Image
Foto: Abbildung: Verkehrsministerium Hessen
Ab 2016 werden in den folgenden 6 Jahren in 540 Einzelmanahmen 385 Mio. euro investiert

Archiv

Land startet Sanierungsoffensive 2016 – 2022

Das hessische Verkehrsministerium reagiert mit einer Sanierungsoffensive auf den schlechten Zustand vieler Landesstraßen. Bis zum Jahr 2022 sollen dazu rund 385 Millionen Euro in rund 540 Einzelbaumaßnahmen investiert werden.

„Die Landesstraßen sind teilweise in einem sehr schlechten Zustand, der Sanierungsstau hat sich teilweise über Jahrzehnte aufgebaut. Deshalb werden wir unsere Mittel bündeln und massiv in den Erhalt der Landesstraßen investieren“, sagte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Dienstag in Wiesbaden. Der Anteil der Erhaltungsmaßnahmen am gesamten Landesstraßenbauetat steigt mit den geplanten Maßnahmen von 72 Prozent auf 83 Prozent im Jahr 2019 an.

Die rund 540 Projekte sind anhand fachlicher, objektiver und transparenter Kriterien als besonders dringlich bewertet worden. Dazu wurde das gesamte Landesstraßennetz hinsichtlich der Verkehrssicherheit, der Verkehrsbedeutung, der Verkehrsqualität und der Umfeldsituation bewertet. Die Datengrundlage bildeten die aktuellsten Prüfberichte, Statistiken und Verkehrszählungen des Landesstraßennetzes. Das Landesstraßennetz umfasst mehr als 7.000 Kilometer, und davon ist über ein Fünftel in einem sehr schlechten Zustand. Das Geld fließt dahin, wo es am dringendsten und wichtigsten ist.

Der Zustand der Landesstraßen hat sich in den vergangenen Jahren merklich verschlechtert. Zwar konnte der Verfall der Landesstraßen im Zuge der Konjunkturprogramme 2009/2010 zumindest kurzfristig gestoppt werden. Zu einer Trendumkehr hat dies aber nicht geführt. Noch immer ist der Anteil der als „sehr schlecht“ bewerteten Landesstraßen am Gesamtnetz deutlich höher als bei Bundestraßen oder Autobahnen. Gut 22 Prozent der hessischen Landesstraßen sind sehr schlecht erhalten.

Erstmals veröffentlicht die Landesregierung damit eine Dringlichkeitsbewertung und eine mittelfristige Landesstraßenbau-Planung, die über das Folgejahr hinausgeht. Das Ministerium und Hessen Mobil sind davon ausgegangen, dass der jetzige Stand der Haushaltsmittel auch in den Folgejahren zur Verfügung steht. Dann ist sichergestellt, dass für alle Maßnahmen, die jetzt Teil der Sanierungsoffensive 2016 – 2022 sind, auch das Geld da ist.

Al-Wazir kündigte an, dass das Programm regelmäßig aktualisiert und angepasst werden soll. „Für einige Maßnahmen muss beispielsweise noch Baurecht geschaffen werden. Kommt es hier im Einzelfall zu Verzögerungen, werden wir natürlich andere Maßnahmen vorziehen“, so der Minister. Für aus Gründen der Verkehrssicherheit kurzfristig nötige Maßnahmen sind jährlich 2 bis 3 Millionen Euro, als zusätzlicher Puffer für Sanierungsmaßnahmen 5 bis 10 Millionen Euro eingeplant. Das geht ausdrücklich nicht zulasten der 540 Maßnahmen, bei denen schon heute ein dringender Bedarf besteht. „Keine Baumaßnahme soll wegen Geldmangel wieder aus dem Programm herausfliegen“, so Al-Wazir.

