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Solarstraßen ermöglichen die dezentrale Produktion von Strom auf vielen Flächen
Foto: Leonhard Weiss GmbH
Solarstraßen ermöglichen die dezentrale Produktion von Strom auf vielen Flächen

Inhaltsverzeichnis

Straßenbau

Leonhard Weiss baut Solarstraßen

Mit befahrbaren Solarstraßen, als Gesamtpaket schlüsselfertig errichtet, sind erstmals schnell realisierte dezentrale Energiekonzepte auf vorhandener Infrastruktur möglich.

Weit oben auf der Agenda steht bei vielen Unternehmen und Kommunen die Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Ein sicherer Weg, um die Umwelt zu schonen, ist der Umstieg auf eine Stromerzeugung mit Solarmodulen. Schließlich ist die Technologie ausgereift und bewährt sich seit Jahrzehnten in der Praxis. Allerdings benötigt eine PV-Anlage einen geeigneten Platz und die Umsetzung erfordert einiges an Know-how. Das Bauunternehmen Leonhard Weiss installiert als Generalunternehmer auf asphaltierten Untergründen schlüsselfertige Wattway by Colas als Gesamtpaket aus einer Hand und erweitert damit seine Kernkompetenzen Netzanschluss.

Generell kann die Lebensdauer der Solarstraßen bis zu 20 Jahre betragen, abhängig von den Umgebungsbedingungen und Belastungen. Durch den Austausch von Panels kann die Lebensdauer erhöht werden.

Flächen für neue Solaranlagen nutzen

Die Solarstraßen werden in der Regel auf die vorhandene Straßendecke geklebt und entweder als Stand-alone-Anlage mit Batteriespeicher oder mit Anschluss an das Stromnetz betrieben. Mehrjährige Tests und Pilotprojekte zeigen: Die Module überstehen die Überfahrung mit Pkw gut. Am besten geeignet sind sie jedoch für die Anbringung an verkehrsberuhigteren Flächen oder Parkplätzen.

In rund 50 Pilotprojekten weltweit ist diese Solartechnik inzwischen über mehrere Jahre getestet worden und seit 2019 im Vertrieb – mit um die 100 installierten Anlagen.

Leonhard Weiss realisierte auf dem eigenen Firmenparkplatz am Standort Göppingen eine Musterstraße. Sie ist seit Mai 2023 in Betrieb. Die 36 Module mit einer Fläche von 13 x 3 m liefern eine Leistung von etwa 4,5 Kilowatt-Peak, was einer erwarteten Stromerzeugung von etwas mehr als 3.000 kWh pro Jahr entspricht.

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Erfolgreiche Erprobung auf dem firmeneigenen Gelände
Foto: Leonhard Weiss GmbH
Erfolgreiche Erprobung auf dem firmeneigenen Gelände

Wie wird die Solarstraße integriert?

Zur Montage der Module auf einer Straße oder ähnlichen Fläche schneidet das Bauteam Schlitze für die Leitungen in den Asphalt. Auf den Untergrund kommt anschließend eine etwa 3 bis 4 mm dicke Ausgleichsschicht aus einem 2-Komponenten-Gemisch. Darauf werden die Solarpanels geklebt und die Fugen zum Schluss mit einem Dichtstoff verfüllt.

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Letzter Arbeitsschritt: die Fugen werden mit einem Dichtstoff verfüllt
Foto: Leonhard Weiss GmbH
Letzter Arbeitsschritt: die Fugen werden mit einem Dichtstoff verfüllt

Wahlweise kleine Stand-alone-Lösung oder große Anlage

Bislang haben die Kunden 2 Optionen zur Auswahl: Zum einen das Wattway Pack aus 3, 6, 9 oder 12 PV-Modulen und einem Akkusystem zur Stromspeicherung. Es fungiert als Stand-alone-Lösung ohne Netzanschluss, auch Off Grid genannt.

Als Alternative bietet das Bauunternehmen Wattway Plus an – eine individuell projektierte Anlage, mit der Flächen über mehrere hundert bis tausend Quadratmeter realisiert werden können. Das entspricht einer Nennleistung von 1.000 Kilowatt-Peak oder sogar mehr.

Ein Ansprechpartner von Planung bis Inbetriebnahme

Als Generalunternehmer übernimmt Leonard Weiss für seine Kunden den gesamten Ablauf, von der Beratung, der Standortanalyse zur Machbarkeit und der Ertragsrechnung über Planung und Einbau bis zur optionalen Integration in vorhandene Stromnetze, der Erstellung des Netzanschlusses und der Inbetriebnahme. Dem Unternehmen kommt dabei seine Expertise und langjährige Erfahrung im Straßen- und Netzbau sowie im Aufbau von Ladeinfrastruktur zur Gute. Helmut Welz, Bereichsleiter Netztechnik bei Leonard Weiss, versichert: „Kunden, die mit uns eine Wattway-Anlage bauen möchten, bekommen von uns alles aus einer Hand, mit nur einem Ansprechpartner.“

Vorteile von Solarstraßen

Mit den Solarstraßen sind kommunale Einrichtungen, Gewerbetreibende oder Industrieunternehmen in der Lage, ihre Stromversorgung über das allgemeine Stromnetz hinaus zu erweitern. Die schnell verfügbaren dezentralen Lösungen empfehlen sich vor allem für die Eigennutzung – insbesondere bei fehlenden Netzanschlüssen. So können lokale und klimabewusste Infrastrukturen für den direkten Stromverbrauch an eigenständigen Anlagen geschaffen werden.

Gleichzeitig lassen sich mit den Solarstraßen bereits vorhandene Nutzflächen für die Energieerzeugung erschließen, von Fahrradwegen über Zufahrten und Parkplätze bis zu Dächern von Carports oder anderen Möglichkeiten. Das bedeutet auch: keine zusätzliche Flächenversiegelung, keine Planungsverfahren auf der grünen Wiese.

Vielfältige Anwendungen

Die Anwendungen und Einsatzgebiete für Solarstraßen sind so vielfältig wie die Anforderungen der Bauherren. Gerade in Verbindung mit Stellplätzen für kleine Fahrzeuge wie E-Bikes, E-Roller oder E-Scooter, beispielsweise an zentralen Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, lohnt sich eine entsprechende Ladeinfrastruktur. So können Städte und Gemeinden gezielte Anreize für eine neue Mobilität setzen.

Eine weitere Option ist die Stromversorgung von sicherheitsrelevanten Systemen wie Beleuchtung oder Videoüberwachung. Besonders an unzugänglichen Stellen wie Unterführungen oder schwer einsehbaren Gebäudekomplexen ist eine autarke Stromversorgung direkt an Ort und Stelle aus Kostensicht vorteilhaft. Auch automatische Schranken vor Betriebszufahrten oder überwachten Parkgelegenheiten lassen sich unkompliziert mit einer Wattway-Anlage betreiben. Selbst Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Parkanlagen oder Fußgängerzonen, sind realisierbar, um dort zwischendurch seine digitalen Endgeräte zu laden. (MAI/RED)

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