Der Straßenbau bietet viel Potenzial für Recyclingbaustoffe.
Foto: Volker Müller

Kontraproduktiv für Kreislaufwirtschaft und Deponienotstand

Ersatzbaustoffverordnung: ZDB lehnt Entwurf ab

Der ZDB stemmt sich entschieden gegen den aktuellen Entwurf der Ersatzbaustoffverordnung. Er reklamiert vor allem, Hindernisse für die Kreislaufwirtschaft und den bürokratischen Aufwand.

Inhaltsverzeichnis

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB, sagte: „Wir lehnen den Entwurf der Ersatzbaustoffverordnung entschieden ab. Die darin vorgesehenen Regelungen sind einseitig auf die Belange des Boden- und Grundwasserschutzes fokussiert und verfehlen das Ziel, die Verwertungsmöglichkeiten für mineralische Ersatzbaustoffe zu erweitern und die Marktakzeptanz für Recyclingbaustoffe deutlich zu erhöhen.“

Die Ersatzbaustoffverordnung regelt als Teil der so genannten „Mantelverordnung“ die Anforderungen an den Einbau von mineralischen Ersatzbaustoffen in technische Bauwerke. Nach Einschätzung des ZDB lässt der aktuelle Entwurf des Bundesumweltministeriums nicht erkennen, dass neben umweltpolitischen Aspekten auch Ziele des Ressourcenschutzes und der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt worden sind.

Hoher bürokratischer Aufwand

Pakleppa: „Der zwischen Bund und Ländern erarbeitete Kompromiss sieht indes weitere Verschärfungen bei Materialwerten und Einbauweisen vor, der den bürokratischen Aufwand und damit auch Kosten für den Einsatz von Ersatzbaustoffen erhöht.“

Verschärfung von Grenzwerten

Der ZDB kritisiert u.a. die Streichung der ursprünglichen Regelungen zum Ende der Abfalleigenschaft, die zu keiner Verbesserung der derzeitigen Situation führt. Die Recyclingbaustoffe erfahren als Abfall keine höhere Marktakzeptanz. Weiterhin gehen die Anzeige- und Dokumentationspflichten weit über ein in der Praxis umsetzbares Maß hinaus. Die strengen Überwachungspflichten konterkarieren das Ziel, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz am Bau zu fördern. Auch die vorgesehene Verschärfung von Grenzwerten zur Verwertung von Recyclingbaustoffen sowie die Regelungen zur Zwischenlagerung und zum direkten Wiedereinbau von Ersatzbaustoffen vor Ort gehen an der betrieblichen Praxis vorbei.

Deponieraum wird knapper

„Mit dem Neuentwurf der Ersatzbaustoffverordnung gelingt es nicht, die Nutzung von Recyclingbaustoffen im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu erhöhen. Ressourcenschutz heißt auch, möglichst wenig neuen Boden und Baumaterial zu verwenden. Dazu muss möglichst viel Baumaterial recycelt und nicht auf Deponien entsorgt werden, deren Kapazitäten ohnehin immer knapper werden. Mehr Deponierung und weniger Recycling ist der falsche Weg. Das Bundesumweltministerium ist aufgefordert, hier deutlich nachzubessern, um nachhaltigen Schäden für die Bau-, Abbruch- und Recyclingwirtschaft abzuwenden“, so Pakleppa.

Foto: Foto: BIV

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Positionspapier zur Entsorgungskrise

Die Verbände der bayerischen Bau-, Baustoff- sowie Garten- und Landschaftsbauwirtschaft haben ein gemeinsames Positionspapier "Kreislaufwirtschaft am Bau stärken - teure Entsorgung vermeiden" vorgestellt.

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Bayerische Baubranche möchte Kreislaufwirtschaft stärken

Die Bauverbände in Bayern zeigen Geschlossenheit in der Entsorgungskrise: In einem Positionspapier fordern sie: Kreislaufwirtschaft am Bau stärken – teure Entsorgung vermeiden! Gestützt wird die Initiative von den Verbänden der Bau-, Baustoff- sowie Garten- und Landschaftsbauwirtschaft. Anlass sind u.a. die massiven Kostensteigerungen bei der Entsorgung von Bauabfällen und Bodenaushub.

Foto: Quellen: Statistisches Bundesamt/Monitoring-Bericht Kreislaufwirtschaft Bau

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Kreislaufwirtschaft ist eine Erfolgsgeschichte

Die Kreislaufwirtschaft am Bau läuft rund. Das geht aus dem aktuellen Monitoring-Bericht der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau hervor. Danach werden in Deutschland weiterhin rund 90% aller mineralischen Bauabfälle umweltverträglich verwertet.

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Hohe Verwertungsquoten für Bauabfälle

Seit 1996 veröffentlicht die Initiative Kreislaufwirtschaft Bau, ein Verbund der deutschen Bauwirtschaft, regelmäßig Monitoring-Berichte mit den Daten zum Aufkommen und zum Verbleib mineralischer Bauabfälle. Mitte März nahm Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, den aktuellen Monitoring-Bericht „Mineralische Bauabfälle“ entgegen.

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