Bivitec Siebmaschinen sind auf Marsh Mellow Gummihohlfedern gelagert, um ein geräuscharmes Arbeiten und lange Standzeiten zu gewährleisten.
Foto: Binder+Co AG

Aufbereitungstechnik

So lagert Ihr Sieb richtig

Bei der Lagerung von Siebmaschinen herrschen nicht immer märchenhafte Zustände. Diese Tools schaffen Abhilfe.

Inhaltsverzeichnis

Ein Sieb ist wie die Prinzessin auf der Erbse. Ist es nicht richtig gelagert, können Probleme an der umgebenen Bausubstanz entstehen, das Sieb kann Schaden nehmen und das Siebergebnis ist oft auch nicht zufriedenstellend. Besser also genau hinschauen, wie man sein Sieb bettet und sich von Experten beraten lassen.

Schwingelemente für diskontinuierliche Beschickung

Die Firma Rosta aus der Schweiz ist seit über 70 Jahren im Bereich Federn, Dämpfen, Lagern und Spannen von Antrieben und Schwingsystemen der Industrie tätig. Zu ihrem Produktportfolio für Sieblagerungen zählen beispielsweise Schwingelemente Typ AB-HD in der Heavy Duty-Version (hohe Belastbarkeit) für den Einsatz in der Minen- und Bergbauindustrie, wo mit variabler Spontanbeschickung gearbeitet wird. Diese Art der Lagerung sei wenig anfällig bei Überlastbetrieb. „Das AB-HD Element ist aufgrund hoher Kapazitätsreserven prädestiniert für Siebe mit diskontinuierlicher Spontanbeschickung,“ erklärt das Unternehmen. Alle AB-HD Schwingelemente sind auch in Edelstahl-Ausführung (AISI 304) erhältlich und austauschbar mit den blauen AB-HD-Schwingelementen.

Gummihohlfedern mit hohen
Dämpfungseigenschaften

Bereits seit 30 Jahren verbaut der Aufbereitungstechnikhersteller Binder+Co in seinen Siebmaschinen Marsh Mellow Gummihohlfedern von Firestone Industrial Products. Mit dieser Entscheidung ist Binder+Co. nach eigenen Angaben nach wie vor zufrieden. So hätten sich bei Bivitec-Siebmaschinen, die mit dieser Federung ausgestattet sind, eine geringere Vibrationsübertragung auf die Unterstützungskonstrukion und ein sehr gutes Auslaufverhalten beim Abschalten der Maschine (geringe Ausschwingamplitude, gute Dämpfungseigenschaft) gezeigt. „Wir verbauen in ca. 90 Prozent unserer Siebmaschinen die Marsh Mellow Federn von Firestone“, sagt Franz Anibas, Leiter Konstruktionsbüro Siebtechnik bei Binder+Co in Gleisdorf, Österreich. „Sie bieten eine robuste und zuverlässige Lösung zur Vibrationsdämpfung, daher setzen wir sie bereits seit dem Jahr 1988 ein. Im Gegensatz zu Stahlfedern bringen Marsh Mellows besondere Vorteile in Bezug auf Auslaufverhalten, Lebensdauer und CE-Konformität.“

Bei Marsh Mellow Federn handelt es sich um gewebeverstärkte Gummihohlzylinder ohne Druckluftbefüllung, die sich kaum zerstören lassen. Sie schützen Systeme vor den Auswirkungen von strukturell übertragenen Vibrationen und sind ein wirksamer passiver Isolator. Diese Federn kommen in einem großen Spektrum der Siebmaschinentechnologie zum Einsatz. Sie nehmen die Schwingungsenergie des Siebdecks auf und bewirken, dass die auf die Unterstützungskonstruktion der Maschine oder auf den Boden übertragenen dynamischen Lasten sinken. Der Isolationswert betrage laut Hersteller ca. 90 bis 95 %.

„Aufgrund der niedrigen Eigenfrequenzen der Marsh Mellow Federn bieten sie eine gute Isolierung der dynamischen Lasten im Frequenzbereich von 750 - 1200 Zyklen pro Minute (12,5 – 20 Hz)“, erläutert Thomas Vermeulen, EMEA Sales Manager Industrial bei Firestone Industrial Products in Arnheim. „Die variable Federrate der Marsh Mellows ermöglicht eine annähernd gleichbleibende Schwingungsisolierung für einen breiten Lastbereich.“

Ein großer Vorteil für die Betreiber von Siebmaschinen mit Marsh Mellow-Lager ist, dass die Federn nahezu wartungsfrei sind, da sie keinerlei bewegliche Teile enthalten. Ihre Haltbarkeit liege bei bis zu 10 Jahren, in Einzelfällen sogar bei bis zu 15 Jahren, betont Firestone. In der Regel wird ein routinemäßiger Austausch nach etwa fünf Jahren empfohlen. Der Austausch soll in der Regel einfach und schnell erledigt ein.

