Am Autobahnkreuz Hegau bei Singen (Hohentwiel) findet der bundesweit erste Einsatz einer Fly-Over-Rampe statt. Insbesondere bei der Sanierung von Brücken, kann die Rampe als eine Art Behelfsbrücke dienen und der Verkehr kann so über die Baustelle hinwe
Foto: Ministerium fr Verkehr Baden-Wrttemberg/Andreas Rautter

Brückensanierung

Erster Einsatz einer „Fly-Over-Rampe“

Am Autobahnkreuz Hegau bei Singen wurde eine sogenannte „Fly-Over-Rampe“ installiert.

Inhaltsverzeichnis

Der Verkehr kann dabei auf einer provisorischen Fahrbahn über die Baustelle hinweg weitergeführt werden. Das ist bundesweit das erste Mal, dass solch eine Rampe zum Einsatz kommt.

Das Problem

Brücken stellen im Verkehrsnetz oftmals die Achillesverse dar, weshalb die Erhaltung dieser Bauwerke und die Aufrechterhaltung der Verkehrsfunktion von Brücken von besonderer Bedeutung sind. Insbesondere die über die volle Fahrbahnbreite in Querrichtung eingebauten Fahrbahnübergänge, die die Längenänderungen einer Brücke ausgleichen und insoweit das Bindeglied zwischen Brücke und Strecke darstellen, unterliegen einem erhöhten Verschleiß und müssen daher regelmäßig gewartet und alle paar Jahre ausgetauscht werden.

Die Lösung

Solche Arbeiten sind bislang mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen verbunden, da sie üblicherweise unter Vollsperrung oder zumindest teilweisem Fahrspureinzug durchgeführt werden müssen. Abhilfe kann die „Fly-Over-Rampe“ schaffen. Dabei wird eine Behelfsbrücke auf die eigentliche Brücke gebaut. Der Verkehr rollt mit der vollen Anzahl an Fahrspuren, lediglich mit etwas verringerter Geschwindigkeit über die Baustelle hinweg.

Das Pilotprojekt

Da solche Rampen am freien Markt nicht verfügbar sind, hat das Land Baden-Württemberg zur Durchführung des Piloteinsatzes eine Fly-Over-Rampe des Bundesamts für Straßen der Schweiz (Astra) ausgeliehen bekommen. Die räumliche Nähe zur Schweiz war der Grund, warum für das Pilotprojekt das Autobahnkreuz Hegau und dort die Verbindungsrampe von der A 81 aus Stuttgart kommend zur A 98 in Richtung Stockach ausgewählt worden ist.

In einer Nachtaktion wurden die Einzelteile der Überfahrrampe vom Betriebspersonal der NSNW AG aufgestellt und montiert. Dabei sind die 5 m langen und 3,50 m breiten Fahrbahneinzelplatten wie ein Baukastensystem auf unterschiedlich hohen Böcken zu einer 110 m langen und in der Mitte 1,60 m hohen Rampe zusammengebaut worden. Der Aufbau der Rampe dauert in Abhängigkeit der Fahrspuranzahl 8 bis 10 Stunden und kann bei geeigneten räumlichen Randbedingungen sogar unter spurweiser Aufrechterhaltung des Verkehrs erfolgen.

Der Vergleich

Für einen Wirtschaftlichkeitsvergleich der unterschiedlichen Bauverfahren wird im Anschluss an die Pilotanwendung der „Fly-Over-Rampe“ ein weiterer geschädigter Fahrbahnübergang im weiteren Verlauf der Verbindungsrampe konventionell unter Vollsperrung ausgetauscht. Es soll so eine valide Datenbasis für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung geschaffen werden.

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