Foto: Foto: Hessische Staatskanzlei

Autobahn GmbH

Hessen bekommt Verkehrszentrale Deutschland

Zum 1. Januar 2021 gehen auch die für die Autobahnen zuständigen Verkehrszentralen der Länder in die Autobahn GmbH über. Dazu wird es eine neue, übergeordnete Verkehrszentrale geben, die ihren Sitz in Hessen haben wird.

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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer übergab am Rande der Verkehrsministerkonferenz Anfang Oktober symbolisch in Form eines Schildes die neue Verkehrszentrale Deutschland an den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

Es ist freilich kein Zufall, dass Hessen mit seinem „House of Logistics and Mobility“ kurz Holm als Sitz der Verkehrszentrale Deutschland ausgewählt wurde. Hessen bekommt keine Niederlassung der künftigen Bundesautobahngesellschaft. Aber als eine Art Entschädigung wird dafür in Frankfurt die Verkehrszentrale Deutschland eingerichtet.

Zudem befindet sich in den Holm-Räumen seit dem vergangenen Jahr die Verkehrszentrale Hessen, die den Verkehr auf den hessischen Autobahnabschnitten steuert und lenkt. Sie ist zwar nicht die einzige Einrichtung ihrer Art in Deutschland, vielmehr finden sich 7 weitere Verkehrszentralen vor allem in Ballungsräumen. Doch die von der Straßenverwaltung Hessen Mobil in jahrelanger Arbeit aufgebaute hessische Zentrale gilt allgemein als vorbildlich. Der hohe Standard der Verkehrszentrale Hessen bei der Digitalisierung und ihre vorbildliche „Nutzerorientierung“ sind denn auch für Stephan Krenz, den Geschäftsführer der Autobahn GmbH, die entscheidende Gründe gewesen, sich für Hessen und das Holm zu entscheiden.

Hessen Mobil stellt Personal

Das Personal für die neue Verkehrszentrale wird von Hessen Mobil kommen. Insgesamt wird die Straßenverwaltung in Wiesbaden, die sich in Zukunft nicht mehr um die Autobahnen kümmern darf, sondern nur noch um die Landesstraßen, 923 Mitarbeiter an die neue Bundesautobahn-Gesellschaft abgeben. Darunter ist auch Achim Reußwig, derzeit noch Dezernatsleiter bei Hessen Mobil und künftig der Chef der Verkehrszentrale Deutschland.

Aufgaben der Masterzentrale

Die Verkehrszentrale Deutschland ist als Masterzentrale dafür zuständig, die Strategie der Autobahn GmbH zum Aufbau und Betrieb des deutschlandweiten Verkehrsmanagements umzusetzen. Sie entwickelt Konzepte, technische Grundlagen und Leitanwendungen im Bereich der Verkehrslenkung und Verkehrssteuerung und gestaltet gemeinsam mit Industrie und Wissenschaft die Entwicklung von Zukunftstechnologien des kooperativen und automatisierten Verkehrs.

Die Verkehrszentrale Hessen wird damit als Verkehrszentrale Deutschland bei der Steuerung des Verkehrs in großräumigen Autobahnkorridoren zwischen den Metropolräumen eine übergeordnete Rolle übernehmen. Darüber hinaus wird zukünftig die Abteilung Verkehrsmanagement der Autobahn GmbH im Holm ihren Sitz haben, der die Verkehrszentrale direkt zugeordnet wird.

Die 8 regionalen Verkehrszentralen bleiben erhalten, sie sollen sich weiterhin um den Verkehrsfluss auf den Autobahnen in den jeweiligen Metropolregionen kümmern.

Die Landespolitik freut es

„Hessen gehört zu den bedeutendsten Verkehrsdrehscheiben in Deutschland und Europa. Durch unser Land verlaufen einige der wichtigsten Verkehrsadern der Republik. Das Frankfurter Autobahnkreuz hat die höchsten täglichen Verkehrsmengen im gesamten deutschen Fernstraßennetz, mehr als 365.000 Fahrzeuge fahren hier tagtäglich. Wir besitzen langjährige Erfahrungen im Ausbau und der Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme. Ich bin mir sicher, dass die neue Verkehrszentrale Deutschland hier in Hessen wesentlich dazu beitragen wird, dass die Verkehrsinfrastruktur im gesamten Bundesgebiet weiterhin leistungsfähig und sicher bleibt“, erklärt Ministerpräsident Volker Bouffier.

„Die Verkehrszentrale Hessen ist seit Jahrzehnten das zentrale Nervensystem der intelligenten Straße. Hier sind die Zuständigkeiten und Kompetenzen für das Verkehrsmanagement auf dem gesamten hessischen Autobahnnetz gebündelt. Rund um die Uhr sind hier die Operatoren im Einsatz, um den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlagen sicherzustellen“, so Verkehrsminister Al-Wazir, der auf das Baustellenmanagement und das mit dem Innovationspreis ausgezeichnete Slotmanagement verwies – beides Instrumente zur Reduzierung von Überlastungen und Staus. „Unser Blick ging dabei schon immer über die Grenzen Hessens hinaus. Bereits vor 20 Jahren nahm sich die Verkehrszentrale Hessen der Frage der länderübergreifenden Verkehrslenkung an, um Alternativrouten auch grenzüberschreitend zu den Nachbarbundesländern anbieten zu können“, so Minister Tarek Al-Wazir.

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