Demonstration der Sedimentationsanlage.
Foto: Volker Müller

D-Raintank 3000, KS-Bluebox und Sedimentationsanlage mit Bypass

Funke Kunststoffe ist Problemlöser für den Tiefbauer

Mitte Oktober hatte die Funke Kunststoffe GmbH, Hamm-Uentrop, die Fachpresse zum traditionellen Pressetreff eingeladen. Erneut wurden spezielle Lösungen rund um den Tiefbau präsentiert.

Inhaltsverzeichnis

Dieter Jungmann, Leiter Geschäftsbereich Tiefbau, begrüßte die Teilnehmer der ausgesuchten kleinen Runde im Münsterland. Er betonte gleich zu Beginn, dass Funke sich auf Speziallösungen im Kanalbau fokussiert. Neben dem Trend hin zu hochwertigeren Kanalrohrsystemen konzentriert sich das Unternehmen auf Spezialprodukte wie Rohrverbindungen, Hausanschlüsse, Regenwassermanagement und Bodenbefestigung.

D-Raintank 3000 mit Smallbox

Rudolf Töws, Leiter Technik im Geschäftsbereich Tiefbau, stellte die neuen Ideen und Produkte dann im Detail vor. Er ging zunächst auf den D-Raintank 3000 ein. Das System, auf der Ifat 2018 als komplette Neuentwicklung präsentiert, ist aktuell um Smallbox-Elemente erweitert worden. Das Rigolensystem insgesamt lässt sich schnell und zügig aufbauen, da die Elemente mit rund 10 kg recht leicht sind. „Statisch“, so Töws, „sind wir zurzeit die Besten.“ Das ist wohl mit ein Grund dafür, warum das Produkt „gut im Markt läuft“.

Die Ergänzung um die halbe Box, die sogenannte Smallbox mit einer Bauhöhe von 33 cm, wurde ins Programm genommen, um beispielsweise auf höher anstehendes Grundwasser reagieren zu können. Das komplette System ist zu Inspektionszwecken mit der Kamera befahrbar, da dies von Ingenieurbüros in den Ausschreibungen in der Regel gefordert wird. In einer „trockenen Demonstration“ wurde die Funktionsfähigkeit mit einer Ibak-Kamera gezeigt. Genutzt wird diese Option in der Praxis jedoch kaum.

Verkehrslasten bis SLW 60

Funke blickt auf über zwanzig Jahre Erfahrung bei der Rigolenentwicklung und -produktion zurück. Bereits 1998 begann das Unternehmen mit dem Bau von Boxen, die sich seither im Regenwassermanagement bewähren. Das aktuelle Modell, erneut aus PVC hergestellt, verfügt über eine Speicherfähigkeit von bis zu 97%. Ein herkömmliche Anlage aus Kies oder Schotter bringt es lediglich auf 30 bis 35%. Abhängig von der Überdeckung, ist das Funke-System für Verkehrslasten bis SLW 60 berechnet.

KS-Bluebox als Massenspeicher

Eine Weiterentwicklung dieser Idee ist die KS-Bluebox. Sie besteht aus mit 5 mm PE-Platten ummantelten D-Raintank-3000-Elementen, die im Werk nach Kundenwunsch individuell produziert wird. Vorteil: Der Einbau kann wetterunabhängig erfolgen, wie Töws erläuterte. Das ist bei auf der Baustelle in Folie eingeschweißten Boxen nicht möglich.

Auch diese Boxen sollen den zunehmenden Starkregenereignissen trotzen und als Massenspeicher dienen. Statt das gesammelte Wasser langsam in das umgebende Erdreich zu versickern, kann es gesammelt und bei Bedarf genutzt werden. Töws nannte als Einsatzbereiche Löschwassertanks für die Feuerwehren, da angelegte Löschwasserteiche zunehmend in den heißen Sommern austrocknen. Denkbar ist zudem die Nutzung in der Landwirtschaft für die Bewässerung von Pflanzen oder zum Reinigen von Ställen.

Bereits ab einer Überdeckung von 40 cm können diese Boxen ebenfalls von Pkw befahren werden. Als Bestandteil des Funke-Systems können die werkseitig gefertigten Entlüftungsanschlüsse mit HS-Rohren sowie auf Wunsch ein Inspektionsblock montiert werden.

Die maximale Größe der KS-Bluebox hängt letztlich von der Kapazität des Transportfahrzeugs ab. Es können jedoch auf der Baustelle beliebig viele Elemente miteinander verbunden werden.

Sedimentationsanlage mit Bypass

Töws stellte schließlich noch eine neue Sedimentationsanlage vor. Sie wurde entwickelt, um belastetes Regenwasser von Dachflächen, Park- und Verkehrsflächen zu behandeln, bevor es in die Vorfluter gelangt. Die kompakte Anlage hat eine Höhe von 2,20 m und eine Länge von rund 4,2 m. Für das Einbauen muss also nur relativ wenig Erde bewegt werden. Andere Abmessungen werden auf Anfrage gebaut. In der Standardgröße kann eine Fläche von bis zu 5.000 m² angeschlossen werden. Die Anlage besteht aus zwei Kammern. Im Schlammfang setzen sich die im Regenwasser mitgeführten groben Partikel von Reifenabrieb, Mikroplastik, Feinstaub, Öltropfverluste und Schwermetalle ab. In dem nachgeordneten Abschnitt werden die feineren Sedimente zurückgehalten. Die Strömungsrichtung wird durch eine abgewinkelte Prallplatte vorgegeben.

