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Foto: Astra
Bei der Baustellen-Brücke wird der Verkehr über die Baustelle geführt

Baustellen

Pilotprojekt für die Baustellen-Brücke kommt

Zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses während Instandsetzungsarbeiten entwickelte das schweizerische Astra eine mobile Baustellenbrücke. Sie wird im nächsten Jahr auf der A 1 zum Einsatz kommen.

Bei der „Astra-Bridge“ handelt es sich um eine temporär befahrbare Brücke, über die der Verkehr geführt wird, während unter der Brücke der Straßenbelag ersetzt wird.

Die mobile Brücke steht auf Rädern. Damit kann sie in Quer- sowie in Längsrichtung verschoben werden. Ist ein Abschnitt der Fahrbahn fertig saniert, kann sie einfach zum nächsten gefahren werden.

Die Brücke ist modular aufgebaut. Rampen, Pfeiler und Zwischenelemente können zu einer Brücke mit bis zu 240 m Länge zusammengesetzt werden. Der Bereich, in dem gebaut werden kann, ist 100 m lang. Flexible Gelenke sorgen dafür, dass auch Kurven gemeistert werden können. So muss die Brücke auch bei Baustellen, die sich über lange Distanzen erstrecken, nicht ab- und wieder aufgebaut werden.

Die Brücke wird nächstes Jahr bei der Sanierung der A 1 zwischen Luterbach und Recherswil ihre Premiere feiern.

Auf dem Weg zur „Rollenden Baustelle“

Der Vorteil liegt auf der Hand: Bei Baustellen werden oft aufwendige neue Spurführungen notwendig, die jeweils an den Baufortschritt angepasst werden müssen. Werden Spuren ganz gesperrt, entsteht Stau. Beim heutigen Verkehrsaufkommen ist es auch nicht so, dass es in den Abendstunden wesentlich ruhiger wird. Und die Arbeit in der Nacht ist einerseits teuer und andererseits zeitlich stark begrenzt. Die mobile Brücke, die mit maximal 60 Stundenkilometern befahren werden darf, löst diese Probleme.

Astra-Direktor Jürg Röthlisberger erläuterte einmal gegenüber der „NZZ am Sonntag“: „Mit dieser Brücke ermöglichen wir erstmals die ‚rollende Baustelle‘ und machen damit einen weiteren großen Schritt zum ‚Bauen, ohne zu stauen‘“. Mit dieser Konstruktion muss man nicht mehr in einer Fahrtrichtung Spuren schließen und den Verkehr durch verengte Spuren und im Gegenverkehr über die Fahrbahn leiten.

Mehr Arbeitssicherheit

Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheit: Jene der Arbeiter wie auch der Verkehrsteilnehmer wird erhöht, wenn sie sich nicht mehr nahe kommen, weil sie sich nicht mehr nebeneinander, sondern auf 2 verschiedenen Ebenen befinden.

Diese Vorteile würden auch die hohen Bau- und Anschaffungskosten von 17 Mio. Franken (15,6 Mio. Euro) relativieren. Denn: Auch das normale Bausystem ist teuer, schließlich müssen dabei stetig Spuren verlegt oder gesperrt und Pannenstreifen fahrtauglich gemacht werden. Dies fällt beim Einsatz der mobilen Brücke weg. Und: Falls die Konstruktion ein Patent erhält, könnte sie Geld generieren, wenn die Idee in anderen Ländern Anklang findet.

Foto: MIL/Ines Meier

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