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Autobahn GmbH

Krenz: Reform läuft auf vollen Touren

Es ist ein Mammutprojekt. Doch der Chef der Autobahn GmbH, Stephan Krenz, zeigte sich vor kurzem optimistisch, dass die Reform bis Anfang 2021 gelingt.

Alles im Plan. So lautet die Kernbotschaft von Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes Stephan anlässlich einer Veranstaltung am 14. Mai in Berlin. Dort erläuterte er – nach Informationen des ZDB –seine Sichtweise zum großen Reformprojekt Autobahn.

Autobahnreformprojekt als Herkulesaufgabe

In seinem Wortbeitrag beschrieb er das vom Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ins Leben gerufene Autobahnreformprojekt als wahre Herkulesaufgabe, heißt es in der ZDB-Mitteilung weiter. So soll und wird die erst im September 2018 gegründete Autobahngesellschaft wie vorgesehen am 1. Januar 2021 die komplette Verantwortung für alle Themen rund um die Autobahnen wahrnehmen. Damit werden Planen, Bau, Erhalt, Betrieb und Finanzierung der deutschen Autobahnen von bislang 16 Bundesländern in eine einzige GmbH mit zehn Niederlassungen, 41 Außenstellen und knapp 200 Autobahn-/Fernmeldemeistereien transformiert und damit fortan unternehmerisch aus einer Hand geführt. Damit verbunden ist der Übergang von 15.000 Menschen, einer großen Anzahl von Sachmitteln, Immobilien und Werkswohnungen sowie 1.400 IT-Systemen. Krenz bezeichnete diese Transformation als das größte infrastrukturpolitische Raumprojekt der letzten Jahrzehnte.

Verzögerungsgerüchte um das Reformprojekt

In seiner Rede stellte Krenz klar, dass das Reformprojekt nach einigen kleineren Anlaufschwierigkeiten nunmehr auf vollen Touren laufe. Bildlich verwies er bei dieser Reformreise auf das eine oder andere Schlagloch, so manchen Stau und zähfließenden Reform-Verkehr, um den Start aber in Summe als gelungen zu bezeichnen.

Zu den aktuell kursierenden Gerüchten über Zeitverzögerungen beim Reformprojekt wollte sich Krenz nicht äußern. Er betonte stattdessen, dass die Autobahn GmbH des Bundes wie geplant zum 1. Januar 2021 ihren Betrieb aufnehmen und damit die Verantwortung für die Autobahnen übernehmen werde. Der gesetzliche Auftrag werde damit umgesetzt. Gleichzeitig mahnte er, dass dabei aber auch die Stabilität des Betriebs und der Projekte Vorrang haben und die Projekte nicht gestört werden dürfen. So „müsse man hier teilweise sehr pragmatisch vorgehen“, führte der Autobahn-Vorsitzende weiter aus, um „einen reibungslosen Übergang“ des Betriebs folgen zu lassen.

Transformationsprozess mit 15.000 Beschäftigten

In seinen weiteren Ausführungen machte er deutlich, dass die notwendigen Transformationsprozesse nur in Zusammenwirken mit allen Beteiligten umzusetzen seien. Dabei hob Krenz die 15.000 über die gesamte Bundesrepublik verteilten Beschäftigten als das Rückgrat für die erfolgreiche Durchführung der vielen anstehenden und teilweisen neuen Aufgaben hervor. Weiter

bezeichnete er die Wahl einer GmbH in Anbetracht der zukunftsweisenden Themen als sehr klug gewähltes Modell. So sieht er darin ein innovationsorientiertes Geschäftsmodell, eine konsequente Umorientierung, die Aussicht einer Gesamtbetrachtung des Netzes sowie die Möglichkeit, einheitlich und effizienzorientiert das Unternehmen steuern zu können.

Digitalisierung und BIM

In seinen Ausführungen zum neuartigen Geschäftsmodell machte Krenz die Chance deutlich, dass bei Überführung von 16 Organisationen in eine Einzige eine einheitliche Innovationsstrategie für ganz Deutschland entworfen und umgesetzt werden könne. Bei den Innovationen verspricht er sich u.a. von der Digitalisierung zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Dazu soll die Gesellschaft vor allem Themen wir Building Information Modeling (BIM) sehr aktiv angehen. Weiter soll die Digitalisierung auch bei „den Kunden“ ankommen, damit meint Krenz die Autobahnnutzer bzw. Konzepte zur Stauvermeidung, zur Reduktion von Schadstoffen, zur Elektromobilität und zum Zukunftsthema autonomes Fahren voranzutreiben.

Vergabemodelle neu aufstellen

Krenz möchte zudem innovative Abläufe zu erreichen. Damit richtete er sich ausdrücklich an die Bauwirtschaft. So sollen „Planungsvergabe und Ausführungsprozesse auch innovativ“ angegangen und neu aufgestellt werden. Krenz stellte dazu in seiner Rede die Zukunft der „höchst detaillierten Aufstellung und Ausschreibung in einem reinen Preiswettbewerb und eines relativ konfliktorientierten Modells in der Ausführung“ deutlich in Frage. Es sei nicht sicher, ob Bauprojekte so in Zukunft effizient, zeit- und kostengerecht abgewickelt werden können. Explizit stellt er dabei die Frage nach innovativen Lösungen im Vergaberecht in den Raum.

Effizienzsteigerungen

Im Rahmen der avisierten einheitlichen Steuerung kritisierte Krenz die derzeit nicht vorhandene einheitliche Steuerung mit unterschiedlichen Prozessen, Mechanismen und Ansätzen. Die Autobahngesellschaft sei eine rein zwecklich organisierte Gesellschaft, um diese Prozesse zu vereinheitlichen sowie kaufmännisch und unternehmerisch zu steuern. Obgleich Krenz Entscheidungskompetenzen vor Ort lassen will, wird es eine neue Steuerung geben, die qualitäts- und effizienzorientiert aus einer Hand erfolgen soll. Dazu gehören z.B. bundesweite Qualitätsstandards, die Etablierung von einheitlichen Prozessen und Vorteile bei der Bündelung von Einkäufen.

Schließlich beschreibt Krenz beim Thema Effizienzorientierung die einheitliche Betrachtung des gesamten Lebenszyklus` von Bauprojekten, d.h. Planung, Bau, Betrieb, Erhalt und die Finanzierung eines Autobahnabschnitts. Von der Anwendung einheitlicher Steuerungsparameter sowie der Verbreitung von Best-Practices über ganz Deutschland erwartet er bei Bauprojekten zeitliche und signifikante monetäre Effizienzsteigerungen.

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