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Foto: Foto: Zeppelin
Die neue Baumaschine nimmt die durch Sprengung gelste und durch Knppern zerkleinerte Grauwacke auf.

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Mehr Ladung - weniger CO2

Seit 2014 sind nur noch rund zehn Prozent der heutigen Ruß- und NOx-Emissionen zulässig, was im Fall des Cat 988K massive Veränderungen an Motorentechnik und Abgasanlagen mit sich bringt.

Den ersten Vertreter der neuen Maschinen- und Motorengeneration in Deutschland nahm das zur Kemna-Unternehmensgruppe gehörende Hartsteinwerk Unterberg im Harz an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen in Betrieb, um mit dem Cat 988K Grauwacke zu verladen.

Mit ihm setzt sich die Rohstoff-Produktion 2014 in Gang, die etwa für Splitte an der vierspurigen Bundesstraße 243 sorgen muss.  Doch nicht allein mit dem Cat 988K zeigt der Rohstoffbetrieb seine Aufgeschlossenheit gegenüber Innovationen. Ein Cat 966K XE ist bereits in der Rückverladung im Einsatz. Mit ihm habe Caterpillar einen riesigen Quantensprung gemacht, was den Spritverbrauch betrifft, der deutlich verbessert werden konnte, so Richard Bonse, technischer Leiter bei der Kemna. „Unsere Rechnung ging auf – die Treibstoffersparnis lässt die Mehrkosten in der Anschaffung ins Hintertreffen geraten“, so Günther Wieczorek, Betriebsleiter des Hartsteinwerks Unterberg.

Ausgerüstet mit einem C18 Acert-Dieselmotor bietet die Maschine eine Leistungsstärke von 362 kW. Die elektronisch geregelte Kraftstoffeinspritzung bringt eine hohe Leistung und eine im Vergleich zum 988H bis zu 20 % höhere Kraftstoffeffizienz mit sich. Noch mehr Einsparungen beim Sprit werden mit der Einstellung Eco-Mode und der Leerlaufabschaltung erzielt.

Typisch für die Technologie sind nicht nur die höhere Kraftstoffeffizienz, sondern auch die niedrigeren Schadstoffemissionen, welche die Umwelt-Bilanz verbessern. Die Luft, die hinten aus den Maschinen wieder herausgeblasen wird, enthält bisweilen weniger Feinstaub als vor ihrem Eintritt. Für wenig Stickoxide im Abgas sorgt die selektive katalytische Reduktion (SCR). Die meisten Komponenten dieser Technologie sind dabei im sogenannten Cat Clean Emissions- Modul im Abgasstrang untergebracht. Um die schädlichen Stickoxide zu reduzieren, wird AdBlue, eine Lösung aus Harnstoff und entmineralisiertem Wasser, in den Auspuff eingespritzt. Der Zusatztank für AdBlue fasst 34 Liter und reicht am Unterberg für zwei Schichten.

Was den Umgang mit AdBlue betrifft, so kennen sich die Mitarbeiter bereits damit aus – Kemna wickelt den Transport der aufbereiteten Zuschlagstoffe für den Straßenbau zum Teil über die Schienen ab, aber Schotter, Edelsplitt und Mineralgemische erreichen die Kunden auch mithilfe von Lkw, die ebenfalls auf AdBlue ausgerichtet sind. „Daher ist der Umgang mit AdBlue für uns Routine. Wir erwarten von dem Radlader eine bewährte Technik“, so der Betriebsleiter.

Der 50-Tonnen-Radlader wurde im Vorfeld am Huneberg – unweit vom Unterberg – ausgiebig getestet, wo Kemna Diabas gewinnt. Dort musste sich die Maschine dem Wettbewerbsvergleich stellen. Den Test begleiteten Zeppelin Mitarbeiter wie Uwe Wieduwilt, der Leiter der Zeppelin Projekt- und Einsatztechnik, sowie Entwicklungsingenieure von Caterpillar. Auf den kritischen Prüfstand kamen nicht nur der Kraftstoffverbrauch, sondern sämtliche Features der Maschinentechnik sowie Leistungsdaten, die für einen wirtschaftlichen Betrieb bei der Kemna-Gruppe ausschlaggebend sind.

Am Unterberg wurde schon immer mit Geräten der Größenklasse 988 gearbeitet – das K-Modell ist die siebte Generation der Cat Radlader innerhalb der 50-jährigen Entwicklungsreihe, die Einzug hielt. Die Baumaschine ist zum Beladen von Cat Muldenkippern 775 ausgelegt, mit denen auch am Unterberg die durch Sprengung gelöste und durch Knäppern mithilfe eines Cat Tieflöffelbaggers 385C zerkleinerte Grauwacke zum Brecher befördert wird. Dem neuen Radlader kommt dabei als Hauptladegerät eine Schlüsselstellung zu. Damit seinem konstanten Betrieb nichts im Wege steht, erhielten die Reifen der Maschine Ketten zu deren Schutz, um die Laufleistung zu erhöhen. Alle Geräte, auch der Cat 988K eingeschlossen, sind mit einer Zentralschmieranlage ausgestattet.

Den Service übernimmt Zeppelin – dazu wurden innerhalb der Kemna-Gruppe feste Inspektionsvereinbarungen geschlossen. „Stand früher alle 500 Betriebsstunden ein kompletter Motorölwechsel an, haben sich die Intervalle deutlich nach hinten geschoben. Dafür ist es aber wichtig, dass der Maschinist aufmerksam jede kleine Veränderung zur Kenntnis nimmt und dann sofort meldet, wenn ihm abweichende Geräusche verdächtig vorkommen“, meint Günther Wieczorek.

Am Unterberg erfolgt der Abbau auf fünf Sohlen in zwei Schichten – ein Dreischichtbetrieb ist genehmigt. Die durchschnittliche Jahresproduktion an Grauwacke macht rund eine Million Tonnen aus. In guten Zeiten wird die Millionengrenze schon mal überschritten. Der aufbereitete Rohstoff dient der Asphalt- und Betonherstellung, als Unterbaumaterial für den Straßenbau, als Schotterbett im Gleisbau, zur Sohl- und Böschungssicherung von Gewässern, als Bodenaustausch, dem land- und forstwirtschaftlichen Wegebau sowie im Garten- und Landschaftsbau. Dabei handelt es sich um ein sehr altes Sedimentgestein, das von ausgewiesener Qualität zeugt. Die besonders guten Eigenschaften bezüglich der Griffigkeit aufgrund der kubischen Form macht den im Harz hergestellten Offenporigen Asphalt weit über die Grenzen Sachsens und Thüringens bekannt. Dort ist der Baustoff in dieser Qualität nicht vorhanden. Bis nach Baden-Württemberg wurde daher schon das am Unterberg gewonnene Material transportiert und für eine Teststrecke eingebaut.

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