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Foto: Volker Müller
Bombenauftakt: An den ersten beiden Messetagen zog es viele Fachbesucher bei schönstem Wetter ins Freigelände.

Nordbau 2021

Klasse statt Masse

Strahlende Gesichter, wohin man auch schaut: endlich wieder Live-Messefeeling, endlich wieder miteinander sprechen. Aussteller, Veranstalter und Besucher der Nordbau waren begeistert.

Als am 12. September die Messetore geschlossen wurden, zählte man zwar insgesamt nur rund 26.000 Besucher, doch das dämpfte die positive Stimmung kaum. Die Aussteller lobten insbesondere die gute Qualität des Fachpublikums. Aprppos Aussteller: einige große Namen waren nicht vertreten, etwa Wirtgen, Zeppelin und HKL.

Das Fazit von Dirk Iwersen, Geschäftsführer der Holstenhallen, zum Ende der Nordbau: „Wir haben uns sehr gefreut, dass die Aussteller und Tagungsorganisatoren zusammen mit uns die ganze Zeit daran geglaubt haben, was die Landesregierung uns bereits im Frühjahr signalisierte: Eine Nordbau ohne Besucher- und Flächenbeschränkung kann wieder möglich sein, allerdings mit einem schlanken, aber effektiven Hygienekonzept.“

Tagungen und Sonderthemen stoßen auf viel Interesse

In 52 gut besuchten Seminaren zeigte sich: Der Wunsch nach Austausch in Präsenz ist groß. Knapp 3.000 Teilnehmer nutzten das Fortbildungsangebot der verschiedenen Verbände und Institutionen und bewiesen, dass mit Umsicht und etwas Disziplin Tagungen durchführbar sind.

Auch die großen Themen der diesjährigen Messe stießen auf weitreichendes Interesse. So berichtete die Anlaufstelle für E-Mobilität von großer Nachfrage nach den angebotenen Produkten und Lösungen. Nutzfahrzeuge nachhaltig unterwegs – das ist für immer mehr Baufirmen und kommunale Betreiber ein ausschlaggebender Faktor bei der Neuanschaffung.

Die Sonderschau „Ein zweites Leben für Baustoffe – ressourcenschonend bauen im Hochbau und Tiefbau“ setzte einen eindrucksvollen Schwerpunkt, der bei zahlreichen Akteuren aus Politik und Wirtschaft Neugier und weiterführende Informationslust weckte.

Vielfältiges Angebot

Das Freigelände war von der letzten regulären Nordbau in 2019 kaum zu unterscheiden. Es hat zahlreiche Interessenten angelockt, die endlich wieder die ausgestellten Baumaschinen und - geräte ausprobieren, anfassen und direkte Vergleiche vornehmen konnten. Schon im Vorfeld der Messe war die Vorfreude der Aussteller groß, und diese positive Stimmung war an jedem Messetag zu spüren. Und nicht wenige konnten auch von der Kauffreude der Fachbesucher profitieren. So zeigte sich ein Aussteller von akku- und elektrobetriebenen Baugeräten besonders angetan von guten Verkäufen und interessierten Kunden – gerade auch aus dem kommunalen Sektor.

Mehrere Hundert Schüler informierten sich über verschiedene Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Baubranche direkt vor Ort. Das Programm der Nachwuchswerbung für Bauberufe ist vielen Verbänden und Firmen ein großes Anliegen und so haben sie die Nordjob Bau in diesem Jahr wieder sehr engagiert unterstützt und unterschiedliche Zukunftsperspektiven in der Baubranche höchst anschaulich präsentiert. Auch der erste „Azubi-Cup der Baumaschinensimulatoren“ des Verbandes der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) hat dazu beigetragen, die Faszination von Bauberufen erlebbar zu machen.

Eine Plattform des Austauschs auf allen Ebenen, das konnte die Nordbau in diesem Jahr wieder sein. Pandemiebedingungen und Hygieneauflagen waren für 556 gut vorbereitete Aussteller kein Hinderungsgrund, 26.100 Besuchern interessante Messetage zu gestalten. Besonders groß war das Interesse an Baumaschinen und -geräten auf dem Freigelände, konnten hier doch viele Aussteller deutlich mehr Fachbesucher als in den letzten Jahren auf ihren Messeständen begrüßen. Gemeinsam wurde das Motto „Hier redet man miteinander“ wieder mit Leben erfüllt.

Die 67. Nordbau findet vom 7. bis 11. September 2022 auf dem Messegelände Holstenhallen Neumünster statt.

