Eurobitume

Leitfaden für sicheres Arbeiten mit Bitumen

Der Leitfaden zur sicheren Anlieferung von Bitumen von Eurobitume wurde aktualisiert und auch die deutsche Fassung ist nun erschienen.

Inhaltsverzeichnis

Bitumen wird meist heiß – bis zu 230 °C – geliefert und teilweise mit Druck entladen. Um dabei das Risiko von Verbrennungen oder Verletzungen, aber auch Schäden der Umwelt und der Ausrüstung, zu minimieren, sind der sichere Umgang mit Bitumen sowie die Einhaltung aller Vorgaben dringend notwendig. Die Förderung und Unterstützung des sicheren Umgangs mit Bitumen eines der vorrangigen Ziele von Eurobitume, dem Interessenverband der Bitumenindustrie in Europa. Ein wichtiger Baustein: der Leitfaden. Er wurde aktualisiert und berücksichtigt nun bewährte Arbeitsmethoden, Sicherheitsstandards und rechtliche Vorgaben und nimmt Bezug auf eine Reihe weiterer Veröffentlichungen Eurobitumes zum Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz.

Unterstützung der Verantwortlichen

In Europa ist es die gesetzliche Verantwortung eines jeden Arbeitgebers, Gefährdungen für Gesundheit und Sicherheit durch Tätigkeiten zu beurteilen und Maßnahmen zu ergreifen, die die Sicherheit von Arbeitnehmern und auch der Öffentlichkeit sicherstellen.

Hier will der Eurobitume-Leitfaden die Beteiligten unterstützen, ihre individuellen Verantwortlichkeiten zu Sicherheits- und Umweltbelangen während des Anlieferprozesses zu erfüllen. Aktualisiert wurde der Leitfaden beispielsweise in Bezug auf veränderte europäische gesetzliche Vorgaben und Änderungen des ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße).

Empfehlungen aus Erfahrungen der europäischen Bitumenindustrie

In den Leitfaden sind Erfahrungen der Mitglieder von Eurobitume eingeflossen – im Wesentlichen aus Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich – inklusive der Umsetzung der Vorgängerversion des Dokumentes, das in ganz Europa angewendet wird. Die Fassung des Leitfadens für Deutschland enthält zudem Anpassungen und Informationen entsprechend den hiesigen Gegebenheiten.

Insofern werden mit dem Leitfaden die Mindeststandards der Industrie für Planung, Ausrüstung und Verfahren unter Berücksichtigung der geltenden Gesetze, Verordnungen, Regelungen und Erfahrungen definiert.

Bewährte Arbeitsmethoden, „Best practise“, werden beschrieben für:

  • Kundenanlieferstelle,
  • Persönliche Schutzausrüstung,
  • Straßentankwagen,
  • Betrieb und Wartung von Kundenlagertanks und Rohrleitungen,
  • Anlieferungsverfahren,
  • bitumenspezifische Schulungen sowie
  • Unterlagen zum sicheren Umgang mit Bitumen.

Schwerpunkt PSA

Jeder, und zwar wirklich jeder, der sich im Umkreis von 6 m zu einem Entladepunkt von Bitumen aufhält, hat die geforderte persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Und dies unabhängig, von dem, was er gerade tut.

Vorgaben für die PSA enthält der Anhang 2 des Eurobitume-Leitfadens zur sichern Anlieferung von Bitumen. Dazu gehören beispielsweise der Industrieschutzhelm, der mit Kinnriemen, Nackenschutz und Vollvisier ausgestattet ist, zusätzlich eine Schutzbrille, hitzebeständige Schutzhandschuhe mit langen Stulpen, ein feuerhemmender Schutzanzug aus 100%-Baumwolle, vorzugsweise mit reflektierenden Markierungen, sowie Sicherheitsstiefel, die schnell ausziehbar sind. Darüber hinaus können übergeordnete Standards und Anforderungen zu beachten sein.

Die PSA muss in ordnungsgemäßem Zustand und für den Einsatzzweck geeignet sein.

Sie muss allen Fahrern vom Transportunternehmen und dem Anlagenpersonal vom Anlagenbetreiber zur Verfügung gestellt werden.

Die PSA muss regelmäßig überprüft, gereinigt und gegebenenfalls ersetzt werden. Die Verantwortlichkeit liegt sowohl beim Benutzer als auch bei demjenigen, der die PSA bereitstellt.

Schwerpunkt Maximale Temperaturen

Für empfohlene und maximale Lagertemperaturen sind die Sicherheitsdatenblätter des Bitumenlieferanten zu beachten. Die Lagertemperaturen dürfen die von Eurobitume festgelegten maximalen Verarbeitungstemperaturen nicht überschreiten.

Schwerpunkt Notduschen

Mindestens eine Notdusche muss im Umfeld um die Entladestelle zur Verfügung stehen.

Es wird empfohlen, die Notdusche mindestens 6 m, aber nicht mehr als 20 m von der Entladestelle vorzusehen.

Ist die Notdusche näher als 6 m an der Entladestelle, muss sie vor den Einwirkungen von möglichen Bitumenspritzern geschützt werden.

Die Notdusche muss für mindestens 15 Minuten eine ausreichende Menge sauberen Wassers abgeben können. Dies gilt auch in Frostperioden!

Falls die Notdusche zeitweise nicht in Betrieb ist, müssen vor der Belieferung geeignete Alternativen eingerichtet sein.

Der Betrieb der Notdusche muss auch in Stresssituationen einfach möglich sein, z.B. durch Fußbetrieb.

Weitere Informationen zu Notduschen hat Eurobitume in dem Dokument „Hinweise zu Notduschen“ zusammengestellt.

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