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Foto: Zimmermann PV-Steel Group
Schwimmende Photovoltaikanlagen haben das Potential, der Energiewende einen entscheidenden Schub zu geben.

Nachnutzung von Gewinnungsstätten

Doppelnutzen durch schwimmende Photovoltaik

Selbst erzeugter Solarstrom kostet auch ohne Förderung deutlich weniger als zugekaufter Strom. Durch die Nutzung von Solarstrom profitieren Unternehmen daher in erheblichem Ausmaß.

Schwimmende Photovoltaikanlagen haben das Potential, der Energiewende einen entscheidenden Schub zu geben. Nach einer Berechnung des Fraunhofer Instituts (ISE) können auf künstlichen Gewässerflächen natur- und umweltverträglich 2,74 GWp Photovoltaikleistung installiert werden. Das entspricht der Kapazität von etwas mehr als zwei Atomkraftwerken. Außerdem hat das ISE Anfang 2021 die Stromerzeugungskosten verschiedener Technologien verglichen. Wie in den Jahren zuvor ist die Photovoltaik deutschlandweit die günstigste Technologie. Die gesunkenen Investitionskosten für Solarmodule und weitere Komponenten führen dazu, dass zunehmend innovative Systeme wie Agri-PV oder Floating-PV zum Einsatz kommen. Mit dem EEG 2021 gibt es ab Oktober klar formulierte Anforderungen für diese „besonderen Solaranlagen“, in denen auch die Bedingungen der Ausschreibung festgelegt werden.

Regionale Stromerzeugung liegt im Trend

Selbst erzeugter Solarstrom kostet auch ohne Förderung deutlich weniger als zugekaufter Strom. Die Strompreise werden einer Studie des Beratungsunternehmens Prognos zufolge auch in Zukunft weiter steigen. Durch die Nutzung von Solarstrom profitieren Unternehmen daher in erheblichem Ausmaß. Neben den finanziellen Vorteilen haben schwimmende Anlagen auch positive Auswirkungen auf die Gewässer. Die Reduktion von Wind und Wellengang verringert laut einer Pressemitteilung der BayWa r.e. die Ufererosion und fördert den Anwuchs von Pflanzen im Uferbereich. Durch die Verschattung der Wasserfläche wird zudem die Verdunstung reduziert. Besonders bedeutend ist die Erzeugung von klimafreundlichem Strom. Solarstrom führt laut Umweltbundesamt über die gesamte Lebensdauer zu 90 % weniger CO2-Emissionen als der derzeitige deutsche Strommix. Zudem gewinnt die regionale Stromerzeugung anstelle von Ökostromimporten zunehmend an Bedeutung.

Solartechnik made in Germany

Mit dem ZIM Float System hat die Firma Zimmermann PV-Stahlbau aus Oberschwaben ein innovatives System für schwimmende PV-Anlagen entwickelt und sich nach eigenen Angaben innerhalb kurzer Zeit als Marktführer in Europa etabliert. Das Besondere an diesem System ist zum einen die hohe Flexibilität, beispielsweise bei der Größe der Module oder den Verankerungsmöglichkeiten, sowie die hohe Stabilität durch die Verbindung von Kunststoffpontons und einer filigranen, aber trotzdem stabilen Stahlstruktur. Das System bietet außerdem neben der hohen Qualität der Komponenten einen ausgereiften Standard für die Installation, die Sicherheit der elektrischen Bauteile sowie für den Arbeitsschutz. Die Ost-West Ausrichtung des Systems ist ideal für den industriellen Eigenverbrauch, da gleichmäßiger – mit geringerer Lastspitze am Mittag – Strom produziert wird.

Durch die durchdachte Konstruktion gewährleistet das System einen sicheren, langlebigen und umweltverträglichen Betrieb mit geringen Einschränkungen der ursprünglichen Gewässernutzung. So wird bei einigen Projekten neben der Energiegewinnung weiterhin aktiv Rohstoff gefördert. Noch sind die Projekte in Deutschland verhältnismäßig klein – das größte Projekt, in dem das ZIM Float System hier zum Einsatz kommt, liegt bei 1,48 MWp. Mit der erwarteten Förderung für innovative Technologien in diesem Bereich werden bald deutlich größere Systeme installiert werden. Wir erwarten, dass sich dieses innovative und vielversprechende System wie in den Niederlanden, wo vor kurzem eine 41 MWp-Anlage von Zimmermann installiert wurde, auch in Deutschland durchsetzt und für die Energiewende einen nachhaltigen Anschub leistet. (US/RED)

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