Foto: Taiyo Onorato & Nico Krebs

Ausstellung

Straßen, Highways und Datenströmen im Bild

„From A to B. Von Straßen, Highways und Datenströmen“ – so der Titel einer Ausstellung. Derzeit kann man diese im Museum Mosbruch in Leverkusen nicht persönlich besuchen, aber die Kunstwerke dennoch erfahren.

Inhaltsverzeichnis

Die Natur der Straße liegt in der Verbindung eines Starts A mit einem Ziel B – eine urtypische Bewegung. Sie geht einher mit der Grundannahme, dass sich unsere Welt linear entwickelt und stetig fortschreitet. Der Bau von Straßen erzählt in der Kulturgeschichte der Menschheit vom Siegeszug dieser linearen Perspektive: Man wollte immer weiter, mit immer mehr Personen und Waren auf immer mehr Straßen. Nun scheinen wir uns im Zuge einer fortschreitenden Digitalisierung aber immer weiter von der Idee einer linearen Struktur zu entfernen – hin zu einem Fluidum totaler Vernetztheit. Lineare Narrationen brechen auf; die Simultanität vieler Möglichkeiten herrscht vor.

Faszination eingefangen

Die Ausstellung From A to B reflektiert vor diesem Hintergrund das Motiv der Straße und das Konstrukt einer Linearität, das sich in ihm manifestiert(e). Sie befragt dessen Relevanz und Bedeutung für die Welt des 21. Jahrhunderts und tut dies in der einst im Geiste der Wirtschaftswunder-Pioniere autogerecht umgebauten Industriestadt Leverkusen (auf die mit dem aktuellen Autobahnausbau von A 1 und A 3 einer der größten und herausforderndsten Baumaßnahmen NRW zukommt).

From A to B zeigt Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die das Motiv der Straße oder des Highways abbilden, es untersuchen, in Frage stellen, sich ihm verweigern oder das lineare System, das die Straße prägt, weiterentwickeln. In einer Vielzahl von Straßen- und Autobahnbildern wird die pragmatisch von A nach B führende Straße als (einstige) Fortschritts-Metapher reflektiert und ihre allmähliche Transformation in die virtuellen Welten der Datenhighways aufgezeigt.

Als Auftakt der Ausstellung führt eine Großprojektion mit Werken von 42 Fotografen der Agentur Magnum in die verschiedenen Zuschreibungen der Straße ein. Seit den 1950er Jahren haben diese auf der ganzen Welt Straßen und Autobahnen aufgenommen, ihre Konstruktionen und Nutzungen.

Podcast zur Ausstellung

Da die Ausstellung derzeit geschlossen ist und die Museumsmacher dennoch zum Nachdenken anregen wollen, folgt an jedem Sonntagmorgen ein Podcast für Erwachsene und auch einer für Kinder.

In der ersten Folge führen Ausstellungskuratorin Heide Häusler und kommissarischer Museumsdirektor Fritz Emslander auf einem Rundgang durch die Ausstellung und erläutern Hintergründe zur Auswahl und Entstehung der Werke.

Demnächst stellen sich die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung „From A to B. Von Straßen, Highways und Datenströmen“ direkt aus ihrer Heimat digital vor und erzählen, was Straßen und Highways für sie in der heutigen Welt bedeuten und warum sie sich damit künstlerisch beschäftigt haben.

Und auch Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft äußern sich zu aktuellen Themen rund um das Thema Straßenbau, Umwelt und Digitalisierung.

Im Kinderpodcast schauen sich die zwölfjährige Jarla und die achtjährige Paulina die Ausstellung an und erzählen, warum sie bestimmte Werke gerade für Kinder so spannend finden. Außerdem erklärt die Museumspädagogin Lucia Riemenschnitter, wie Kinder sich Straßen und Spiele bauen können.

Demnächst wird es auch Filmmaterial geben. Geplant ist die Ausstellung bis zum 7. März.

Hier geht es zum Podcast

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