Foto: Flughafen Salzburg

Flughafen Salzburg

Sanierung der Landebahn: Asphalt statt Beton

8 Asphaltfertiger und 20 Walzen sind seit dem 28. April auf dem Salzburger Flughafen im Einsatz. Die knapp 60 Jahre alte Betonpiste ist seitdem gesperrt und wird in nur 5 Wochen erneuert.

Inhaltsverzeichnis

Gerade in den letzten Jahren musste die Piste immer wieder aufwändig und sehr kostenintensiv saniert werden. Bei der Piste handelt es sich um die wichtigste Infrastruktureinrichtung am Salzburger Flughafen, ohne die ein Airport nicht betrieben werden kann. Schon Anfang 2015 begannen die Vorbereitungsarbeiten für das Sanierungsjahr 2019.

Vorteile der „Vollsperrung“

Für den Zeitraum der Generalsanierung ist der Salzburg Airport komplett für den Flugverkehr gesperrt. Diese Sanierungsmethode bietet zahlreiche Vorteile:

  • Der Druck auf die Bauausführende ist wesentlich geringer als bei laufendem Flugbetrieb.

  • Die Ausführungsqualität ist deutlich höher, was eine höhere Gebrauchsdauer der neuen Piste ermöglicht.

  • Die Baukosten können minimiert werden.

  • Lärmintensive Bautätigkeiten können tagsüber stattfinden, wodurch die Bevölkerung deutlich entlastet wird.

Eine stückweise Sanierung hätte mehr als ein Jahr länger gedauert und wäre teurer gewesen.

Nach Beton kommt Asphalt

Die 2.850 m lange, 45 m breite und 25 cm dicke Betonpiste, die im Mai 1960 gebaut wurde, wird mittels Fallbeil „entspannt“. Sie dient als Unterbau für die neue Fläche. So werden laut Flughafen rund 4.000 Lastwagenfuhren mit Abbruchmaterial eingespart.

Insgesamt 115.000 t Asphalt werden für die 4 Asphaltschichten benötigt, die auf den Unterbau folgen. Man rechnet mit einer Tagesleistung von bis zu 8.000 t Asphalt. Dazu werden 80 bis 100 Lkw im Einsatz sein. Bei der Deckschicht handelt es sich um einen Splittmastixasphalt, der mit einem Sonderbitumen hergestellt wird und zusätzlich Kalkhydrat enthält. Die Deckschicht erhält ihre Griffigkeit durch Wasserhochdruckstrahlen.

Den Asphalt liefern 5 Mischwerke der Umgebung. Damit ist die Produktion in Salzburg ausgelastet – Straßenbaustellen wie beispielsweise die Sanierung der Tauernautobahn in Richtung Walserberg müssen daher warten.

Das Bauprojekt

Bis zu 250 Bauarbeiter der Firmen Porr Bau GmbH und Strabag AG stemmen das Projekt. Gebaut wird zwischen 6 und 22 Uhr. Falls länger anhaltendes, schlechtes Wetter diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung macht und Verzögerungen verursacht, könnten die Bauarbeiten auch in die Nacht verlegt werden. Im Zuge der Arbeiten werden auch 185 Kilometer Kabeln verlegt und 1.000 Unter- und Oberflurlichter auf LED umgetauscht. Die Befeuerungsbohrungen werden auch als Bohrkerne für die Mischgutuntersuchung verwendet.

Saniert werden neben der Piste auch die Anschlussbereiche an die Rollbahn. Außerdem wird die Sperre zur Erneuerung einzelner beschädigter Betonfelder am Flughafen-Vorfeld und für Instandhaltungsmaßnahmen im Flughafengebäude genutzt.

Am 17. Mai soll die Bauphase abgeschlossen sein, die letzte Woche wurde als Reserve eingeplant. Das Projekt kostet inklusive Bau- und Planungs- und durch die Sperre verursachten Ausfallskosten zwischen 40 und 42 Mio. Euro. Durch die Flughafensperre entfallen etwa 1.600 Flugbewegungen. Die erste Landung auf der neuen Piste ist für den 29. Mai geplant.

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Der Bau der Piste im Jahre 1960

Die zu sanierende „Piste 15/33“ scheint übrigens in der Pilotenliteratur als zwei Pisten auf, weil sie in sowohl in Richtung Norden, also Richtung Freilassing, als auch in Richtung Süden genutzt werden kann. Die Zahl „15“ bezeichnet die Himmelsrichtung Südsüdosten, also 150 Grad, die Zahl „33“ Nordnostosten, also 330 Grad.

  • Videos und Bilder von der Baustelle bei Salzburg24

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