Foto: HS-Schoch

Anbaugeräte

Mutierende Baumaschinen

Anbaugeräte sind äußerst praktische Tools. Im Handumdrehen wird der Radlader zum Räumfahrzeug und der Bagger zum Gewinnungsgerät.

Inhaltsverzeichnis

Immer mehr Unternehmer suchen nach Alternativen zum Sprengen. Die Direktgewinnung steckt jedoch immer noch in den Kinderschuhen. Seit über 10 Jahren verzichtet Rainer Krings, Geschäftsführer der Mendiger Basalt Schmitz Naturstein GmbH & Co. KG in seinem Steinbruch in Mendig aufs Sprengen und hat damit in vielerlei Hinsicht gewonnen. Zum einen gibt es weniger Streitigkeiten mit Anwohnern und Behörden. Und zum anderen ist das von ihm gewählte Direktgewinnungsverfahren so wirtschaftlich, dass „wir damit gutes Geld verdienen.“ Er und sein Team haben mit Hydraulikhämmern eine für das Unternehmen gute Lösung gefunden. „Schon mit einem 5-Tonnen-Hydraulikhammer erzielten wir gute Ergebnisse, noch bessere mit einem 7-Tonnen-Gerät, mit dem wir 700 bis 800 Tonnen Gestein pro Tag lösen konnten. Dieser stieß jedoch bei sehr lavahaltigem, schwammartigem Gestein an seine Grenzen. Deshalb schafften wir uns einen 10-Tonnen-Hammer an, der die fehlende Schlagreserve des 7-Tonners aufbringen konnte.“

Verschleißkosten im Griff

Die Verschleißkosten hat Rainer Krings mittlerweile im Griff. „Wir mussten diesbezüglich am Anfang eine ganze Menge lernen, gerade beim 10-Tonnen-Hammer. Mit fünf bis sechs Meißelrissen im Jahr – ein Meißel kostet 6.000 Euro – lagen wir bei den Verschleißkosten extrem hoch. Wir haben dann relativ schnell eine zweite Schmierstation installiert, womit sich die Meißelrisse deutlich reduziert haben. Durch die Verbesserung der Staubabdichtung an den Buchsen konnten wir eine spürbare Materialschonung erreichen.“

Anfangs hat der Betrieb ausschließlich mit Stahlbuchsen gearbeitet, damit gingen die Meißel jedoch reihenweise kaputt. „Dann haben wir Messingbuchsen verwendet, die jedoch nur 300 Stunden hielten. Mittlerweile verwenden wir ein doppeltes Buchsensystem mit einer Stahlbuchse außen und einer Innenbuchse aus Messing. Die Innenbuchse hält mit diesem Verfahren 650 Stunden, der Austausch kostet 2.000 Euro, hat jedoch den Vorteil, dass ich den Meißel weiterverwenden kann.“

Hämmer für die Direktgewinnung

Der Anbaugerätehersteller von Furukawa Rock Drill (FRD) hat einige Hämmer im Programm, die sich für die Direktgewinnung eignen, z.B. den Gigant Fxj1070. Die Fxj-Großhammer-Serie wurde so weiterentwickelt, dass ein höheres Leistungsgewicht erreicht werden konnte. Ein breiteres Band des Ölbedarfs ermöglicht den Einsatz an einer Vielzahl von Trägergeräten. „Der Fxj1070 ist wie der kleinere Fxj770 der Heavy Line in neu gestalteter Zugankerbauweise konstruiert, welche die Vorteile der Monobauweise übernimmt, aber für noch größere Belastungen ausgelegt ist“, erklärt das Unternehmen. Die Fxj-Serie bietet jetzt eine erweiterte Range von acht Hydraulikhämmern für kleinste Trägergeräte von 9 t bis zu schwersten Trägergeräten bis 100 t. Der Gigant Fxj1070, der das Modell F100XP abgelöst hat, weist ein Dienstgewicht von 6.550 kg auf und kann an Trägergeräte von 65 bis 100 t angebaut werden.

Vom Bagger zum „Beast“

Die Mutation mittels Anbaugeräte kann auch „beast“ige Züge annehmen. Für den 6-spurigen Ausbau einer Autobahn wurden zwei HS-Reißlöffel „the Beast“ eingesetzt. Die Reißlöffel ersetzten den bisher verwendeten Reißzahn und machen die Arbeiten im vorhandenen Felssand wesentlich effektiver. Ausgerüstet mit Esco-Zahnsystem dringe ein HS-Reißlöffel „The Beast“ nahezu mühelos auch in den härtesten Sand-Felsboden, betont der Hersteller. Dank seiner speziellen Löffelgeometrie entwickelt das Werkzeug außerdem maximale Reiß- und Hebelkräfte. Auch die Arbeiter der Großbaustelle sind zufrieden: „Wir sparen uns das zeitaufwendige Wechseln der Anbaugeräte, da die HS-Reißlöffel „The Beast“ in diesem Gelände (Sand-Felsboden) optimal funktionieren.“ Der stabile HS-Reißlöffel „The Beast“ ist in diversen Ausführungen bis 100 t Baggerdienstgewicht erhältlich.

Anbaugeräte digital verwalten

Wer über zahlreiche Anbaugeräte in seinem Betrieb verfügt, dürfte über dieses Tool erfreut sein: Der Locator PL161 von Caterpillar ermöglicht das Nachverfolgen von loser Arbeitsausrüstung und antriebslosen Betriebsmitteln. Das Ortungsgerät ist mit einer Technologie zum Aufspüren von Bau- und Maschinenausrüstung ausgestattet. Der Locator lässt sich einfach in den Betriebsablauf integrieren und ermöglicht den Anwendern ein umfassendes Flottenmanagement ihrer Maschinen. Nachverfolgt werden kann die komplette Arbeitsausrüstung einschließlich Löffeln, Abbruchscheren oder Stromerzeugern. Alle Informationen sind auf Smartphone oder Tablet, genauso wie auf dem Rechner im Büro abrufbar. Mithilfe der systemeigenen Standort- und Auslastungsüberwachung lässt sich schnell herausfinden, an welchen Standorten welche Ausrüstung momentan vorhanden ist und ob sie auch tatsächlich genutzt wird. Der Locator PL161 ermittelt – wie eine Fitnessarmbanduhr – auch die Betriebsstunden des Werkzeuges. Zudem kann dem Werkzeug eine betriebseigene Gerätenummer zugewiesen werden, um die eindeutige Zuordnung zu erleichtern. So werden nicht nur Ausrüstungsverluste deutlich reduziert, sondern auch die Einsatzplanung und Instandhaltung wesentlich erleichtert. 

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