Die Referenten (v.l.): Markus Grimm, Mall GmbH, Prof. Dr. Heiko Sieker, Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, Dr. Tim Peters, Westfälische Provinzial Versicherung AG, Martin Lienhard und Markus Böll, beide Mall GmbH.

Lösungen von Mall für Dürre und Starkregen

Regenwasserbewirtschaftung für privat und Gewerbe

Starkregenereignisse belasten die Menschheit zunehmend. Wie entwickeln sie sich? Wie gehen wir damit um? Antworten darauf vermittelte Mall im Rahmen einer Presseveranstaltung in Freiburg.

Inhaltsverzeichnis

Die Location für die Veranstaltung war gut gewählt. „Regenwasserbewirtschaftung im Klimawandel“ lautete das zentrale Thema in der denkmalgeschützten Lokhalle in Freiburg. Das historische Bahnbetriebswagenwerk wird seit 2011 mit großem Aufwand saniert und hat in diesem Zusammenhang zwei großzügig dimensionierte Versickerungsanlagen erhalten. Dazu später mehr.

Die Lokhalle – eine historische Location

Doch der Reihe nach: Die Mall GmbH mit Hauptsitz in Donaueschingen hatte Mitte September die Presse eingeladen, um über grundsätzliche Probleme des Klimawandels, Starkregenereignisse und Lösungsansätze zu informieren. Knapp 30 Kolleginnen und Kollegen, überwiegend von der Fachpresse, verfolgten in der bis 1905 gebauten Lokhalle die Vorträge verschiedener Referenten. Den Anfang machte Markus Grimm, Sprecher der Geschäftsführung der Mall GmbH. Zuständiger Geschäftsführer für die Finanzen im Unternehmen ist Wolfgang Hofmann. Grimm stellte das Unternehmen, das sich zu den europäischen Marktführern bei Kläranlagen, Abscheidern und in der Regenwasserbewirtschaftung zählt, kurz vor.

Produziert wird an sieben Standorten. Neben dem Stammsitz in Donaueschingen sind dies Haslach, Ettlingen, Coswig, Nottuln sowie Asten in Österreich und Szentendre in Ungarn. In allen Werken arbeiteten im vergangenen Jahr rund 500 Mitarbeiter, die einen Gesamtumsatz von ca. 85 Mio. Euro erwirtschafteten. Die Produkte bieten Lösungen für den Umwelt- und Klimaschutz.

Starkregenereignisse führen zu Milliardenschäden

Zu diesen Themen referierten Dr. Tim Peters und Prof. Dr. Heiko Sieker. Den Anfang machte Peters. Der Experte für Risikobewertungen bei der Westfälischen Provinzial-Versicherung AG, Münster, beleuchtete in seinem Vortrag Starkregenereignisse unter den Aspekten Entstehung, Risikobewertung und Schadenerfahrung. Er skizzierte dazu verschiedene Hochwasser- und Starkregenereignisse und bezifferte die entstandenen Schäden, die teilweise Milliardenbeträge erreichten.

Trotz deutlich zunehmender Ereignisse, die zudem tendenziell immer heftiger werden, wird das Naturgefahrenrisiko, insbesondere die Gefahren, die durch Starkregen auftreten, in Deutschland unterschätzt, so Peters in seinem Fazit.

Heiße Sommer in der Stadt

Auch Prof. Dr. Heiko Sieker von der gleichnamigen Ingenieurgesellschaft zeigte erschreckende Bilder von trockengefallenen Gewässern aufgrund der letzten Dürresommer und andererseits von Überflutungen in deutschen Städten. Als Ursachen identifizierte er u.a. die zunehmende Versiegelung von Flächen in wachsenden Städten, die in verdichteten Bereichen 55 bis 85% der Flächen ausmacht. Hinzukommen urbane Hitze-Inseln, die jeder kennt, der einen „Summer in the City“ erlebt hat.

