Geschäftsführer Frank Zander erläutert die Perspektiven von JCB Deutschland.
Foto: Volker Müller

Neue Deutschlandzentrale in Frechen

JCB möchte mehr Marktanteile

Wenn Lord Anthony Bamford, Chairman des britischen Familienunternehmens JCB, nach Deutschland reist, gibt es triftige Gründe. So geschehen bei der offiziellen Einweihung der neuen Deutschlandzentrale in Frechen bei Köln, mit der sich JCB größer aufstellt, um mehr Marktanteile zu generieren.

Inhaltsverzeichnis

Zwei Wochen dauerten die Festlichkeiten am neuen Standort. Den Auftakt machte Bamford, dessen Familie 40 Mio. Euro in die Zentrale investiert hatte, mit einem Meeting der 50 international wichtigsten Händler Anfang Oktober. In der folgenden Woche waren weitere Händler, Kunden und Zulieferer eingeladen, um die Eröffnung im großen Stil zu feiern.

Wachstumschancen durch Neuaufstellung

Im Rahmen dieses Festes erläuterte der Hausherr, JCB-Deutschland-Geschäftsführer Frank Zander, im Rahmen einer Pressekonferenz die Möglichkeiten des neuen Standortes. Vor allem aber informierte er über die Wachstumschancen, die sich mit der Neuaufstellung in Frechen ergeben.

Weltweit drittgrößte Baumaschinenhersteller

Der Baumaschinehersteller ist international gut aufgestellt. 15.000 Menschen werden in 22 Werken beschäftigt. Weltweit, so Zander, werden rund 1 Mio. Baumaschinen pro Jahr produziert. Mit 96.000 Einheiten per anno sieht sich JCB auf Platz 3. Da das Unternehmen überwiegend Kompaktmaschinen herstellt, die preiswerter sind als Großmaschinen, liegt es – gemessen am Umsatz – mit rund 5,1 Mrd. Euro auf Rang 7.

Deutschland ist ein Kernmarkt für JCB

„Deutschland ist ein Kernmarkt für JCB“, sagte Zander, er gehört zu den fünf wichtigsten Märkten, gilt als sicher und vor allem als beständig für den Maschinenbedarf. Der Hersteller ist hier seit fünfeinhalb Jahrzehnten aktiv und insbesondere in den letzten fünf Jahren auch sehr erfolgreich. In diesem Zeitraum verdoppelten sich die abgesetzten Stückzahlen auf rund 4.000 Stück. Gleiches gilt für den Umsatz. Dabei werden 70% in der Baubranche generiert, 30% kommen aus der Landwirtschaft. Das weckt weitere Erwartungen.

JCB Deutschland setzt weiter auf Wachstum

„Die JCB-Produkte passen zum Markt, und mit einem Vertriebsnetz aus engagierten Handelspartnern für Bau-, Industrie- und Landmaschinen haben wir alle Chancen, weiter zu wachsen“, so Zander. Die Zielmarke ist klar definiert. In den kommenden fünf Jahren möchte man die verkauften Stückzahlen noch einmal verdoppeln und den Marktanteil in Deutschland von 7 auf dann 14% ausbauen

First Mover bei Elektromaschinen

Gute Optionen rechnet man sich bei den Teleskopmaschinen aus. Ebenso bei Maschinen mit Elektroantrieb. Hier sieht sich der Hersteller als First Mover, da sein Minibagger in Deutschland bereits zwanzigmal verkauft wurde. Zander sieht hier einen riesigen Markt.

Ein weiterer Renner auf dem deutschen Markt ist der 11 t schwere Hydradig. Der Mobilbagger, der nach einem neuen Konzept konstruiert wurde, soll zu einer eigenen Baureihe ausgebaut werden und zunächst einen schwereren Bruder bekommen.

Große Tiefenfertigung

Alle Werke haben alle eine große Tiefenfertigung. Das erhöht die Wertschöpfung. Drei von vier Motoren baut JCB inzwischen selbst. Kabinen werden bald in einer eigenen Fabrik in England produziert.

Am Standort Frechen sind 150 Menschen beschäftigt. 50% davon in dem neuen Headquarter, die andere Hälfte in dem Vertriebsstützpunkt, der bereits vor zwei Jahren fertiggestellt wurde.

Hohes Schulungs- und Trainingspotenzial

Das deutsche Headquarter bietet reichlich Raum für Trainings von Servicekräften. Dort sollen pro Jahr 3.000 Mitarbeiter von Händlern auf die aktuelle Maschinentechnik geschult werden.

Zudem bleibt genügend Platz im Freien und in den umbauten Arealen für Demos, Vorführungen und Meetings. In gesonderten Werkstattbereichen können Maschinen anwendungsgerecht um- oder nachgerüstet werden.

Gelassene Reaktion auf den Brexit

Den möglichen Brexit sieht Zander gelassen. Nach seiner Einschätzung wird er sich kaum auf das Tagesgeschäft auswirken, denn laut WTO-Abkommen, so der Deutschlandchef, werden 80% aller Baumaschinen zollfrei gehandelt. Und sollte es doch mal eng werden: Frechen bietet ausrechende Kapazitäten für eine Baumaschinenproduktion.

Insgesamt scheinen die 40 Mio. Euro in Frechen also gut angelegt zu sein. „Deutschland ist für JCB ein wichtiger Markt – der zweitgrößte Baumaschinemarkt in Europa und der fünftgrößte der Welt. Mit diesen Investitionen setzt JCB auch in den kommenden Jahren auf weiteres Umsatzwachstum“, sagte Lord Bamford bei seinem Besuch in Frechen.

Frank Zander.

Interview mit Frank Zander, Geschäftsführer von JCB Deutschland.

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