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Josef Rettenmaier starb mit 98 Jahren
Foto: JRS
Josef Rettenmaier starb mit 98 Jahren

Personalie

Nachruf auf Josef Rettenmaier – eine prägende Persönlichkeit auch für die Asphaltindustrie

Josef Rettenmaier, Mitbegründer und langjähriger Geschäftsführer der heutigen JRS J. Rettenmaier & Söhne GmbH+Co.KG in Rosenberg verstarb am 23. März 2022. Er gab den Anstoß für funktionierende Splittmastixasphalte durch den Einsatz von Zellulosefasern.

1924 geboren, hat er sich weit über die Region hinaus einen besonderen Ruf als innovationsfreudige, mutige und weitsichtige Unternehmer-Persönlichkeit geschaffen. In seiner Person verbinden sich beispielhaft die schwäbischen Charaktereigenschaften Fleiß, Ideenreichtum und Beharrungsvermögen. Seine bescheidene Art und sein offenes, humorvolles Auftreten kennzeichneten seine Lebensphilosophie.

Josef Rettenmaier wirkte darüber hinaus in vielen sozialen, kulturellen, kirchlichen und politischen Organisationen, Einrichtungen und Initiativen. Neben vielen Ehrungen wurde er dafür unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, der Staufer- und der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg und dem päpstlichen Silvesterorden ausgezeichnet.

Ein klassischer Unternehmer

Sein unternehmerisches Handeln war geprägt durch eine langfristig vorausschauende Denkweise mit Ideen, die seiner Zeit weit voraus waren. Sein Lebenswerk war der Ausbau der 1878 gegründeten Getreide- und Ölmühle zu einem der weltweit leistungsfähigsten Industrieunternehmen im Bereich innovativer funktionaler Cellulose- und Pflanzenfaserstoff-Produkte.

Die JRS Pflanzenfaser-Technologie kommt heute in nahezu allen Industriebranchen und Lebensbereichen zum Einsatz. Mit viel Weitsicht ist ihm als versiertem, zielstrebigem Kaufmann ein erfolgreicher Wachstumsprozess im zukunftsweisenden, nachhaltigen Innovationsfeld Pflanzenfasertechnologie gelungen. Dieser Geist prägt die JRS auch eine Generation weiter bis in die heutige Zeit.

Wegbereiter für die Asphaltbranche

In den 1970er Jahren tat sich für die JRS ein weiteres sehr interessantes Betätigungsfeld auf – der Asphaltstraßenbau. Der Einsatz von Splittmastixasphalt mit seinem bitumenreichen Mörtel machte es erforderlich, Faserstoffe als stabilisierende Zusätze in die Rezeptur aufzunehmen. Anfangs waren es Asbestfasern, die auf Grund ihrer kanzerogenen Eigenschaften verboten wurden. Josef Rettenmaier entwickelte im engen Dialog mit der Asphaltindustrie Faserstoffe aus Zellulose, die seit dieser Zeit zum festen Bestandteil der SMA-Rezepturen gehören und die Asbestfasern komplett abgelöst haben.

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