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Nordbau mit stürmischem Beginn

Am Eröffnungstag der diesjährigen Nordbau fegt Herbststurm „Sebastian“ über das Messegelände in Neumünster hinweg – zeitweilig müssen mehrere Leichtbauhallen evakuiert und gesperrt werden. Nach dem Unwetter rückt das Schwerpunktthema Digitalisierung am Bau in den Mittelpunkt.

Zur Messeeröffnung betont Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther die Schlüsselrolle der Baubranche für die Landesentwicklung. Er nennt dazu den Bau von Wohnungen und Bildungseinrichtungen, den Ausbau des Glasfasernetzes und die Sanierung von Straßen. Die Branche sei wichtig, „damit Dynamik und Tempo in diese Dinge kommt", so Günther bei der Eröffnungsveranstaltung in den Holstenhallen. Mit Blick auf Verzögerungen beim Bau der A 20 merkt er selbstkritisch an, das Land müsse besser bei der Realisierung von Großprojekten werden. Dazu würden nun mehr Planer eingestellt. Um dem Fachkräftebedarf gerecht zu werden, sei die Verbesserung der Ausbildung ein Schwerpunkt der Regierung, so der Ministerpräsident, der seit Juni 2017 im Amt ist.

Die diesjährige Nordbau widmet sich der Digitalisierung. Die Vorteile des 3-D basierten Building Information Modeling (BIM) werden an vielen Stellen der Messe „zum Anfassen gezeigt. Im Mittelpunkt stehen Digitaltrends bei den Baumaschinen und effektive Arbeitsabläufe. Anhand konkreter Bauprojekte wird verdeutlicht, wie sich Prozesse der Bauausführung durch digitale Planung verkürzen und Mehrkosten durch Umplanung entfallen. Weitere wichtige Messethemen sind Arbeitsschutz und Bausicherheit.

Volle Auftragsbücher

Mit äußerst schwierigen Wetterverhältnissen startet der erste Messetag. Das Sturmtief „Sebastian“ wütet über Neumünster und zwingt Aussteller, ihre Flaggen einzuholen und leicht bewegliche Exponate in Sicherheit zu bringen. Zeitweilig müssen sogar einige in Leichtbauweise errichtete Messehalten evakuiert werden. Dennoch begegnen wir während unseres Messerundgangs gutgelaunten Ausstellern, die von vollen Auftragsbüchern und – infolge der guten Wirtschaftslage –von der Suche nach neuen Mitarbeitern berichten.

Mit einem großen Stand präsentiert sich die DB Netz AG. Da durch den Fehmarnbelttunnel nach seiner Fertigstellung neben Autos auch Eisenbahnen fahren sollen, wird das Unternehmen viele Bauprojekte ausschreiben. Allein 6,7 Mio. m3 Sand werden im Zuge der Arbeiten bewegt werden müssen. Auf der Nordbau möchte die DB Netz AG mit Bauunternehmen in Kontakt kommen und sie animieren, sich zu bewerben.

Deutschlandpremiere heißt es bei Scania: Mit dem XT wird die neue Baufahrzeug-Generation vorgestellt. „Im Baubereich braucht es gewisse Spezifikationen, der XT ist unsere Antwort darauf“, so Ralf Schröder, Regionaldirektor von Scania Nord. Die Fahrzeuge mit einem extrem robusten Erscheinungsbild sind mit allen Motor- und Fahrerhausvarianten kombinierbar und in verschiedenen Ausstattungspaketen verfügbar.

Der Aufbauhersteller F.X. Meiller zeigt mit dem Alu-Kippsattelanhänger LHKA44/3N erstmals einen Vertreter der neuen Leichtbau-Generation, die ab Oktober 2017 in Serie geht. Den Ingenieuren ist es gelungen, knapp 320 kg Eigengewicht des Sattels einzusparen und somit Nutzlast-Reserven zu eröffnen. Zu sehen ist die Alu-Ausführung, die bis zu 26 m3 Volumen fasst. Manfred Vöst, Verkaufsdirektor Deutschland bei F.X. Meiller berichtet, dass die Mulde mit vier Messpunkten außen komplett mit einem hydrophoben Isolierwerkstoff eingepackt ist, der auch Feuchtigkeit und Temperaturen von 200 °C verträgt.

