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Schrämmsägen liefern gute Gesteinsblöcke

Mit einem neu erschlossenen und seit kurzem voll in die Produktion integriertem Steinbruch in Bayern hat die Traco GmbH aus Bad Langensalza ihr Angebot erweitert.

bayern_streinbruch_tracoMit diamantbesetzten „Schrämmsägen“ wird der Dolomit in Blöcke zersägt. Foto: traco

„Bereits seit 2015 haben wir an der Erschließung sowie den notwendigen Planungs- und Genehmigungsverfahren gearbeitet.“ Sogar eine neue Straße wurde gebaut, um die Abbaustätte im Anlautertal im Landkreis Eichstätt besser erreichen zu können, erläutert Geschäftsführer Ulrich Klösser. Zuerst habe man die oberen, nicht verwertbaren Schichten abgetragen und sei jetzt „im guten verwertbaren Kernmaterial“ angekommen.

Die Geschichte dieser Dolomit-Lagerstätte reicht bis in das 1. bis 6. Jahrhundert n. Chr. zurück. Damals baute das Römische Reich den Grenzwall „Limes“ und verbaute dort bereits Dolomit. Danach geriet er in Vergessenheit, wurde im 20. Jahrhundert wiederentdeckt und von Ulrich Klösser nach einigen Recherchen „aufgestöbert“.

Etwa 2000 m3 Dolomit werden hier pro Jahr abgebaut und nach Thüringen gebracht. „Das ist zwar eine beträchtliche Strecke, ist aber generell gegen den Trend, gefragte Gesteine sogar aus dem Ausland zu holen.“ Man habe sich für den Abbau entschieden, weil der sehr harte und hochwertige Dolomit einerseits eine ideale Ergänzung zu dem Langensalzaer Travertin darstellt, welcher bereits seit 1000 Jahren in der Region abgebaut wird. Zusätzlich biete die Lagerstätte mit einem abbaubaren Vorkommen von zwei Mio. m3 eine langfristige Alternative und Ergänzung zu den 10 weiteren Natursteinvorkommen in Kalk- und Sandstein der Traco GmbH in der Rohstoffversorgung an.

Auch der Abbau gestalte sei außergewöhnlich. So wird das jetzt frei liegende „Kernmaterial“ mit sogenannten „Schrämmsägen“ zerlegt, die über ein sieben Meter langes Schwert zum Zerteilen des Dolomits verfügen. Diese ähneln überdimensionalen Kettensägen, wie sie beim Baumfällen zum Einsatz kommen. Aufgrund der hohen Steinhärte sind die Schneiden mit Diamantsegmenten besetzt. „Diese Sägen sind sehr flexibel einsetzbar und liefern uns den Stein in exakten Blöcken ohne Randplatten, mit denen wir im Stammwerk absolut effizient die Rohsteine weiter verarbeiten können, erklärt der Geschäftsführer Ulrich Klösser.

In einem geologischen Gutachten hat der vereidigte Sachverständige Rainer Weber dem Limes-Dolomit exzellente technische Werte bescheinigte. Dank der sehr hohen Magnesium- und der erhöhten Kalzium-Anteile sei dieser als einziger Kalkstein absolut tausalz- sowie wetterbeständig und äußerst kratzfest. Dadurch werde der Reinigungsaufwand und die Erhaltungskosten minimiert. Da der grau-gelbe bis erdbraune Kalkstein, der zu der Gruppe der Carbonatgesteine gehört, kein Verfärbungsrisiko besitzt, ist er für Fassaden, Bodenbeläge, Mauern oder Treppen aber auch Parkanlagen und Fußgängerzonen besonders gut einsetzbar. „Derzeit arbeiten wir schon an über zehn Projekten mit Dolomit.“ Die Nachfrage sei groß und so betrage der Umsatz derzeit schon 10 % der Gesamtproduktion, so Klösser.

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