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Als einen „Recyclingtag der klaren Worte“ bezeichnete der QRB-Vorsitzende Michael Knobel (2.v.l.) abschließend die Veranstaltung.
Foto: ISTE
Als einen „Recyclingtag der klaren Worte“ bezeichnete der QRB-Vorsitzende Michael Knobel (2.v.l.) abschließend die Veranstaltung.

Verbandstagung

„Familientreffen“ der Recycler

Es war ein besonderer Recycling-Tag, zu dem ISTE-Vizepräsident Oliver Mohr in Filderstadt insgesamt rund 270 Teilnehmer aus Unternehmen, Politik, Verwaltung und Wissenschaft begrüßen konnte.

Wenige Wochen nach den baden-württembergischen Landtagswahlen und der Ernennung der neuen Landesregierung gab sich Umwelt-Staatssekretär Dr. Andre Baumann MdL die Ehre. Er ist seit langem gern gesehener Gast auf den Recycling-Tagen, die der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) zusammen mit dem Qualitätssicherungssystem Recycling-Baustoffe (QRB) veranstaltet. „Ihre Themen sind auch unsere“, stellte der Politiker fest und beschrieb im Einzelnen die Aufgaben und Herausforderungen einer künftigen Kreislaufwirtschaft. Dabei spiele das Recycling von mineralischen Baurestmassen mit seinen Millionen von Tonnen eine wesentliche Rolle in Baden-Württemberg, das wie angekündigt bis 2040 klimaneutral werden wolle. Dazu müssten alle Potenziale gehoben werden; neben dem hochqualitativen Recycling im Straßen-, Wege- und Erdbau habe insbesondere Recyclingbeton in diesem Zusammenhang eine große Zukunft, so Baumann. Klimaschutz müsse man als ökologische Pflicht und ökonomische Chance verstehen. Lösungen könne man nur gemeinsam finden. Er kündigte einen Strategiedialog mit den Akteuren der Bauwirtschaft zum Thema „bezahlbarer Wohnraum“ an. Man müsse den Menschen aber auch ehrlich sagen, dass es ohne die weitere Gewinnung von Primärrohstoffen nicht gehen werde. Baumann: „Es muss auch Neuaufschlüsse und Erweiterungen von Gewinnungsstätten geben können!“

Mantelverordnung mit Schwächen

Dem ISTE und dem QRB dankte Baumann für deren Engagement bei der Entwicklung der Mantelverordnung. Diese weise in ihrer ab 2023 gültigen ersten Fassung allerdings noch Schwächen auf, die es in einem Novellierungsverfahren zu korrigieren gelte. „Trotzdem kann es mit der Mantelverordnung nur besser werden“, so Baumann. „Wir sind im Umsetzungs- und Evaluierungsprozess der Mantelverordnung auf das QRB angewiesen“, sagte Baumann und befürwortete in diesem Zusammenhang gemeinsame Projekte, in denen das Land und Recycling-Unternehmen die neue Verordnung in den verbleibenden 1,5 Jahren bis zu ihrem Inkrafttreten auf ihre Praxistauglichkeit prüfen. Der Staatssekretär stellte dem QRB die weitere Anerkennung als Güteüberwachungssystem unter der Mantelverordnung in Aussicht.

Worte, welche Christa Szenkler, Vorsitzende der Fachgruppe Recyclingbaustoffe und Boden im ISTE, gerne hörte. Sie lobte insbesondere die Haltung der Landesregierung zu Neuaufschlüssen und Erweiterungen sowie zur Güteüberwachung durch das QRB. Gleichzeitig warnte sie vor falschen Erwartungen an die Mantelverordnung. Hier habe man versäumt, eine Aussage zu den Themen „Bauherrenverpflichtung“ sowie „Abfallende“ bzw. „Produktstatus“ zu treffen. Dies müsse schnellstens nachgeholt werden. Szenkler ließ die weiteren Herausforderungen an die Branche jenseits der Mantelverordnung Revue passieren. Dazu gehören verschiedene Gesetze in Bund und Land, vor allem aber der Green Deal der EU. (US/RED)

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