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Im Innersten der neuen Aufbereitungsanlage des Recyclingcenters Ostschweiz steckt innovative Technik
Foto: Frei Fördertechnik AG
Im Innersten der neuen Aufbereitungsanlage des Recyclingcenters Ostschweiz steckt innovative Technik

Inhaltsverzeichnis

Aufbereitung

Hochwertige Baustoffe dank modernster Baustoffrecyclinganlage

Im Schweizer Kanton St. Gallen wird Bauschutt aufbereitet. Mit der nassmechanischen Anlage der Frei Fördertechnik AG wird der Output erhöht.

In Niederstetten bei Wil ist eine neue Baustoffrecycling- und Bodenwaschanlage entstanden. Diese löst die seit nun bald 2 Jahrzehnten betriebene mobile Anlage ab. Die Einweihung und Eröffnung der innovativen, flexiblen und nach neustem Stand der Technik konzipierte Baustoffrecyclinganlage fand am 11. Mai 2023 statt. Bereits 2018 wurde das Recyclingcenter Ostschweiz, kurz RCO, gemeinsam von der Holcim Kies und der Beton AG und Zürcher Kies und Transport AG gegründet.

Mit der neuen vollautomatischen Anlage bereitet die RCO seitdem belastete Bauabfälle auf und führt diese als hochwertige Materialien in den Baustoffkreislauf zurück. Die RCO verarbeitet 200.000 t Bauabfälle und belasteter Aushub pro Jahr. Mit den daraus zurückgewonnenen Wertstoffen könnten jährlich über 500 Einfamilienhäuser aus nachhaltigem Baumaterial entstehen. Die beiden Firmen Holcim und Zürcher haben sich zum Ziel gesetzt, Innovation im Baustoffrecycling voranzutreiben, Materialkreisläufe noch konsequenter zu schließen und den Ostschweizer Markt mit hochwertigen Baustoffen bedienen. Mit der neuen Anlage sind sie diesem Ziel ein Stück näher gekommen.

Schlüsselfertige Recyclinganlage

Die Frei Fördertechnik AG aus Rubigen übernahm bei diesem Auftrag die Planung, das Engineering mit enger Zusammenarbeit mit der RCO, die Fabrikation, die Montage, die E-MSRL-Steuerung und die Inbetriebnahme der Baustoffrecyclinganlage als schlüsselfertiges Gesamtsystem. Zum Lieferumfang gehörte neben den Anlagenbestandteilen wie Materialaufgabe und Primärbrecherei, Förderbänder, Materialwäsche, Klärtürme, Wasser- und Schlammaufbereitung, Sandaufbereitung, Entfrachtung der Fremdstoffe und Klassierung, Rohrleitungsbau und der dazugehörige Stahlbau ebenso die Lieferung der Ersatz- und Verschleißteile.

Die hochmoderne Verfahrenstechnik sortiert, klassifiziert und dosiert die verschiedenen Materialkomponenten. „Zudem lassen sich Schad- und Fremdstoffe effizient entfernen, was für eine deutlich verbesserte Qualität der Produkte sorgt”, erklärt Stefan Eberhard, Delegierter des Verwaltungsrates. Die so produzierten Baustoffe sind qualitativ hochwertig und normkonform.

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Mit der nassmechanischen Aufbereitungsanlage kann eine breite Palette an Rückständen aus der Baubranche verwertet werden
Foto: Frei Fördertechnik AG
Mit der nassmechanischen Aufbereitungsanlage kann eine breite Palette an Rückständen aus der Baubranche verwertet werden

Durchdachtes Anlagendesign

„Das deklarierte Inputmaterial wie Betonabbruch, Mischabbruch, lehmiger oder kiesiger Aushub, sowie leicht- und schwerbelasteter Schotter vom Gleisrückbau werden per Lkw oder mit der Eisenbahn angeliefert. Danach werden die Chargen zwischen 1.000 und 10.000 t gewaschen», erläutert Hans Brugger, Betriebsleiter von RCO.

Mit 2 Aufgabelinien können die Materialien sortiert und dem Aufbereitungsprozess zugeführt werden. Die Klassierung und die Dosierung der einzelnen Materialkomponenten sind für eine Anlage mit diesen Möglichkeiten nach Betreiberangaben einmalig und sollen eine kundenspezifische Lieferung der Baustoffprodukte garantieren.

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Die Kernelemente der vollautomatisierten Verfahrenstechnik sind die Materialaufgabe und 2 innovative Zweiwalzenbrecher in der Primärbrecherei
Foto: Frei Fördertechnik AG
Die Kernelemente der vollautomatisierten Verfahrenstechnik sind die Materialaufgabe und 2 innovative Zweiwalzenbrecher in der Primärbrecherei

Moderne Aufbereitung

Die Kernelemente der vollautomatisierten Verfahrenstechnik sind die Materialaufgabe und 2 Zweiwalzenbrecher in der Primärbrecherei. Hier wird das Material auf kleiner 63 mm runtergebrochen. Danach gelangt das Material in die Materialwäsche. In der Materialwäsche wird der Kies von Sand und Schlamm befreit. Bei der anschließenden Entfrachtung werden die Fremdstoffe (Metall, Holz, Plastik, etc.) aus dem Kies entfernt.

Der Kies wird mittels Siebmaschinen in die Körnungen 4/8, 8/16, 16/32 und 32/63 fraktioniert. Der 0/4 Sand wird in der Sandaufbereitung gereinigt. Alle Bereiche sind mit Förderbänder verbunden. Die Materiallagerung und Dosierung der Kies- und Sandfraktionen erfolgt in einer Siloanlage mit 32 Materialsilos, welche durch einen Verschiebewagen beschickt werden.

Für das benötigte Waschwasser wird Regenwasser eingespeist und in einem Kreislauf aufbereitet. Dabei wird das Schlammwasser mittels Schräglamellenklärer gereinigt, der Schlamm in einer Filterpresse entwässert und das saubere Wasser in den Prozess zurückgeführt. Das Output-Material: Beton, Mischabbruch und Aushub gehen in Form von Beton zurück in den Betonkreislauf. Der Schotter geht zurück in den Bahnbau. (MAI/RED)

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Die 32 Materialsilos, die durch einen Verschiebewagen beschickt werden
Foto: Frei Fördertechnik AG
Die 32 Materialsilos, die durch einen Verschiebewagen beschickt werden

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