Neue Niederlassungen eröffnet

„Swecon konnte in allen Segmenten Marktanteile ausbauen“, freut sich Geschäftsführer Falk Böscher am Gemeinschaftsstand mit Volvo über das aktuelle Geschäftsjahr. Neue Niederlassungen wurden im schleswig-holsteinischen Siek und in Herford eröffnet, eine weitere Eröffnung steht im Oktober in Monheim am Rhein an. Volvo Business-Manager Uwe Klose stellt den neuen EWR170E vor. Der Kurzheck-Mobilbagger kann mit vielen intelligenten Funktionen und hervorragender Kraftstoffeffizienz aufwarten. Viel los ist erneut auf dem Demogelände. Dort  dreht auch der A60H, der größte Dumper aus dem Hause Volvo CE, seine Runden.

„Der Hydradig ist von den Kunden gut angenommen worden“, berichtet Udo Luysberg, Verkaufsleiter Nord bei JCB, über die Einführung des Mobilbaggers im vergangenen Jahr. In der 12 t-Klasse konnte das Unternehmen damit bereits einen Marktanteil von 20 % erreichen. „Aufgrund seiner Straßenzulassung kann er seine Anbaugeräte selbst zur Baustelle bringen“, so Luysberg.

Mit 40 km/h ebenso schnell unterwegs wie der Hydradig ist der Stereolader L 518 von Liebherr. „Das ist eine komplette Neuentwicklung“, sagt Silvester Sandt, Vertriebsleiter bei Liebherr Hamburg über die Maschine mit einem kleinen Wendekreis und einer Ladehöhe von über 4 m. Gezeigt wird auch der neue Mobilbagger A 914 Compact Litronic als idealer Helfer auf Baustellen mit beengten Platzverhältnissen, Premiere feiert der Mobilbagger A 916.

 „Wir investieren 70 bis 80 Mio. Euro pro Jahr in neue Maschinen“, erläutert Ulf Böge, Marketingleiter bei HKL und verdeutlicht damit, dass sich das Mietangebot des Unternehmens auf dem Stand der Technik befindet. HKL expandiert weiter und hat neue Center in München und Stade eröffnet.

Siebanlage feiert Messe-Premiere

„Für den europäischen Markt ändert sich zunächst nichts. Die Produkte behalten ihren Namen und ihre Farbe“, sagt Jörg Saake, Geschäftsführer von Wirtgen Hamburg zum Übergang von Wirtgen zu John Deere, der am 1. November vollzogen werden soll. Messe-Premiere am Wirtgen-Messestand feiert die mobile Kleemann Zweidecker-Klassiersiebanlage Mobiscreen MS 702. Die Bedienung der Anlage erfolgt über ein Touchpanel und eine Fernbedienung. Dadurch sind alle Anlagenfunktionen gut einsehbar und leicht anzusteuern.

Die Vernetzung von Maschinen hinter dem Fertiger zum Erreichen der passenden Verdichtung – dies ist unter dem Namen BCM net System ein Messeschwerpunkt bei Bomag. 60 Jahre alt wird das Unternehmen dieser Tage und erwartet im Jubiläumsjahr eines der besten Ergebnisse aller Zeiten auf dem deutschen Markt. In Neumünster stellt Bomag erstmals Gummiradwalzen aus. „Selbstfahrende Walzen stehen bei uns derzeit nicht im Fokus“, weiß Vertriebsleiter Heiko Krautkremer über die Arbeit der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu berichten.

Ausbildung genießt einen hohen Stellenwert bei Atlas v. d. Wehl, wie Baumaschinen-Vertriebler Ronald Figiel ausführt. Unter den 220 Mitarbeitern sind derzeit 35 Auszubildende. Die Geschäfte laufen gut, direkt vor der Nordbau konnten laut Figiel gleich sechs Doosan Radlader DL 420 an eine Firma aus Glücksstadt verkauft werden.

