Image
AKW_AKA-SILT_1.jpeg
Foto: AKW Apparate + Verfahren GmbH
Ultrafeine Hydrozyklonklassierung kombiniert mit der Entwässerung von kritischem Sandmaterial: das sog. AKA-SILT-System.

Aufbereitungstechnik

Was Feines gewinnen

Die AKW Apparate + Verfahren GmbH hat das AKA-SILT-System zur optimalen Ultrafeinsandrückgewinnung entwickelt.

Sand zählt nach Wasser zum meist konsumierten natürlichen Rohstoff weltweit. Da Sand nicht nur für Gebäude oder Straßen benötigt wird, sondern auch für Glas, Kosmetika oder Smartphone-Bildschirme, übersteigt der Bedarf bei weitem die natürlichen Vorkommen. Die AKW Apparate + Verfahren GmbH, ein führender Spezialist für nassmechanische Aufbereitung und Umwelttechnik, trägt mit ihren Apparaten, Prozesseinheiten und Anlagen seit mehr als 55 Jahren dazu bei, Sand als wiederverwertbaren Rohstoff für die verschiedensten Industrien aufzubereiten.

Neuer Rückgewinnungsprozess 

Da die meisten bestehenden Sandaufbereitungsanlagen nicht auf eine ultrafeine Sandrückgewinnung ausgelegt sind, geht eine erhebliche Menge an Produkt im Bereich 0-150 µm verloren. Um diesen Verlust an Produkt zu verringern und die Rückgewinnung von feinem Sand zu maximieren, sowie die Belastung von Schlammsedimentationsteichen zu reduzieren, hat sich die F&E-Abteilung der AKW Apparate + Verfahren GmbH intensiv mit der Erarbeitung eines neuen Prozesses beschäftigt. Es folgte die Entwicklung einer maßgeschneiderten technischen Lösung, welche die ultrafeine Hydrozyklonklassierung mit der Entwässerung von
kritischem Sandmaterial kombiniert, dem sog. AKA-SILT-System.

 

Schlammanalyse

Eine grundlegende Basis dieser Entwicklung stellen die Versuche und Probenanalysen im hauseigenen Technikum dar. Das unternehmenseigene Technikum ist mit allen wichtigen Apparaten und Prozesseinheiten ausgestattet, um die notwendigen und wichtigen Schritte nassmechanischer Verfahrensprozesse darzustellen bzw. zu simulieren. Für den spezifischen Prozess des AKA-SILT-Systems wird der optimale Trennschnitt für eine bestmögliche Sandrückgewinnung ermittelt (Ziel in diesem Fall = minimum 50 % wt). Hierfür wird die Schlammprobe analysiert, um folgende Kenngrößen zu erhalten:
- die Korngrößenverteilung
- die Feststoffkonzentration des Schlamms

 

Auf dieser Grundlage konnte AKW Apparate + Verfahren GmbH ein Konzept entwickeln, um einen Teil des Schlamms zurückzugewinnen. In dem nachfolgenden Beispiel liegt der Trennschnitt d50 bei 10-15 µm. Durch spezielle Hydrozyklone und gemäß den Anforderungen und Materialeigenschaften kann der Trennschnitt entsprechend angepasst werden. Das AKA-SILT-System wurde in diesem Fall so ausgelegt, dass die Fraktion >10 µm zurückgewonnen wird, entsprechend einer Rückgewinnungsrate von 50 %.

 

Image
AKW_ Korngrößenverteilung_6.jpeg
Foto: AKW Apparate + Verfahren GmbH Korngrößenverteilung

Der Körnungsbereich des Aufgabematerials liegt im Bereich von 0-150 µm und stammt meist aus den Prozessabwässern von Sandaufbereitungsanlagen. Oftmals sind es Überläufe aus Schöpfrädern oder großen Hydrozyklonen, die auf das Zusatzmodul AKA-SILT aufgegeben werden.