Korrosion, Schmutz oder Feuchtigkeit beeinträchtigt die Funktion der Marsh Mellow Federn nicht. Selbst wenn ihre Höhe im Laufe der Jahre nachlässt, würden sie keine Probleme oder Maschinenausfälle verursachen, wie dies bei Stahlfedern passieren kann. Marsh Mellow Federn können nicht brechen oder splittern wie Metallfedern. „Einer ihrer großen Pluspunkte ist die höhere Sicherheit für den Bediener: Offenliegende Stahlfedern können durchaus eine Verletzungsgefahr bergen, schon mancher Finger wurde darin eingeklemmt. So etwas kann mit Marsh Mellow Federn nicht passieren,“ erklärt Vermeulen.

Marsh Mellow Federn sind in zahlreichen Ausführungen verfügbar, für den Einsatz in Siebmaschinen sind jedoch nur gewisse Typen geeignet. „Bei Gummihohlfedern kommt es darauf an, die richtige Type einzusetzen, sonst stimmen Belastung und Einfederung nicht“, erläutert Franz Anibas. „Je nach Siebmaschine und Leistungsanforderung muss individuell berechnet werden, welches Produkt die Anforderungen am besten erfüllt.“

Luftfederung halbiert
Schwingungsübertragung

Eine noch bessere Schwingungsdämpfung versprechen Luftfeder-Systeme. „Mittlerweile rüsten wir zusätzlich etwa 10 Prozent unserer Siebmaschinen mit Zweifalten-Luftfederbälgen aus, wodurch sich die dynamischen Lasten im Vergleich zu Marsh Mellows etwa halbieren und Schwingungsübertragung auf den Stahlbau nochmals deutlich verringert wird,“ sagt Franz Anibas.

Auf der bauma 2019 wird Binder+Co erstmals eine Bivitec Spannwellensiebmaschine mit dieser Art von Lagerung vorstellen. Die installierten Airmount Balgzylinder von Firestone Industrial Products helfen dabei, die Schwingungen im Stahlbau von Sieb-
anlagen nochmals deutlich zu reduzieren. Tests hätten gezeigt, dass Luftfedern die Restschwingungen noch stärker als Marsh Mellow Hohlfedern reduzieren. Mit den Zweifalten-Luftfederbälgen ließen sich nach Erfahrungen von Binder+Co die dynamischen Lasten im Vergleich zu Marsh Mellows etwa halbieren. Die Schwingungsübertragung auf den Stahlbau werde nochmals deutlich verringert. Im Vergleich zu Schraubendruckfedern, Blattfedern oder Gummihohlfedern haben Luftfederbälge eine geringe Eigenfrequenz in Bereichen zwischen 1,5 und 3 Hertz. Dadurch werde eine starke Isolierungswirkung von bis zu 98,5 % erreicht. Im Vergleich dazu weisen Stahlfedern in Siebmaschinen eine Eigenfrequenz von 4 bis 6 Hertz auf und liegen bei 75 bis 85 Prozent Isolierwirkung. Vorteilhaft ist auch, dass man den Innendruck der Balgzylinder regulieren kann. Sie sind dadurch an verschiedene Lastzustände anpassbar. Durch die bessere Schwingungsisolierung wird zusätzlich der Lärmpegel gesenkt und so ein gesünderes Arbeitsumfeld geschaffen.

Intelligente Luftfedern mit Sensorik, die Daten überträgt

Auch Contitech stellt Luftfedern für die schwingungstechnische Lagerung von Maschinen her. Diese sind mit einer Sensorik ausgestattet, die Auskunft über den Betriebszustand in Echtzeit liefern. Daten zu Druck-, Temperatur- und Höhenzustand können übertragen werden. Die Balgzylinder weisen nach Angaben von Contitech sehr niedrige Eigenfrequenzen auf. Diese liegen – je nach Typ – bei 0,5 bis 3,5Hz. Mit Tragkräften von 0,5 kN bis über 440 kN können sowohl leichte Messmaschinen als auch schwere Fundamente gelagert werden.

Contitech stellt seine Balgzylinder aus einer ECO-Mischung her, die eine verbesserte Medienbeständigkeit besitzen soll. Die ECO2-Balgzylinder können damit auch in Anwendungen eingesetzt werden, in denen sie Schmierölen, aggressiven Dämpfen und Laugen ausgesetzt sind. Balgzylinder der ECO2-Reihe bestehen aus dem Elastomer Epichlorhydrin und eignen sich besonders für Hochtemperaturanwendungen. Je nach Ausführung können sie bei Umgebungstemperaturen bis +130 °C eingesetzt werden. Mit dem neuen ECO2-Compound hat Hersteller zusätzlich auf Blei verzichtet und wird damit der REACH-Verordnung der Europäischen Union gerecht: Bleioxid steht unter Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.  

Prototyp der Bivitec-Spannwellensiebmaschine in der Konstruktionshalle von Binder+Co.
Foto: Binder+Co AG

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Foto: © Harald Eisenberger

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