Die Stadt als Schwamm

Eine Lösung kann das Sponge-City-Konzept sein, also die Stadt als Schwamm, die Wasser aufnehmen, zwischenspeichern und langsam wieder abgeben kann. Das kann zudem das Überhitzen und Austrocknen der Innenstädte verhindern. Wichtige Elemente des Schwamms sind großzügig dimensionierte Gärten und Parkanlagen, begrünte Dächer und Fassaden sowie Retentionsbecken und Zisternen.

Starkregen und Regenwassernutzung sind Top-Themen

Das Bewusstsein für einen sensibleren Umgang mit Regewasser wächst in der Branche. Das hat eine umfangreiche Befragung von Mall ergeben, an der gut 5.000 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnahmen. Befragt wurden Entscheider von Architektur- und Ingenieurbüros, Handwerker, Behörden, Hochschulen und dem Baustofffachhandel, von denen rund 40% ihren Arbeitsschwerpunkt im Tiefbau sehen. Die überwiegende Mehrheit aller Befragten (76%) bewertet die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung positiv. 98% erwartet in diesem Bereich eine gleichbleibende oder sogar steigende Nachfrage. Insgesamt stehen der Umgang mit Starkregen und die Regenwassernutzung bei allen Teilnehmern an den Top-Positionen.

Dem Regenwassermanagement kommt darum für rund 70% der Befragten einen Schlüsselrolle zu, um die Diskrepanz zwischen Dürren und Starkregen zu handeln.

Cavi-Line für die Lokhalle

Und hier schließt sich der Kreis zwischen Theorie und Praxis. Denn die Freiburger Lokhalle, Schauplatz des Events, ist gleichzeitig ein beeindruckendes Referenzobjekt von Mall. Anfallender Niederschlag von Dach- und Hofflächen wird dort in zwei Anlagen behandelt und anschließend in Cavi-Line-Tunneln versickert. Diese neuartige Versickerungslösung in Kombination mit einer Behandlungsanlage hatte der Hersteller Anfang des Jahres auf der Infratech in Essen vorgestellt.

Dipl.-Ing. Martin Lienhard, Leiter der technischen Abteilung bei Mall, erläuterte in Freiburg technische Details des Anlagenkonzepts. Danach durchläuft das gesammelte Wasser zunächst in Schächten das Substratfilter Via-Plus. Gereinigt von abfiltrierbaren Stoffe, gelösten Schwermetallen und mineralischen Kohlewasserstoffen gelangt es dann in die Halbschalentunnel, die eine Scheitelhöhe von 1,25 m haben, um langsam ins Erdreich zu versickern.

Insgesamt wurden für dieses Projekt 52 Tunnelelemente verbaut, die sich auf fünf Rigolen verteilen. Dazu kommen für jede der beiden Anlagen jeweils zwei Substratfilter Via-Plus.

Die Anlage ist flexibel und begehbar

Lienhard fasste die Systemvorteile zusammen. Die liegen nach seiner Einschätzung u.a. im Preis, im schnellen Einbau, in der Belastbarkeit und den Einsatzvarianten, im Werkstoff Beton, der ein Befahren mit SLW 60 gestattet, sowie in der Begehbarkeit der Anlage. Gerade der letzte Punkt war dem Referenten wichtig, da das Begehen der Anlage eine Inaugenscheinnahme gestattet und somit Kamerabefahrungen überflüssig macht.

Regenwasser-Nutzung und -Rückhaltung

Am Neubau eines Einfamilienhauses in einer dicht besiedelten Wohngegend in Freiburg ist Mall ebenso beteiligt. Dort wurde ein Reto-Regenspeicher eingebaut. Von der Gemeinde war ein Rückhaltevolumen von 4 m³ vorgegeben. Standardmäßig liefert der Hersteller Anlagen von 3,9 m³ bis 12,5 m³. Der Speicher sammelt das Wasser zur Nutzung und ist parallel ein Rückhaltebecken, das bei starken Regenfällen durch seine Pufferfunktion die Kanalisation entlastet. Es handelt sich bei diesem System also um ein Mischsystem von Regenwasser-Nutzung und -Rückhaltung, das obendrein noch die Kläranlagen von honen Wasserlasten befreien kann.

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