Prozessbeschreibung

Aus einer bestehenden Aufbereitungsanlage wird über eine Pumpe ca. 200 m³/h feststoffbeladenes Prozesswasser einem Pumpensumpf zugeführt. Der Pegel wird über die Füllstandsmessung im Pumpensumpf detektiert. Mithilfe einer Pumpe wird die Suspension auf die erste Hydrozyklonstufe, dem AKA-SPIDER Ringverteiler, aufgegeben. Ein vorgeschalteter Fangfilter, AKA-STRAINER, hält eventuell vorhandene größere Partikel zurück und vermeidet somit Verstopfungen im Ringverteiler, welche zu Veränderungen in der Klassierung führen könnten.

Image
AKW_Erste Hydrozyklonstufe AKA-SPIDER_2.jpeg
Foto: AKW Apparate + Verfahren GmbH Erste Hydrozyklonstufe AKA-SPIDER zur Klassierung.

Das Material wird mithilfe von 50-mm-Polyurethan-Hydrozyklonen AKA-VORTEX bei 10 µm klassiert. Der Hydrozyklonüberlauf
0-10 µm wird in den Sedimentationsteich ausgetragen, wohingegen der Hydrozyklonunterlauf 10-150 µm durch eine Pumpe zur zweiten Hydrozyklonstufe transportiert wird.
Der AKA-SPIDER Ringverteiler, ausgestattet mit 50- mm-Polyurethan-Hydrozyklonen AKA-VORTEX, wird zur Eindickung der Fraktion 10-150 µm eingesetzt. Der Hydrozyklonüberlauf dieser zweiten Stufe wird in den Kreislauf der ersten Stufe zurückgeführt.

Image
AKW_Zweite Hydrozyklonstufe AKA-SPIDER_4.jpeg
Foto: Foto: AKW Apparate + Verfahren GmbH Zweite Hydrozyklonstufe AKA-SPIDER zur Eindickung.

Der ausgetragene Hydrozyklonunterlauf 10-150 µm wird auf das Entwässerungssieb aufgegeben, entwässert und anschließend mit einem Förderband ausgetragen. Der Unterlauf des Siebes wird zurück zum Pumpensumpf geleitet und erneut zyklonisiert, um den verbliebenen Sand zurückzugewinnen. Um die Entwässerungsleistung dieses Siebes zu optimieren sind die Unwuchtmotore mit Frequenzumrichter ausgestattet. Außerdem wird ein Spezialsiebbelag verwendet, der einerseits wenig des feinen Feststoffs in den Unterlauf gelangen lässt, aber andererseits auch noch ausreichend entwässert.

 

Image
AKW_Entwässerungssieb_5.jpeg
Foto: AKW Apparate + Verfahren GmbH Entwässerungssieb, speziell für ultrafeines Material entwickelt.

Produkte

Sowohl der Ultrafeinsand (10-150 µm) als auch der reine Ton (0-10 µm) sind als Produkt für weiterverarbeitende Industrien verkäuflich. Der ultrafeine Sand findet seine Verwendung als Zusatz zu Beton und Mörtel, der reine Ton wird u.a. als Dichtungsmaterial eingesetzt. Analysen haben ergeben, dass dieser im Absetzbecken abgelagerte Ton einen ­hervorragenden Reinheitsgrad aufweist, der seine weitere Verwendung auch in anderen spezifischen Anwendungen, wie z.B. in der Ziegelindustrie ermöglicht.

Zusammenfassung

Aus Umwelt- und wirtschaftlichen Gründen hat die AKW Apparate + Verfahren GmbH ein Verfahren entwickelt, mit welchem Ultrafeinsand zurückgewonnen werden kann. Für diese Anwendung haben sich kleine Hydrozyklonringverteiler in Verbindung mit einem speziellen Entwässerungssieb bewährt. Durch das mehrstufige Verfahren ist es möglich, den Verlust an Produkt zu verringern und die Rückgewinnung von feinem Sand zu maximieren, sowie die Belastung von Schlammsedimentationsteichen zu reduzieren.
Das AKA-SILT-System kann als zusätzliche Einheit in bestehende Anlagen installiert werden und erreicht als 100 % chemikalienfreier Prozess die höchsten Umweltstandards. Mit diesem neuen System kann von einer umweltfreundlichen Apparatur profitiert werden, mit der Feinmaterial aufbereitet werden kann, welches normalerweise
- in Absetzbecken entsorgt wird
- unverkäuflich ist
- recyceltes Wasser verschmutzt
- wertvollen Feinsand enthält
- Flockungshilfsmittel bindet

