Foto: Uwe Mühlhäusser/Pirtek Deutschland

Wartung

Hydraulikschläuche im Winter schützen

Im Winter sind die Hydraulikschläuche an Mobilmaschinen besonderen Umweltbedingungen ausgesetzt. Worauf Sie bei Kälte, Schnee, Sturm und Frost achten sollten.

Inhaltsverzeichnis

Gängige Hydraulikschlauchleitungen seien auch im Winter sehr robust, betont der Hydraulikservice Pirtek. Die Gummimischungen dieser Schläuche halten Temperaturen im Bereich von – 40°C bis + 100°C stand ohne nennenswerte Beeinträchtigungen. Da sowohl in Deutschland als auch in Österreich derart niedrige Außentemperaturen nirgendwo erreicht werden, sind die Gefahren für Hydraulikschläuche bei Kälte hierzulande kein großes Thema. Dennoch gilt: Wenn Gummi sehr kalt wird, verändern sich seine Materialei- genschaften. Die Schlauch-Innenschichten und Außenschichten bestehen zum Teil aus Elastomeren, die sich bei dauerhafter Kälte verändern – im schlimmsten Fall sogar zersetzen. Dann wird der Gummi zäh und ledrig, die Schläuche werden hart, steif und unelastisch. Das Biegeverhalten der Leitungen verliert an Flexibilität, was besonders kritisch bei Stoßbelastungen wird. Brüche und Risse im Gummi entstehen nun leicht. Je tiefer die Temperaturen sinken und je länger die Schläuche extremer Kälte ausgesetzt sind, desto gravierender die Folgen.

Am Glaspunkt wird Gummi spröde

Bei einer Temperatur von weniger als -40°Celsius (je nach Gummimischung und Härte) erreichen die Gummimischungen dann ihren so genannten Glaspunkt. Dieser beschreibt eine Temperatur, bei der das elastische Verhalten des Werkstoffs gegen Null geht, d.h. der Gummi versprödet derart, dass er bei mechanischen Belastungen bricht wie Glas. Typisches Merkmal einer durch Glasbruch zerstörten Schlauchleitung sind feine radiale Risse an der Oberfläche der Schlauchinnen- und Außenschicht.

Streusalz und Sole

Während Schnee und Nässe zunächst kein Problem für die Gummiummantelung darstellen, bringt der Winter eine Besonderheit mit sich, die den Witterungsbedingungen geschuldet ist: Streusalz und Sole für die Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum. Diese Streugüter greifen sowohl den Gummi als auch die Armaturen an – und vor allem im Winterdienst stellen sie eine Gefahr für die Hydraulikschlauchleitungen dar. Besonders fatal: Wenn Streusalz kleine Schäden an den Leitungen verursacht, werden Nässe und Schnee doch zur Gefahr, da Feuchtigkeit zu den innen liegenden Druck- trägern der Schlauchleitung vordringen kann und diese angreift. Rost entsteht – und zwar relativ flott. Für diese Fälle von nicht völlig intakten und unversehrten Schläuchen stellen Schnee und Nässe dann doch ein Problem dar. Pirtek empfiehlt daher: Prüfen Sie Ihre Fahrzeuge und mobilen Maschinen vor Wintereinbruch oder lassen Sie sie prüfen. Systematische Prüfung und Erneuerung der Leitungen (nach DGUV 113-020) sind nach wie vor der beste Weg, um plötzliche Defekte und damit verbundene Ausfallzeiten zu vermeiden. (US/RED)

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