Foto: Eurovia

Straßenbau 4.0

VIA IMC verstärkt BIM-Kompetenzzentrum

VIA IMC, die Digitalsparte von Eurovia, tritt dem im Juni vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gegründeten nationalen BIM-Kompetenzzentrum bei.

In der Institution ist VIA IMC für die Instandhaltung von Straßen, Wasserstraßen, den Hoch- und Ingenieurbau zuständig. 18 Partner aus mehreren Branchen arbeiten daran, die Digitalisierung mit dem Schwerpunkt BIM im Bauwesen voranzutreiben.

Das Nationale BIM-Kompetenzzentrum wurde als zentrale öffentliche Anlaufstelle des Bundes für alle Fragen zur Digitalisierung im Bauwesen und zur digitalen Bauplanungsmethode BIM (Building Information Modeling) installiert. Seine Experten sollen den digitalen Bau beschleunigen und ihn auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zugänglich machen.

„Von der BIM-Methodik können beim Straßenbau auch kleine und mittlere Baustellen profitieren“, sagt Dirk Ebersbach, Geschäftsführer von VIA IMC. Beim Planen, Bauen und Erhalten von Straßen komme es vor allem auf Kooperation an. „Und daher ist BIM die Methode, mit der wir alle zusammenarbeiten können. BIM ist innovativ und bringt Transparenz“, so Ebersbach. Auch Tim Lorenz, Geschäftsführer von Eurovia Deutschland, zu dessen Infrastruktursparte auch VIA IMC gehört, freut sich über den Auftrag des Bundes: „Es ist der richtige Schritt. Deutschland hat eine hohe Baukompetenz, doch der Ruf der Bauindustrie hat leider im internationalen Kontext und auch in Deutschland aufgrund der gescheiterten Großprojekte der öffentlichen Hand stark an Image verloren. Wir können in Europa noch Vorreiter werden, und wir können junge Menschen zukünftig für den interessanten Beruf am Bau begeistern, wenn wir konsequent die Digitalisierung unserer Projekte vorantreiben. Lassen Sie uns gemeinsam die ‚Infrastruktur neu denken‘.“

Dichtes Informationsnetzwerk

Bei der BIM-Methode werden alle Daten, die für ein Projekt wichtig sind, digital erfasst und miteinander vernetzt. Dadurch können alle Projektbeteiligten zu jedem Zeitpunkt eines Projektes auf ein dichtes Informationsnetzwerk zugreifen und bei Bedarf frühzeitig Änderungen im Projekt vornehmen. Das erhöht die Planungssicherheit und kann Kosten reduzieren.

Mit VIA IMC verfügen die Infrastruktursparte von Eurovia Deutschland sowie der Mutterkonzern Vinci über eine Einheit, die sich speziell innovativen Geschäftsfeldern wie der Digitalisierung im Bau widmet. Den Bund wird VIA IMC vor allem dabei unterstützen, digitale Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um den Betrieb und die Erhaltung von Straßen mit BIM-Prozessen zu vereinen und zu optimieren. „Das erreichen wir, indem wir unsere langjährige Fachkompetenz im Planen, Bauen und Betreiben von Straßen und unser innovatives Denken zu BIM und zur Digitalisierung einbringen“, erklärt Ebersbach.

Referenzen zu BIM und im digitalen Straßenbau sammelte VIA IMC zuletzt mit einem Auftragsprojekt der VIA Gateway, des Betreibers der Autobahn A4 bei Hörselberge in Thüringen. Bei diesem BIM-Projekt entwickelte und erprobte VIA IMC ein Erhaltungsmodell, das Bau- und Erhaltungspläne mit einem digitalen 3D-BIM-Modell verknüpft und optimiert.

Digitalisierung

BMVI und BMI starten gemeinsames Kompetenzzentrum für BIM

Auf Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ist mit der Vertragsunterzeichnung das Nationale BIM-Kompetenzzentrum auf den Weg gebracht worden.

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RUB-Ingenieure möchten Bauprozesse digital besser planen

Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) möchte mit dem Projekt „BIM-4-Infra“ Bauprozesse digital besser planbar machen. Dafür erhielt es vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Mittel in Höhe von 2 Mio. Euro bis Ende 2018. Hintergrund: Der Bund will bis 2030 rund 270 Mrd. Euro in die deutsche Verkehrsinfrastruktur investieren. Dieses Geld soll möglichst effizient eingesetzt werden.

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Knipper unterstützt Dobrindt

Die Deutsche Bauindustrie unterstützt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei seinem Vorhaben, Building Information Modeling (BIM) ab 2017 stufenweise in Bauprozesse zu integrieren. RA Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, erklärte dazu im Vorfeld des Zukunftsforums Digitales Planen und Bauen heute in Berlin: „Mit der verbindlichen Einführung eines Stufenplans zur Einführung von BIM bei Verkehrsinfrastrukturprojekten in Deutschland halten wir den entscheidenden Schlüssel in der Hand, um in Zukunft Kosten- und Zeitüberschreitungen bei Großprojekten zu vermeiden. Das geht aber nur, wenn digitale Werkzeuge durchgängig in der Wertschöpfungskette Bau angewendet werden.“

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RUB veröffentlicht Handlungsempfehlungen

„Unsere wichtigste Erkenntnis war, dass die Anwendung von digitalen Methoden zur Planung und Ausführung im Infrastrukturbau schon heute möglich ist“, sagte Prof. Dr. Markus König, Leiter des RUB-Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen. Anlass war die Fertigstellung der Handlungsempfehlungen, die die Arbeitsgemeinschaft Infra-BIM erstellt hatte.