 

Über AKW Apparate + Verfahren GmbH

AKW Apparate + Verfahren GmbH ist ein international ausgerichteter Spezialist für Verfahrenstechnik, Engineering, Apparate sowie Anlagenbau und Service im Bereich der Mineralienaufbereitung und Umwelttechnik. Auf Basis ihrer verfahrenstechnischen Entwicklungen bietet die Firma praxisorientierte und individuell abgestimmte Lösungen in allen Stufen der Prozesskette. Je nach Einsatzfall werden Anlagen von stationär oder semimobil bis hin zu hochmobil in Containern, auf Abrollrahmen oder Sattelaufliegern geplant und konstruiert. Verfahrensentwicklung und Anlagenbau aus dem Hause AKW Apparate + Verfahren GmbH basieren auf langjähriger Erfahrung, Professionalität und Know-how. Moderne Anlagentechnik und Eigenapparate, kombiniert mit Zukaufelementen, garantieren problemorientierte Lösungen und gleichbleibend hohes und internationales Qualitätsniveau. (Gerhard Kellner / Thibaut Richard, AKW Apparate + Verfahren GmbH)

Durch das mehrstufige Verfahren ist es möglich, den Verlust an Produkt zu verringern und die Rückgewinnung von feinem Sand zu maximieren.

Da die meisten bestehenden Sandaufbereitungsanlagen nicht auf eine ultrafeine Sandrückgewinnung ausgelegt sind, geht eine erhebliche Menge an Produkt im Bereich 0-150 µm verloren.

Sand zählt nach Wasser zum meist konsumierten natürlichen Rohstoff weltweit.

Alle Haldenbänder von Screencore verfügen über einen 3-lagigen Fördergurt mit Gewebeeinlage, was die Anlagen sehr widerstandsfähig macht.
Foto: TTS Trum Technik Service GmbH

Aufbereitungstechnik

Jetzt auch Händler für Bänder

Die Trump Technik Service GmbH ist als Sandvik-Händler bekannt. Nun hat das Unternehmen Screencore mit an Bord genommen.

Bivitec Siebmaschinen sind auf Marsh Mellow Gummihohlfedern gelagert, um ein geräuscharmes Arbeiten und lange Standzeiten zu gewährleisten.
Foto: Binder+Co AG

Aufbereitungstechnik

So lagert Ihr Sieb richtig

Bei der Lagerung von Siebmaschinen herrschen nicht immer märchenhafte Zustände. Diese Tools schaffen Abhilfe.

Foto: Backers Maschinenbau GmbH

Aufbereitungstechnik

Stern und Wind Hand in Hand

Backers stellt ein neues Recycling-Trockenverfahren für die Boden- und Bauschuttaufbereitung vor, bei dem Sternsieb und Windsichtung kombiniert werden.

Am Fußpunkt des 4 km langen Zugangsstollens zum größten Baulos des Brenner Basistunnels stehen zwei raupenmobile Backenbrechanlagen mit Plattenband-Aufgabe und separater Vorsiebmaschine Typ Gipobac B 1185 PB-FDR und Typ Gipobac B 1385 PB-FDR im Einsa
Foto: © argum / Thomas Einberger

Aufbereitungstechnik

Im Tunnel ganz vorn

Im 64 km langen Brenner Basistunnel sind zwei Backenbrechanlagen und eine Aufgabeeinheit an vorderster Front im Einsatz.

Wir haben noch mehr für Sie!

Aktuelle Entwicklungen in der Branche, neue Maschinen und Anlagen, Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte gibt es alle 14 Tage aus unseren Fachredaktionen direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unsere Newsletter an - schnell und kostenlos!
Asphalt & Bitumen Newsletter
 
Straßen- und Tiefbau Newsletter
 
Steinbruch und Sandgrube Newsletter
 
DSB – Die Schweizer Baustoffindustrie Newsletter
 
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.