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Mit viel Schwung taufte Ellrichs Bürgermeister den Gipsbrocken.
Foto: Michael Schlutter
Mit viel Schwung taufte Ellrichs Bürgermeister den Gipsbrocken.

Gestein des Jahres

Taufe auf den Namen „Gips“

Der „Tag des Geotops“, die Taufe von Gips zum „Gestein des Jahres“ und ein „Tag der offenen Tür“ – das waren gleich drei gute Gründe für zahlreiche Interessierte aus der Region, am 18. September die Casea GmbH in Ellrich zu besuchen.

Mit Werksbesichtigungen, Exkursionen in den Steinbruch und zum Naturdenkmal „Kelle“ sowie einem bunten Programm für Kinder und Eltern mit Hüpfburgen, Malwand und Kinderschminken gab es ein vielfältiges Angebot und Neues rund um den Gipsstein zu entdecken. Auch das einsetzende Regenwetter konnte den Spaß nur wenig trüben. Für Informationen und Gespräche waren neben vielen Unternehmensmitarbeitern auch Vertreter der Hochschule Nordhausen (Abteilung Baustoffrecycling, Gipsrecyling, Gipsersatzbaustoffe), des Unternehmerverbandes Mineralische Baustoffe UVMB e.V. und des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz anwesend.

Geowissen verbreiten

Hauptanlass war Ernennung von Gipsstein zum „Gestein des Jahres“ 2022. Dies hat ein Fachkuratorium unter Federführung des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler e. V. (BDG) entschieden. Die bereits 2007 ins Leben gerufene Initiative „Gestein des Jahres“ hat das Ziel, geowissenschaftliches Wissen der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei soll auf die Funktionen der Gesteine im Naturraum, auf die Bedeutung der geologischen Prozesse aber auch auf die Bedeutung als Rohstoff und dessen Anwendungen aufmerksam gemacht werden. Das Kuratorium setzt sich zusammen aus Vertretern des BDG, der Staatlichen Geologischen Dienste, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung und des Bundesverbandes Mineralische Rohstoffe e. V. (MIRO).

Mit dem „Gestein des Jahres“ soll Gips als ein wichtiger Roh- und Baustoff gewürdigt werden, der aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Er wird bereits seit Jahrhunderten genutzt. Heute ist Gips als Rohstoff in der Bauindustrie, als Nahrungsmittelzusatz oder als Trägersubstanz in der Arzneimittelherstellung zu finden. Gipsplatten verschiedenster Art, Gipsputze und Calciumsulfatestriche sind weitere wichtigste Bauprodukte. Ein weiterer Vorteil von Gips ist seine sehr gute Recyclingfähigkeit.

Derzeit wird Gipsstein in Deutschland in 62 Steinbrüchen und neun untertägigen Bergwerken gefördert, vor allem in Württemberg, im westlichen Franken und im Südharz. Etwa die Hälfte des in Deutschland verarbeiteten Gipses stammt derzeit noch aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) der Kohlekraftwerke, wo er aus der Reaktion des Schwefeldioxids im Rauchgas mit Kalkstein entsteht. Die oberflächennahen Gips- und Anhydritlagerstätten im Südharz zählen mit einem Anteil von etwa 30 % und einer hohen Rohstoffqualität zu den wichtigsten Vorkommen bundesweit.

Digitaler Gruß

Das sich die Nutzung von Naturgips in einem Spannungsfeld von Rohstoffgewinnung, Naturschutz und konkurrierenden Flächeninteressen bewegt - darauf ging auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) ein, welcher per Video eine Grußbotschaft zum Event übermittelte. „Der Harz ist voller Gips. Das führt manchmal zu Auseinandersetzungen und Debatten aber auch zu Arbeitsplätzen.“ Deshalb sei es wichtig, den Tag des Geotops gemeinsam zu begehen, dankte Ramelow der Caesa GmbH, „die sich hier sehr engagiert hat, um den Gips fühlbar und fassbar zu machen. Denn es ist besser an einem solchen Tag miteinander zu reden, als übereinander zu schimpfen.“ Michael Schlutter

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Als Andenken konnten die Gäste aus Gipsstein geschliffene Würfel mitnehmen.
Foto: Michael Schlutter
Als Andenken konnten die Gäste aus Gipsstein geschliffene Würfel mitnehmen.

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