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Foto: Technische Universität Dresden
Mehr als die Hälfte der Unfälle an außerörtlichen Kreisverkehren ereignen sich in der Dämmerung oder bei Dunkelheit

Verkehrssicherheit

Sichere Gestaltung außerörtlicher Kreisverkehre

Im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von Kreisverkehren ermittelt.

Im Allgemeinen stellen Kreisverkehre im Zuge von Landstraßen eine verkehrssichere Knotenpunktform dar. Auffällig ist jedoch, dass sich ein Großteil der Unfälle an Kreisverkehren bei Dunkelheit ereignet. Deshalb wurden maßgebliche Faktoren auf die Erkennbarkeit sowie Verbesserungsmaßnahmen untersucht. Die Ergebnisse sollen bei der Aktualisierung der Entwurfsregelwerke einfließen.

Aufgabenstellung

Kreisverkehre, die außerhalb bebauter Gebiete eingerichtet wurden, weisen im Vergleich zu Knotenpunkten mit und ohne Lichtsignalanlage im Allgemeinen eine hohe Verkehrssicherheit auf. Ein hoher Anteil von Fahrunfällen, insbesondere bei Dunkelheit, lässt allerdings darauf schließen, dass das Sicherheitspotenzial von Kreisverkehren auf Landstraßen noch nicht ausgeschöpft ist.

Die BASt beauftragte deshalb die Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik der Technischen Universität Dresden mit einer Untersuchung, wie die Verkehrssicherheit dieser Kreisverkehre weiter erhöht werden kann. Unter besonderer Berücksichtigung der Sichtbarkeit bei Nacht sollten die Anforderungen für eine optimierte Erkennbarkeit von außerörtlichen Kreisverkehren bestimmt werden. Die Ergebnisse sollten zudem in die Fortschreibung des Merkblatts für die Anlage von Kreisverkehren der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen einfließen können.

Untersuchungsmethode

Zugrunde gelegt wurde eine Literaturanalyse, bei der die Schwerpunkte auf die Verkehrssicherheit sowie auf wahrnehmungspsychologische Aspekte gelegt wurden.

Im folgenden Arbeitsschritt erfolgte eine mehrstufige Analyse des Unfallgeschehens auf Basis der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten. Ergänzend wurden elektronische Unfalldaten aus 3 Bundesländern hinzugezogen. Zudem wurden für 109 Kreisverkehre gestalterische und verkehrliche Merkmale in einer Datenbank aufbereitet. Unfallschwere und -struktur wurden untersucht und Sicherheitsgrade ermittelt. Anhand verallgemeinerter linearer Modelle wurden Einflussgrößen bestimmt, die signifikant auf die Anzahl aller Unfälle, der Fahrunfälle und Abkommensunfälle bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen wirken. Für diese Größen wurden auch die entsprechenden Unfall- und Unfallkostenraten ermittelt.

Nachfolgend wurden die Streckengeometrie des Annäherungsbereiches und die Gestaltung der Kreisverkehre vermessen. Darüber hinaus fand an 32 Kreisverkehrszufahrten bei Tag und bei Nacht für je 2,5 Stunden eine Erhebung des Fahrverhaltens statt. Aus dem Geschwindigkeits- und Spurverhalten sollten unfallbegünstigende und unfallvermeidende Gestaltungsmerkmale abgeleitet werden. An 9 Kreisverkehren wurden zudem ortsaufgelöste Leuchtdichteaufnahmen bei Dunkelheit durchgeführt. Abgeleitet werden sollten daraus Anregungen für eine Optimierung der nächtlichen Sicht- und Erkennbarkeitsverläufe.

Ergebnisse

Die Auswertung der Unfallstruktur an außerörtlichen Kreisverkehren ergab, dass sich 60 % der dortigen Unfälle während der Dämmerung oder bei Dunkelheit ereigneten. Bei 40 % der Unfälle handelte es sich um Alleinunfälle ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Die Alleinunfälle führten häufig zum Auffahren auf die Kreisinsel und wiesen die höchste Unfallschwere auf.

Die Detailanalyse von 109 Kreisverkehren ergab, dass Zufahrten mit Abkröpfung und Verschwenkung im Annäherungsbereich geringere Unfallraten aufweisen als Zufahrten mit gestreckter Linienführung. Zufahrten mit breitem Fahrbahnteiler in dreieckiger Form weisen geringere Unfallraten auf als Zufahrten mit schmalem Fahrbahnteiler mit gerader Bordführung.

Das beobachtete Geschwindigkeits- und Spurverhalten bestätigt die Erkenntnisse der Unfallanalyse im Hinblick auf die Linienführung im Annäherungsbereich und die Form des Fahrbahnteilers. Anhand der lichttechnischen Analysen konnte gezeigt werden, dass durch retroreflektierende Markierungsnägel auf den Bordsteinen der Fahrbahnteiler und der Kreisinsel die Erkennbarkeit von außerörtlichen Kreisverkehren bei Dunkelheit verbessert werden kann.

Folgerungen

Durch die Untersuchung konnten unfallbegünstigende Faktoren ermittelt und gestalterische Empfehlungen gegeben werden, um die Sicherheit an Kreisverkehren auf Landstraßen weiter zu erhöhen. Dies betrifft vor allem die Gestaltung des Annäherungsbereichs, der Zufahrt und des Fahrbahnteilers sowie die Beleuchtung. Auf Basis der Ergebnisse konnten Textbausteine formuliert werden, die zur Fortschreibung des Regelwerkes verwendet werden sollen.

Foto: ZDB

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