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Eine erste repräsentative Studie über den Stand der Schweizer Kreislaufwirtschaft ist erschienen.
Foto: Getty Images/iStockphoto
Eine erste repräsentative Studie über den Stand der Schweizer Kreislaufwirtschaft ist erschienen.

Recycling

Viel ungenutztes Potenzial für die Schweizer Kreislaufwirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft in der Schweiz hat grosses Potenzial: Das zeigen die Daten der ersten reprä-sentativen BFH/KOF-Studie bei Schweizer Unternehmen.

Der Innovationsstandort Schweiz mit gut ausgebildeten Fachkräften und hohem Qualitätsstandard hat gute Voraussetzungen, die Chancen der Kreislaufwirtschaft künftig besser zu nutzen. Die heute veröffentlichte Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung, welche die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich und die Berner Fachhochschule (BFH, Departement Wirtschaft) gemeinsam durchgeführt haben. Der auf diesen Daten aufbauende Statusbericht der Schweizer Kreislaufwirtschaft wurde mit Unterstützung von Circular Economy Switzerland und des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) erstellt.

Erst 10% der Schweizer Unternehmen setzen heute substanziell Aktivitäten im Bereich der Kreislaufwirtschaft um und erwirtschaften damit einen massgebenden Anteil ihres Umsatzes. Viele Unternehmen haben in den letzten drei Jahren im Bereich der Kreislaufwirtschaft keine Aktivitäten umgesetzt, oder haben ausschliesslich Aktivitäten zur Steigerung der Effizienz ergriffen. Effizienzsteigernde Massnahmen sind erste wichtige Schritte. Jedoch braucht es für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft mehr. Gefragt sind Aktivitäten zur Schliessung der Kreisläufe (z.B. Mieten statt kaufen, Wiederaufbereitung von Produkten) und zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten (z.B. Reparierbarkeit, Produkt-Upgrades). Wie die heute veröffentlichte Studie zeigt, werden solche Aktivitäten aktuell noch kaum umgesetzt.

Kreislaufwirtschaft zu einer Transformation entwickeln

Die Studie beschreibt darüber hinaus die Unternehmen, die in der Kreislaufwirtschaft tätig sind und die Hürden, welche die Unternehmen aktuell an der Umsetzung dieser Aktivitäten hindern. Basierend darauf werden Rückschlüsse darüber abgeleitet, wie die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft stimuliert werden könnte. Es bestätigt sich, dass die Kreislaufwirtschaft eine Innovationsherausforderung ist. Es mangelt aktuell aber an Möglichkeiten und Wissen, die bestehenden Produkte und Dienstleistungen einer Kreislaufwirtschaft anzupassen. Oftmals können, vor allem kleine Unternehmen, diese Hürden aus eigener Kraft kaum überwinden. Deshalb braucht es attraktive wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, vor allem auch deshalb, weil Unternehmen in Netzwerke von Lieferanten und Abnehmern eingebunden sind und es somit unternehmensübergreifende Initiativen braucht, um im Transformationsprozess voranzukommen. Die Voraussetzungen um die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft in der Schweiz künftig beschleunigen zu können, sind aber gut. Die Schweiz hat bei der Transformation, als eines der innovativsten Länder der Welt, komparative Vorteile, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren. Zudem gibt es schon heute in vielen Branchen Leuchtturmprojekte, die zeigen, dass eine erfolgreiche Transformation durchaus möglich ist. (wm./red.) www.kof.ethz.ch

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