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Die digitale Steuerung  sorgt für die optimale Bereitstellung von Rohstoffen.
Foto: Michael Schlutter
Die digitale Steuerung  sorgt für die optimale Bereitstellung von Rohstoffen.

Digitalisierung

Standard in fünf Jahren

Die Digitalisierung in der gesamten Baubranche befindet sich derzeit in voller Fahrt. In spätestens fünf Jahren wird die Digitalisierung Standard sein.

Die Ziele sind dabei klar abgesteckt. Einerseits sollen die Unternehmen durch eine extreme Minimierung der Verwaltungskosten und der Optimierung aller Prozesse auch in Zukunft noch konkurrenzfähig sein. Andererseits spielt aber auch der „grüne Fußabdruck“ – beispielsweise durch die Einsparung von Papier und Energie – eine immer größere Rolle.  Viele Firmen haben diese „Zeichen der Zeit“ erkannt und bereits komplett oder zumindest teilweise auf digital umgestellt. Jedoch sind auch rein analoge Lösungen mit Telefon, Eingaben per Hand, Lieferscheinen mit Durchschlägen und vielen Meter langen Archivreihen noch oft anzutreffen. Wer hier den Anschluss verpasst, wird zukünftig immer mehr Probleme bekommen.

Denn was Digitalisierung kann, haben viele andere Industriezweige bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreich bewiesen. Wer einmal eine Führung in einem renommierten Autowerk macht oder einen Bericht darüber sieht, bekommt eine ungefähre Vorstellung davon, was heute alles möglich ist. Der gesamte Fertigungsprozess ist digitalisiert. Ein hochgenaues Zeitmanagement steuert alle Arbeitsschritte und die Bereitstellung der dafür notwendigen Komponenten. Dazu zählen auch extern zugelieferte Teile, die zum richtigen Zeitpunkt „just in time“ in ausreichender Menge vorhanden sein müssen. Wie empfindlich dieses System allerdings auch reagieren kann, hat Corona beispielsweise bei den dringend benötigten Elektronik-Komponenten gezeigt. Aber nur so kann insgesamt eine effektive und somit gewinnorientierte Fertigung realisiert werden.

Noch viel zu tun

Das haben auch viele Produzenten von Baustoffen erkannt. Denn die Aufgabenstellung ist durchaus vergleichbar. Die Werksproduktionsauslastung (was besonders in Transportbeton-Mischwerken eine elementare Rolle spielt), ein intelligentes Flottenmanagement von Lieferfahrzeugen (gerade Beton muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der angeforderten Menge da sein) und ständig genügend Rohstoffe im Bunker sind nur einige Kernpunkte. Qualitätsmanagement, Fakturation, Rezepturen und Stammdaten, der Rohstoffeinkauf, das Labor, die Kalkulation, die Disposition, der elektronische Lieferschein und die digitale Archivierung sowie eine zunehmende Vernetzung mit BIM (Building Information Modeling) sind weitere Stichpunkte, die auf der Tagesordnung stehen.  „In spätestens fünf Jahren wird dieser Prozess auch in der Baustoffbranche abgeschlossen sein“, prognostiziert Beate Volkmann, Vorstandsmitglied der Praxis EDV-Betriebswirtschaft- und Software-Entwicklung AG. „Wer hier zu spät kommt, den bestraft das Leben“, bringt sie es mit einem bekannten Spruch auf den Punkt. Mit über 30 fest angestellten und zusätzlichen freien Mitarbeitern werden hier im thüringischen Pferdingsleben Softwarelösungen für die Baubranche erarbeitet. Bau-ELSE, Beton-ELSE oder WDV 2020 sind nur einige Begriffe, die für ihre innovative Anwendung bekannt sind. Neben vielen Einzellösungen für verschiedene Bereiche ist dabei die WDV-Software das Flaggschiff, welche nach einer kompletten Installation alle Prozesse im Unternehmen und deren Umfeld vereint und komplex verarbeitet. Diese hochintegrierte Branchen-ERP wird ständig an die neuesten Anforderungen angepasst und wird inzwischen in der neuesten Version „2024“ angeboten.

Keine Sorge vor der Umstellung

„Die Einführungsphase ist sehr intensiv, kann über Monate gehen und garantiert dann aber, dass dass alle Prozesse aufeinander abgestimmt abgearbeitet werden können.“ Der Aufwand wird letztendlich deutlich geringer, weil die Mitarbeiter im Normalfall nur noch eine Kontrollfunktion haben, erläutert Beate Volkmann. Durch die schnelle Datenverarbeitung haben sie aber jederzeit einen kompletten Überblick und können so auch in einem Notfall sofort manuell in die ablaufenden Prozesse eingreifen. Vor allem wird aber die Effektivität deutlich ansteigen, da die WDV alle Daten und Vorgänge unter der Vorgabe einer ständigen Optimierung erfasst und verarbeitet und somit auch Abläufe im Unternehmen dynamisch anpassen kann. „Angst braucht niemand vor so einer Umstellung zu haben. Durch jahrzehntelange Erfahrungen kennen wir viele Unternehmensstrukturen sowie die vorhandenen Voraussetzungen und können so für jeden eine maßgeschneiderte Lösung finden“, beruhigt Beate Volkmann. Und auch nach einer Installation sei man jederzeit erreichbar und könne man bei Problemen oder Anpassungen kurzfristig helfen. Michael Schlutter

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Die Mitarbeiter haben durch die Digitalisierung  weniger Aufwand und können aber jederzeit eingreifen.
Foto: Michael Schlutter
Die Mitarbeiter haben durch die Digitalisierung  weniger Aufwand und können aber jederzeit eingreifen.

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