Bei einem Zufluss von bis zu 8 l pro Sekunde werden beide Absetzräume der Anlage durchflutet. Steigt der Zufluss über 8 l pro Sekunde, wird der Sedimentationsraum durch eine von einem Schwimmer gesteuerte Klappe verschlossen. Dies sorgt dafür, dass Starkregenereignisse über den oberen Bypass direkt abgeleitet werden und die bereits gesammelten Sedimente in der Anlage bleiben. Geht die Regenmenge auf unter 8 l pro Sekunde zurück, öffnet sich die Klappe automatisch wieder.

Ein Tauchrohr im Ablauf hält – egal wie die Steuerungsklappe steht – Schwimmstoffe wie Öl zurück. Größere Schwimmstoffe – etwa Laub – werden immer durch ein Edelstahlsieb zurückgehalten.

25 Jahre HS-Kanalrohre

Vor 25 Jahren begann die Erfolgsgeschichte des HS-Kanalrohrsystems, auf die Dieter Jungmann abschließend einging. Am Anfang gab es die Rohre in den Nennweiten DN/OD 160 und 200. Es folgten Abzweige und Doppelmuffen. Inzwischen umfasst das Rohrsystem Nennweiten von DN/OD 110 bis 800. Die Vollwandrohre werden aus PVC-U hergestellt und haben dank verstärkter Wanddicke eine Mindeststeifigkeit von SN 12 bis SN 16. Damit können sie bei Einbautiefen von 0,5 bis 6,0 m unter Schwerlastflächen bis 60 t eingesetzt werden.

Seit 2012 verfügen alle Rohre über eine Innenbeschriftung. Sie gibt Aufschluss über den Hersteller, die Ringsteifigkeit und das Produktionsdatum. Bei Kamerabefahrungen lässt sich so sehr schnell erkennen, wer was wann eingebaut hat.

Das Rohrsystem beinhaltet heute Formteile, Vario-Muffen, eine Abwasserkontrolle, einen sohlengleichen Anschluss, eine Reinigungsöffnung, diverse Bögen und Schächte sowie ein Rohr-Schneid- und Anfasgerät. Geblieben ist die unterschiedliche Farbgebung der rohe für Regen- (blau) und Schmutzwasser (braun).

Die KS-Bluebox® besteht aus werkseitig mit kunststoffummantelten D-Raintank 3000®-Elementen und dient der Rückhaltung, Speicherung und Nutzung von Regenwasser.
Foto: Funke Kunststoffe GmbH

Regenwassermanagement mit der KS-Bluebox® von Funke

Rückhalten, speichern, nutzen

Während sich die Fachleute über den Klimawandel noch streiten, sind die Auswirkungen auch in Deutschland zunehmend zu spüren: Vermehrt auftretende Starkregenereignisse im Wechsel mit zunehmenden Dürrephasen sorgen sowohl in der Bevölkerung als auch bei Netzbetreibern und Kommunen oder auch in der Landwirtschaft für ein Umdenken im Umgang mit einer unserer kostbarsten Ressourcen. Eine nachhaltige Nutzung ist angesagt, wenn es um die Versorgung von Nutztieren, die Bewässerung von Kulturflächen, die Reinigung von Ställen oder auch die Bereithaltung von Löschwasser geht.

Der innovative D-Raintank kann beispielsweise für die Entwässerung von Dach und Terrasse eingesetzt werden.
Foto: Funke Kunststoffe GmbH

D-Raintank 3000® und Smallbox jetzt mit DIBt-Zulassung

Kontrollierte Entwässerung mit Funke

Die Funke Kunststoffe GmbH bietet Ingenieuren, Stadtplanern, Netzbetreibern und privaten Grundstücksbesitzern die Möglichkeiten, nachhaltig und wirtschaftlich mit der Ressource Niederschlag umzugehen und zukunftsweisende Konzepte zu realisieren. Hinzu kommt: Mit ihren hervorragenden Leistungsparametern und technischen Eigenschaften schaffen diese Produkte – beispielhaft zu nennen sind hier der D-Raintank 3000® oder die D-Raintank 3000 smallbox® – die Grundlage dafür, bestmöglich mit den Unwägbarkeiten der Natur umzugehen und damit mögliche Schadensszenarien einzudämmen und zu minimieren.

Foto: Foto: Volker Mller

Archiv

Funke macht die Welle

Auf der Ifat mit zahlreichen Neuheiten im Gepäck, präsentierte Funke Anfang Juli der Fachpresse bereits weitere Entwicklungen. Darunter gewellte Rohre DN 1000 und ein Schachtprogramm für diverse Anwendungen.

Die Funke Sedimentationsanlage weist eine Höhe von nur ca. 2.200 mm und eine Länge von ca. 4.200 mm auf und ist für eine Anschlussfläche von bis zu 5.000 m² geeignet.
Foto: Funke Kunststoffe GmbH

Funke Sedimentationsanlage

Für einen sauberen Umgang mit Regenwasser

Durch die Regenabflüsse gelangen Schmutzpartikel wie zum Beispiel Schadstoffe aus Reifenabrieb, Mikroplastik, Feinstaub, Öltropfverluste und Schwermetalle in gelöster und gebundener Form in den Regenwasserkanal. Je nach Verschmutzungsgrad und je nach Sensibilität des Zielgewässers ist dadurch häufig eine Behandlung der NW-Abflüsse vor der Einleitung in den Vorfluter erforderlich. Hierfür wurde die horizontale unterirdisch angeordnete Funke Sedimentationsanlage entwickelt. Neben einer sehr guten Reinigungsleistung zählt der nur geringe Wartungsaufwand zu den weiteren Vorteilen beim Einsatz der Anlage, die zur Entwässerung der Flächenkategorien I und II nach Gelbdruck des DWA-A 102 einsetzbar ist.

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