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Die Naturgewalten kümmern sich in ihrer zerstörerischen Kraft nicht um eine Vorsortierung. So muss hier ein Recycling mit all dem Schutt klarkommen, der dort Mitte Juli des vergangenen Jahres im wahrsten Sinne zusammengeworfen wurde.
Foto: Moerschen
Die Naturgewalten kümmern sich in ihrer zerstörerischen Kraft nicht um eine Vorsortierung. So muss hier ein Recycling mit all dem Schutt klarkommen, der dort Mitte Juli des vergangenen Jahres im wahrsten Sinne zusammengeworfen wurde.

Flutkatastrophe

Schnell geholfen

Die Flutkatastrophe im Ahrtal wird noch in vielen Jahren Erinnerungen des Schreckens hervorrufen. Bei der Wiederaufbauoffensive kamen auch Anlagen von Moerschen Mobile Aufbereitung zum Einsatz.

Es gibt wohl derzeit in Deutschland keine größere und gleichzeitig anspruchsvollere Aufgabe im Baustoffrecycling, als die Aufräumarbeiten nach der Jahrhundertkatastrophe der Ahrtalflut. Das betrifft dabei nicht nur die schiere Menge der urplötzlich angefallenen Trümmermassen. Die Naturgewalten kümmern sich in ihrer zerstörerischen Kraft nicht um eine Vorsortierung. So muss hier ein Recycling mit all dem Schutt klarkommen, der dort Mitte Juli des vergangenen Jahres im wahrsten Sinne zusammengeworfen wurde. Durchweg chaotische Zustände prägen die Materialzusammensetzung und das in bisher nicht gekannten Ausmaßen.

Hochprofessionell aber nicht provisorisch

Schnelle Hilfe war und ist im Ahrtal unerlässlich – langes Zaudern ausgeschlossen! Das war Nils Dennis Bücker aus Unna klar. Der mit seiner auf Rückbauarbeiten spezialisierten Firma NDB Dienstleistungen erfahrene Profi sprang beherzt in die Bresche. Da kam eine zusätzliche Neuausrichtung mit einem weiteren Unternehmen grade recht: Mit der im Juni 2021 mit Justus Blass in Essen neu gegründeten Bücker&Blass GmbH nahm Nils Dennis Bücker entschlossen die Arbeit auf. Die leistungsstarke Phalanx einer kompletten Aufbereitungslinie der B&B GmbH arbeitet jetzt auf dem Recyclingplatz der Firma Otto Bau GmbH & Co. KG in einem unmittelbaren Hotspot der Zerstörung in Dernau unmittelbar an der Ahr. Kaum ein Ort war stärker betroffen - und ist es noch. Nils Dennis Bücker über die Herausforderung im Ahrtal: „Wichtig war nicht nur rasches Handeln sondern leistungsstarke Kompetenz vor Ort.“

Noch mehr als anderswo gilt im Ahrtal: Bei den derartigen Massen und der Zerstörung der Infrastruktur dürfen keine halben Sachen gemacht werden. Es müssen schnell Baustoffe zur Verfügung gestellt werden, die aus dem Schutt vor Ort regeneriert werden und trotzdem hochwertig und nachhaltig dauerhaft eingebaut werden können. „Nichts wäre schlimmer, als das halbherzig bearbeitetes Material später noch mal angefasst und erneut aufbereitetet werden müsste, weil beim Recycling überhastet und vielleicht noch provisorisch vorgegangen worden ist,“ fasst der Chef von B&B zusammen. Dafür ist eine aufeinander abgestimmte Maschinentechnik unerlässliche Grundlage.

Professionelle Bauschuttaufbereitung

Bei seinem Maschinenpark verlässt sich Nils Dennis Bücker bereits seit Längerem auf die Anlagenkompetenz und fachliche Beratung von Moerschen Mobile Aufbereitung. Für die professionelle Bauschuttaufbereitung bei optimaler Reinigung des stark verdreckten Bauschutts aus dem Ahrtal wurde mit viel Einsatzwillen und Fachkompetenz eine komplexe Aufbereitungslinie zusammengestellt: Im ersten Schritt erfolgt eine Vorabsiebung des Rohmaterials über eine Schwerlastsiebmaschine zur Schadstoffreduktion der Belastung im Feinanteil. Es folgt ein Brechen der ausgesiebten groben Schuttfraktion auf 0/45 mm. Das bei der Siebung erhaltene Mittelkorn der Fraktion 12/45 mm wird später separat von Störstoffen befreit. Hier arbeitet ein mittelgroßer Prallbrecher SBM Remax 300. Im Aufbereitungsprozess wird der österreichischen Maschine das Überkorn zur Nachzerkleinerung nochmals zugeführt, so dass schon hier eine optimale Ausbeute des zu bewältigenden Aufgabegutes sichergestellt werden kann. Über die vorhandenen Zusatzoptionen von Windsichter und Magnetabscheider werden bereits weitgehend Störstoffe eliminiert. Zusammen mit einer weiteren nachgeschalteten Schwerlastsiebanlage Terex Finlay 883+ erfolgt eine Klassierung und Sichtung des gebrochenen Bauschutts.

Im Zentrum der Aufbereitung des Schotters steht eine hocheffiziente und dennoch ressourcenschonende Nassreinigung im patentierten Schwimm-/sink-Trennungsverfahren. Hier schlägt die Stunde des Wash-Bear L-basic der neuesten Produktgeneration. Die Moerschen-Entwicklung steht für eine vollständige Abtrennung aller Leichtstoffverunreinigungen bei sparsamstem Einsatz von Prozesswasser und ohne Verwendung chemischer Zusätze. Grade unter diesen Verhältnissen mit völlig unvorhersehbar und chaotisch zusammengesetzten Ausgangsstoffen kann die Wash-Bear-Technologie hier ihre einzigartigen Merkmale in der Prozesskette wirkungsvoll in Szene setzen. Für die reibungslose logistische Verteilung des Materials auf Halden oder für die unmittelbare Beladung von Lkw steht ein raupenmobiles Moerschen-Haldenband MFB 20/90K bereit.

Hochwillkommenes Material

Im Ergebnis steht die Herstellung von RC-Produkten erster Güte für den Tief- und Straßenbau. Konkret können durch die Anlagenlinie der B&B GmbH täglich mehrere tausend Tonnen unterschiedlicher Standardkörnungen von Brechsand 0/12 mm bis Schotter 0/45 mm für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt werden. Das ist hochwillkommenes Material, das nachhaltig regional und ohne lange Straßentransporte unmittelbar einsetzbar ist. Anders wäre es auch gar nicht gegangen, wie Nils Dennis Bücker weiß: „Neben Gebäuden waren auch Infrastrukturelemente wie Straßen oder Brücken massiv in Mitleidenschaft gezogen. Das hätte ausgedehnte LKW-Transporte zur Versorgung mit wichtigen Baustoffen fast unmöglich gemacht.“ Unter diesen Umständen war es daher zwingend, eine leistungsstarke Recyclingkette vor Ort aufzubauen, um die noch intakten Straßen nicht unnötig mit Lkw zu verstopfen. Bei diesen Dimensionen galt zwingend die Devise: Nicht das Material kommt zum Aufbereiter – der Aufbereiter kommt zum Material. (US/RED)

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