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Baden-Württemberg

Maßnahmenpaket gegen Unfälle in Baustellen

Mit einem Maßnahmenpaket wollen die Verkehrs- und Innenministerium von Baden-Württemberg gegen schwere Unfälle in Baustellen auf Autobahnen auf die steigende Zahl schwerer Unfälle im Land reagieren.

Inhaltsverzeichnis

Vor allem Unfälle mit Lkw stehen im Fokus, da sie schwerwiegende Folgen hervorrufen. Innenminister Thomas Strobl erklärte dazu: „Wenn ein Viertel der Verkehrstoten bei Unfällen unter Beteiligung von LKW verunglücken, dann ist es doch ganz klar, dass wir den Schwerverkehr besonders im Blick haben.“ Nach Zahlen des Innenministeriums starben 2018 im Zusammenhang mit Lkw-Unfällen 104 Menschen im Land. 2017 waren es 111. Das Maßnahmenpaket umfasst unter anderem Überholverbote für Lkw, reduzierte Geschwindigkeiten und mobile Stauwarnanlagen, aber auch einen verstärkten Einsatz von Polizeimotorrädern, um Störungen auf der Autobahn noch schneller zu beseitigen.

Die Maßnahmen

Das nun vorgestellte Maßnahmenpaket des Landes sieht unter anderem die Anordnung von Lkw-Überholverboten im Vorfeld der Baustelle als stets notwendige Maßnahme vor. Je nach den örtlichen Verhältnissen soll die Differenzgeschwindigkeit zwischen Pkw und Lkw verringert werden, ohne allerdings den Verkehrsfluss zu beeinträchtigen.

Neu ist der vorgesehene Einsatz mobiler Stauwarnanlagen vor „Hotspots“ zur optischen Warnung. Mobile Stauwarnanlagen können in unterschiedlicher Ausprägung (mit oder ohne dynamische Geschwindigkeitsanzeige), abhängig von der Situation vor Ort, eingesetzt werden. Vor Baustellen mit einer Dauer von mehr als 4 Wochen sind solche Stauwarnanlagen bereits im Einsatz. Ergänzt werden können die mobilen Stauwarnanlagen durch akustische Warnungen, die über CB-Funk übertragen werden. Damit können 25 bis 30 % der Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer erreicht werden.

Eine wesentliche Rolle im Konzept des Landes spielt eine intensive Verkehrsüberwachung. Die Wirkzusammenhänge zwischen Kontrolldruck, Sanktionshöhe und Verhaltensänderung sind wissenschaftlich erwiesen. Dazu werden weitere Geschwindigkeitsmessanhänger beschafft. Der Innenminister kündigte weiterhin an, dass die Polizei auch fahrfremde Tätigkeiten von Lkw-Lenkern verstärkt kontrollieren wird.

Über das Maßnahmenpaket hinaus setzt sich das Land dafür ein, dass die Fortschreibung der rechtlichen Vorgaben für Notbremsassistenten durch die EU Kommission über das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur weiter vorangetrieben werden.

Ursachenanalyse

Das Maßnahmenpaket des Landes fußt auf einer Ursachenanalyse der Regierungspräsidien Karlsruhe und Stuttgart, die das Verkehrsministerium und das Innenministerium in Auftrag gegeben hatten. Demnach kommt es immer wieder in Baustellenbereichen auf Autobahnen zu teils schweren Verkehrsunfällen mit gravierenden Folgen. Als hauptsächliche Unfallursache, so ein Ergebnis der Analyse, gilt die Nichteinhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen im Baustellenzulauf und innerhalb der Baustelle.

Außerdem wurden Stauenden als Unfallschwerpunkt identifiziert. Hier kommt es aufgrund Abstandsverstößen, Unaufmerksamkeit oder Ablenkung zu verspäteten Bremsreaktionen.

Gefahren gehen weiterhin von hohen Differenzgeschwindigkeiten zwischen Pkw und Lkw aus, was bei Verkehrsverdichtungen im Bereich von Baustellen zu gravierenden Unfällen mit schweren Unfallschäden führen kann. Als Schwerpunkte für Auffahrunfälle mit teilweise gravierenden Folgen haben sich zudem die Reduktion von Fahrstreifen an einem Ausbauende mit der Folge eines Rückstaus erwiesen, sowie auch Zulaufbereiche hochbelasteter Anschlussstellen, die wegen zahlreicher Verflechtungs- und Einfädelungsvorgänge bei dichtem Verkehr zu Stockungen führen können.

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