinem neuen SCR-Abgasnachbehandlungssystem erfüllt der Bagger die weltweit höchste Anforderung. Die Maschine hat noch weitere Optimierungen erfahren: Mit verlängerten Ölwechselintervallen und einfacherem und sichererem Maschinenzugang ist der Wartungsaufwand nun deutlich geringer. Das neue 45°-Zugangssystem ermöglicht dem Bedien- und Wartungspersonal einen komfortableren und sichereren Zugang zur Maschine. Die Treppe zum Maschinenhaus und die die Treppe vom Maschinenhaus zur Kabine sind damit ausgestattet.
Zwei Notabstiege an zwei Maschinenseiten und eine Notausstiegsluke vom Maschinenhaus zum Dach garantieren einen e hohen Sicherheitsstandard für Wartungs- und Bedienpersonal. Die grundlegend verbesserte klappbare Not-Abstiegsleiter, die durch einen simplen Hebel mit dem Fuß auszulösen ist, bietet bei Gefahr die Möglichkeit, schnell und sicher zu entkommen.

Die speziell konzipierte Frontscheibe aus einer hochfesten, 19 mm starken Sicherheitsglasscheibe, bietet ein Maximum an Sicherheit für den Maschinenbediener. Ein weiteres Plus des neuesten Updates des PC4000 ist das neue Beleuchtungssystem. Bestehend aus neuester LED-Technologie bietet es eine optimale Ausleuchtung des Arbeitsbereiches sowie den Bereich rund um die Maschine.

Das Komtrax Plus 2 System liefert Informationen rund um den Betriebszustand der Maschine in Echtzeit. Das System überwacht alle Daten für ein schnelles und effizientes Handling direkt in der Fahrerkabine. Die Überwachung und Protokollierung der Betriebszustände ermöglicht eine optimale Planung der Wartung und das rechtzeitige Verhindern von Maschinenausfällen. Ein weiteres Highlight ist die grundlegend verbesserte Maschinensteuerung basierend auf einem redundanten Can-Bus-System in Kombination mit Komatsu-Controllern. Sie sind speziell auf die Hydraulik und das Motormanagement abgestimmt und bieten ein Optimum an Zuverlässigkeit.

360°-Kamerasystem

Das neue 360° „Bird-Eye-View“ Kamerasystem ergänzt das Sicherheitskonzept um einen wichtigen Punkt. Die Vogelperspektive, die auf einem Bildschirm in der Kabine angezeigt wird, bietet dem Fahrer die Möglichkeiten Hindernisse, Gefahren und auf die richtige Positionierung des Muldenkippers bei der Beladung zu Erkennen und ggf. Gegenmaßnahmen frühzeitig einzuleiten. Zusätzlich zur Vogelperspektive kann der Maschinenbediener sich über das Touchpanel eine Detailansicht der sieben Kameras direkt anzeigen lassen.

In ein paar Monaten wird der PC4000-11 erneut verladen und auf Reisen gehen. Bei der bauma in München wird er dann das größte Exponat von Komatsu sein. (David Spoo)

Ralf Petzold, Geschftsfhrer der Mining Division von Komatsu Germany GmbH vor dem PC4000.Foto: Foto: David Spoo

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