Vor einem Jahr an gleicher Stelle hatte Zeppelin Rental-Geschäftsführer Peter Schrader das neue Online-Mietangebot des Unternehmens vorgestellt. Es ist gut angelaufen und wurde inzwischen um neue Features erweitert. Mit dem ersten allradgelenkten, vollelektrisch betriebenen Radlader 5055e von  Kramer hat Zeppelin Rental in sein ecoRent-Portfolio ausgebaut, das besonders umweltschonende und wirtschaftliche Angebote kennzeichnet.

Jubiläums-Radlader in Sonderlackierung

Auf dem Zeppelin-Messestand steht der 100.000. kompakte Cat Radlader 908M. Er wurde vom Montageband direkt nach Neumünster überführt. Fred Cordes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen, zeigt sich guter Dinge, das die ausnahmsweise schwarz lackierte Jubiläumsmaschine auf der Messe einen Käufer finden wird. Premiere feiert der Gleisbaubagger M323F. Weitere Themen sind die Arbeitsplatzüberwachung mit 360°-Kamerasystem oder auch die Erstellung von 3D-Modellen per Drohne.

Gute Stimmung am Gemeinschaftsstand der GP Baumaschinen GmbH Halle und Komatsu. GP-Geschäftsführer Helmuth Herrmann freut sich am Mittag des ersten Messetages über erste Verkaufserfolge. Marco Maschke, Leiter des Deutschland-Büros von Komatsu, präsentiert die Minibagger der Serie -5, die auf engstem Raum eingesetzt werden können. Ein Highlight auf dem Gemeinschaftsstand ist eine Drohne zur Baustellenvermessung der vor zwei Jahren gegründeten G-tec Positioning GmbH. Ihre Höhengenauigkeit liegt bei 2 cm. Mit Live-Schaltungen auf verschiedene Baustellen werden die Vorteile der Digitalen Baustelle veranschaulicht.  

Ihren zweiten Gemeinschaftsauftritt auf der Nordbau haben Hyundai und Wienäber Baumaschinen. Nach seiner Premiere auf der Steinexpo ist der neue 4,8-m³ Radlader HL975 von Hyundai erstmals in Norddeutschland zu sehen. Mit seinem Einsatzgewicht von 26,5 t schließt er die Lücke zwischen dem HL970 und HL980. Wienäber-Pressesprecherin Dr. Annette Heuer berichtet, dass sich Kunden in der Vergangenheit oft aufgrund des Preises für HL-Maschinen entschieden haben. Inzwischen sei die Leistungsfähigkeit der Maschinen ein ebenso wichtiges Kaufkriterium geworden.  Der Baumaschinen-Händler eröffnet Ende September im niedersächsischen Meinersen eine weitere Niederlassung.

Axel Fischer, neuer Geschäftsführer von Wacker Neuson Deutschland, berichtet von den vollelektrischen Maschinen der zero emission-Serie. Im Mietbereich laufe es sehr gut, beim Thema Kauf seien die Kunden noch etwas zurückhaltend. Vielseitigkeit lautet das Stichwort zu den Radlader-Modellen: „Wir sehen Radlader zunehmend als Universalgeräte“, so Stephan Böhler, Leiter der Wacker Neuson Vertriebsregion Nord. Passende Anbaugeräte können bei über 60 Niederlassungen von Wacker Neuson in Deutschland gemietet werden.

Hamburger Baumaschinen feiert auf der Nordbau das 25-jährige Firmenjubiläum. Andreas Necker, Gründer und Geschäftsführer, ist mittlerweile einer der dienstältesten Ahlmann-Händler. Das Unternehmen vertreibt auch Produkte von Case, JCB, Hydrema oder Kubota und wird für sein umfangreiches Ersatzteillager und schnelle Lieferfristen geschätzt.

An den fünf Messetagen vom 13. bis 17. September werden auf der Nordbau rund 60.000 Besucher erwartet. Die Messe ist zum 16. Mal in Folge ausgebucht. 849 Hersteller aus 15 Ländern präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen. Wichtiger Bestandteil der Nordbau ist auch in diesem Jahr ein großes Vortrags- und Fortbildungsangebot. (David Spoo)

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