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Foto: Volker Müller Action: Endlich wieder ran die die Maschinen – die Nordbau machte es möglich.
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Foto: Volker Müller Falk Bösche, Geschäftsführer von Swecon, nennt drei zentrale Trends für Volvo-Maschinen: Digitalisierung, automatische Assistenzsysteme und Elektrifizierung. Die Digitalisierung erstreckt sich von der Beauftragung über den Service bis hin zur Ersatzteilbestellung. Assistenzsysteme wie Load-Assist für Radlader und Pave-Assist für Fertiger erleichtern dem Maschinenführer die Arbeit. Die Elektromobilität für kleine und kompakte Maschinen hat Volvo auf der bauma 2019 vorgestellt. Sie, ist jetzt serienreif. Bis 2030 sollen 30% der Volvo-Maschinen mit alternativen Antriebstechniken angeboten werden.
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Foto: Volker Müller Udo Luysberg, Verkaufsleiter Nord bei JCB, konstatierte, dass alle Maschinen des Herstellers inzwischen mit Euro-5-Motoren angetrieben werden. Zudem erläuterte er die neue Reihe der Minibagger von 3,5 bis 6 t. Auch JCB setzt bei den Antrieben kleiner Baumaschinen zunehmend auf Strom. Die Flotte wird hier sukzessive ausgebaut. Bei großen Maschinen vertraut der Hersteller auf Wasserstoff.
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Foto: Volker Müller Timm Hein, Marketingleiter bei Sany Europe, erläuterte Hintergründe zum chinesischen Hersteller. 2016 gab es einen europäischen Neustart. Seither wurden in dieser Region ca. 2.000 Bagger abgesetzt. Die Produktionskapazität in China liegt bei rund 100.000 Maschinen jährlich. Für europäische Kunden werden sie entsprechend umgerüstet. 90% der Fläche Deutschlands sind zwischenzeitlich durch Händler abgedeckt. Ein wesentliches Verkaufsargument ist laut Hein das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der Geräte. Im Angebot sind seit Herbst letzten Jahres zusätzlich Radlader eines italienischen OEM-Partners.
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Foto: Volker Müller Felix Lippenberger, Verkaufsleiter Deutschland und Luxemburg der Bauer Maschinen GmbH, feierte in Neumünster eine Premiere: Der Hersteller präsentierte seine Produkte zum ersten Mal auf der Nordbau. Auf die Frage, ob es sich denn lohne, diese Spezialmaschinen auf der Messe auszustellen, entgegnete er, dass der Norden Deutschlands eine Menge Potenzial etwa für Großdrehbohrgeräte wie die BG 23 H biete. Diese Maschine dominierte mit ihrer Bauhöhe von gut 22 m den Bauer-Stand.
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Foto: Volker Müller Sébastina Zilyas, Marketing-Manager von Hidromek, ist mittlerweile ein Nordbau-Fan. Von Jahr zu Jahr zeigt das türkische Familienunternehmen mehr Exponate auf der Messe. Zunehmend werden dort neue Maschinen vorgestellt. Diesmal neu dabei ein Kurzheckbagger und Minibagger. Innerhalb von drei Jahren hat der Hersteller ca. 100 Maschinen in Deutschland verkauft. Im Stammwerk in Ankara sind 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das neue Werk wurde auf einer 100 ha großen Fläche gebaut und produziert neben Baggern auch Grader und Radlader.
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Foto: Volker Müller Peter Möller (l.), Geschäftsführer Manske Baumaschinen, und Martin Werthenbach, Verkaufsleiter Hydrema Baumaschinen GmbH, arbeiten seit 2018 zusammen. Seither vertreibt Manske die Hydrema-Maschinen u.a. in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. 15 weitere Händler versorgen den Rest Deutschlands. Bei den in Weimar hergestellten Maschinen handelt es sich nach Einschätzung von Werthenbach um absolute Premium-Produkte, die in ihren Bereichen oftmals den State oft the Art definieren.
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Foto: Volker Müller Wolfgang Vogl, Geschäftsführer der Rototilt GmbH, demonstrierte auf der Messe erstmals den vollhydraulischen Schnellwechsler Quick-Change. Im Mittelpunkt stand der Maschinenschnellwechsler QC65 mit einem Rototilt-R5 im QC65-Sandwich an einem 16 t-Bagger. Vogl zeigte sich davon überzeugt, dass man die Produktvorteile nur bei einer Live-Demonstration vermitteln kann und glaubt an den raschen Erfolg des Systems. Außerdem berichtete der Geschäftsführer, dass das Unternehmen trotz Pandemie wirtschaftlich gut aufgestellt ist und sich erneut personell verstärkt hat.
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Foto: Volker Müller Jens Kleinert, Geschäftsführer der G-Tec Positioning GmbH, ein Unternehmen der Papenburg-Gruppe, setzt voll auf die Digitalisierung. „Wir haben die Zukunft im Blick!“ verkündete der Geschäftsführer und untermauerte diese Feststellung mit einigen Exponaten auf dem Stand. Drohnen und entsprechende Software gestatten es bereits heute, Informationen einfacher zu handeln, etwa bei der Volumenberechnung in der Gewinnung oder im Erdbau. In Steibrüchen kommt das System bereits gut an, in der Baubranche sieht Kleinert dagegen noch in Menge Potenzial.
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Foto: Volker Müller Mathias Voigt, Leiter Vertrieb Nord bei Wacker Neuson, stellte den Kompaktbagger ET65 in den Mittelpunkt seiner Präsentation. Der 6,5-t-Bagger mit Verstellausleger bietet u.a. eine 3-Punkt-Kinematik für mehr Losbrechkraft, Einstechtiefe und Ausschütthöhe. Eine weitere Kernkompetenz des Herstellers sind die Geräte mit E-Antrieben, deren Population bei Baggern, Radladern, Dumpern, Betonrüttlern, Stampfern und Rüttelplatten ständig ausgebaut wird.

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