Toni Kiesel, Geschäftsführender Gesellschafter: „Ich bin nach wie vor ein Verfechter der Digitalisierung. Aber man muss die Spielregeln kennen und befolgen.“
Foto: Kiesel

Krimineller Angriff auf die IT

Kiesel-Gruppe übersteht Cyber-Attacke

Bereits Mitte Juni ist die Kiesel-Gruppe Opfer eines Cyber-Angriffs geworden. Er ging einher mit einem Erpressungsversuch. Inzwischen ist die Krise überstanden.

Inhaltsverzeichnis

Der Cyber-Angriff erfolgte an Fronleichnam, den 11. Juni 2020. Auslöser ist ein bösartiger E-Mail-Anhang, der sich zunächst unbemerkt im System ausbreitet und die komplette IT lahmlegt. Alle 50 Standorte der Gruppe in Deutschland, Österreich und Polen sind betroffen.

Untersuchungen der Infrastruktur offenbaren das Ausmaß des Schadens. Weite Teile der IT, allen voran das zentrale ERP-System, sind verschlüsselt. Kurz danach meldet sich der Erpresser mit einer Lösegeldforderung im siebenstelligen Eurobereich, zahlbar in Bitcoins innerhalb von 24 Stunden.

Nicht erpressbar

Doch das Unternehmen lässt sich nicht erpressen. „Es kam für uns zu keinem Zeitpunkt in Frage, auf die Lösegeldforderung einzugehen“, stellt Maximilian Schmidt, Mitglied der Geschäftsleitung und Krisenmanager der Stunde, klar.

Externe IT-Fachleute werden hinzugezogen, um den Schaden zu bewerten und zu beheben. Das zuständige Landeskriminalamt wird eingeschaltet und Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Alle Hardwaregeräte werden überprüft – ein immenser Aufwand.

Vier Wochen ohne zentrale IT

Es gelingt, die Abläufe vorübergehend auch ohne IT aufrecht zu erhalten. In der Zentrale im oberschwäbischen Baienfurt werden währenddessen in mühevoller Kleinarbeit und unter Zeitdruck Server für Server, Bit für Bit gescannt und gereinigt. Nach vier Wochen ist an allen Standorten wieder ein eingeschränkter Betrieb möglich, die Hardware größtenteils wieder einsatzbereit.

Es kann jeden treffen

„Eine solche Attacke kann heutzutage jedes Unternehmen treffen. In der Tat ist es in Deutschland längst keine Frage mehr ob, sondern vielmehr wann“, ist sich Andreas Mendrzyk, Leiter IT bei Kiesel, sicher. „Deshalb nutzen wir die gewonnenen Erkenntnisse dazu, unsere Abwehr völlig neu zu konzipieren und setzen dabei auf modernste Technik und nicht zuletzt die Sensibilisierung jedes einzelnen Mitarbeiters.“

Warnen und Gelerntes weitervermitteln

„Der Angriff traf uns in einem Moment, als wir dachten, wir hätten die Corona-Krise mit einem blauen Auge überstanden“, resümiert der geschäftsführende Gesellschafter Toni Kiesel. „Gerade erst hatten wir die Mitarbeiter aus dem Home-Office und der Kurzarbeit zurück an die Arbeitsplätze holen können und wollten für den Rest des Jahres 2020 Vollgas geben. Doch von einem Moment auf den anderen ging plötzlich gar nichts mehr.“

Die Erfahrungen mit der Cyber-Attacke möchte das Unternehmen nun teilen. Toni Kiesel: „Als Unternehmer kann man von Glück sagen, wenn man seine Organisation sicher durch eine solche Krise führen und daraus lernen kann. Dieses Wissen möchten wir weitergeben, um andere vor solchen Ereignissen zu warnen. Deshalb werden wir diesem Thema im Rahmen der Zukunftskonferenz BAM – Bits and Machines –, die Ende Januar 2021 zum zweiten Mal im Coreum stattfinden wird, entsprechend Raum einräumen.“

Stimmungsbild

So geht´s der Steine- und Erdenindustrie in der Corona-Krise

Am Freitagnachmittag haben wir eine kleine Blitzumfrage unter Herstellern, Betrieben und Verbänden gestartet. Wir wollten wissen: Wie geht es der Branche in der Krise?

Foto: Foto: Kiesel

Archiv

Kiesel-Coreum öffnet im Oktober

Anfang Juli letzten Jahres griffen die Familie Kiesel und ihre Partner zum Spaten und gaben so den Startschuss zum Bauen. Inzwischen ist das Projekt Kiesel-Welt schon recht weit fortgeschritten. Im Oktober wird das Coreum, wie das Technologie-, Innovations-, Weiterbildungs- und Präsentations-Forum nun heißt, eröffnet.

Foto: Foto: Karen Drflinger

Archiv

Mitten ins Herz

Eine ganze Woche lang legte die Familie Kiesel einen Eröffnungsmarathon hin. Die Geburt des Coreums in Stockstadt, das zum Herzen der Baumaschinenwelt heranwachsen soll, will gebührend gefeiert werden. An jenem Freitag, dem 26. Oktober, war der letzte Tag dieser sportlichen Hochleistungswoche angebrochen. Trotz der 500 Gäste vor der Brust eröffnen Tochter, Vater und Großvater den Tag mit einem Interview und verraten, wie sie ihr Herz an Baumaschinen verloren haben.

Das Bundesland stoppt vorläufig die Auszahlung der Corona-Soforthilfe
Foto: Lasha Kilasonia - stock.adobe.com

Recht

Betrügerische Fake-Websites bremsen Corona-Soforthilfe

NRW stoppt Auszahlung von Corona-Zuschüssen wegen Betrugsversuchen +++ Creditreform hilft mit kostenloser Auskunft bei Kreditanträgen +++ die wichtigsten Infos zur Corona-Krise.

Wir haben noch mehr für Sie!

Aktuelle Entwicklungen in der Branche, neue Maschinen und Anlagen, Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte gibt es alle 14 Tage aus unseren Fachredaktionen direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unsere Newsletter an - schnell und kostenlos!
Asphalt & Bitumen Newsletter
 
Straßen- und Tiefbau Newsletter
 
Steinbruch und Sandgrube Newsletter
 
DSB – Die Schweizer Baustoffindustrie Newsletter
 
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.