Zu den Projekten in der Sanierungsoffensive zählen 289 Fahrbahnsanierungen (ca. 165 Mio. Euro), 108 Brückeninstandsetzungen und Brückenerneuerungen (ca. 55 Mio Euro) sowie 123 Um- und Ausbaumaßnahmen (ca. 150 Mio. Euro). Für die Um- und Ausbaumaßnahmen ist Baurecht erforderlich.

Der Minister betonte, dass neben den Sanierungsmaßnahmen die durch das Kommunale Interessen Modell (KIM I und II) finanzierten Neubauprojekte fortgeführt und weiterhin finanziert werden. Auch die Finanzierung der im Bau befindlichen Nordumgehung Karben ist gesichert.

Zusätzlich zur Sanierungsoffensive wird das in Hessen an Landesstraßen unterdurchschnittlich entwickelte Radwegenetz erweitert. Hessen wird daher in den kommenden sieben Jahren rund 60 Radwege mit einem Volumen von jährlich vier Millionen Euro neu bauen.

Wir haben noch mehr für Sie!

Aktuelle Entwicklungen in der Branche, neue Maschinen und Anlagen, Tipps zur Betriebsführung und Erfahrungsberichte gibt es alle 14 Tage aus unseren Fachredaktionen direkt ins Postfach: nützlich, übersichtlich und auf den Punkt.
Melden Sie sich jetzt für unsere Newsletter an - schnell und kostenlos!
Asphalt & Bitumen Newsletter
 
Straßen- und Tiefbau Newsletter
 
Steinbruch und Sandgrube Newsletter
 
DSB – Die Schweizer Baustoffindustrie Newsletter
 
Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Die Übermittlung erfolgt verschlüsselt. Zu statistischen Zwecken führen wir ein anonymisiertes Link-Tracking durch.
Image
Vor allem die Bauwerke werden in der Sanierungsoffensive berücksichtigt

Straßenbau

NRW startet Sanierungsoffensive für Straßen, Brücken und Tunnel

Die Landesregierung von NRW will mit einer Sanierungsoffensive die Verkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen zukunftssicher machen und vor allem die Sanierung und den Ersatzneubau in den Fokus rücken.

    • Baupolitik, Brücken, Straßenerhaltung, Verkehrspolitik
Image
Christoph Leyers (r.) übergibt schrittweise seine Verantwortlichkeiten an Stefan Schmidt (m.). Schmidt wird damit zukünftig gemeinsam mit Benedikt Stentrup (l.) das Unternehmen leiten.

Unternehmen

Sanierungstechnik Dommel erweitert Geschäftsführung

Generationswechsel: Bei der Sanierungstechnik Dommel beginnt ein neues Kapitel. Nach 17 äußerst erfolgreichen Jahren gibt Christoph Leyers schrittweise seine Verantwortlichkeiten als Geschäftsführer an Stefan Schmidt ab.

    • Kanal- und Rohrleitungsbau, Unternehmen
Image
In dem Vorhaben sind Probekörper aus Beton entstanden, bei denen im Vergleich zu Standardrezepturen etwa die Hälfte des darin enthaltenen Kieses durch aufbereitete MV-Asche ersetzt wird.

Beton

Beton aus Müllverbrennungsasche

Durch die Verbrennung von gemischten Siedlungsabfällen, also haushaltsüblichem Müll, fallen in Deutschland jährlich etwa 5,7 Millionen Tonnen Müllverbrennungsaschen (MV-Aschen) an.

    • Beton
Image
Ronald Figiel (Atlas von der Wehl) und Carsten Bubke (Technischer Leiter Heidekreis) v.l. bei der Baggerübergabe.

Unternehmen

Der Panzerbagger – Sanierung des Dethlinger Teiches

Sechs Tonnen wiegt die Spezialausrüstung, die der Atlas Kettenbagger 225 LC benötigt, um die gefährliche Munitionssanierung des Dethlinger Teiches leisten zu können. Statt 23,5 Tonnen wiegt der 225 LC nun 29,5 Tonnen.

    • Bagger, Baumaschinen, Unternehmen