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Foto: Autobahn GmbH / Maurice Kaluscha
Derzeit läuft überhaupt kein Verkehr mehr über die Salzbachtalbrücke

Brücken

Wie geht es mit der gesperrten Salzbachtalbrücke im Zuge der A 66 weiter?

Nachdem ein Passant am 18. Juni herabfallende Betonbrocken vom südlichen – nicht unter Verkehr stehenden – Teil der Salzbachtalbrücke auf der A 66 bei Wiesbaden gemeldet hatte, wurde der Verkehr in beide Fahrtrichtungen sowie unter der Brücke gestoppt.

Eine Untersuchung ergab Probleme an der Statik: Ein Brückenlager zwischen Pfeiler und Überbau ist zusammengebrochen. Dadurch hat sich der Überbau um etwa 30 cm abgesenkt und sitzt nun direkt auf dem Pfeiler. Der wiederum hat sich seitlich verschoben und weist Risse auf.

Weil im Umkreis von 50 m um die Brücke ein Sicherheitsbereich eingerichtet werden musste, ist seitdem auch die nördliche Brückenhälfte gesperrt, ebenso der Schienenverkehr. Die darunter liegende B 263 ist dagegen nach kurzzeitiger Sperrung wieder einspurig in beide Richtungen befahrbar. Hier wurde ein Bypass eingerichtet.

Die Folgen

Möglicherweise haben die hohen Temperaturen in den Tagen vor der Sperrung dafür gesorgt, dass die Brücke sich ausgedehnt hat und von ihrem Lager heruntergefallen ist. Fakt ist: Die 1963 eröffnete Salzbachtalbrücke war ursprünglich für eine Belastung von rund 20.000 Fahrzeugen ausgelegt. Weil der tägliche Verkehr diese Belastung deutlich überstieg, musste sie seit 1985 immer wieder verstärkt werden. Zuletzt fuhren täglich rund 80.000 Pkw über die Brücke.

Zurzeit ist die Stabilisierung der Südbrücke das vordringliche Ziel, um weitere unkontrollierte Bewegungen des Südüberbaus zu verhindern. Es besteht derzeit eine Sicherheitszone, sodass notwendige Arbeiten nur mithilfe spezieller Techniken möglich sind. Für den anstehenden Abbruch kommen der konventionelle Rückbau auf einer kompletten Einrüstung in Frage als auch die Sprengung. Beide Varianten werden weiterhin betrachtet. Dabei steht jedoch die Sprengung von Süd- und Nordbauwerk im besonderen Fokus der weiteren Planungen. Die Vorarbeiten für eine mögliche Sprengung können erst nach Abschluss dieser Sicherungsarbeiten starten.

Schnellerer Neubau

Die Autobahn GmbH verfolgt nach erfolgreicher Sprengung das Ziel, mit dem südlichen Neubau im Herbst 2021 zu beginnen. Die Fundamentierungen der neuen Brückenpfeiler sind bereits hergestellt. Eine Fertigstellung innerhalb eines Jahres gilt sodann als realistisch. Bis dahin bleiben die Einschränkungen im Zuge der A 66 voraussichtlich bestehen. Die Autobahn GmbH plant, den neugebauten Süd-Teil der Salzbachtalbrücke im Herbst 2022 für insgesamt 4 Fahrspuren zu öffnen.

Bereits 2017 wurde mit vorbereitenden Maßnahmen begonnen. Die Erneuerung des besonders maroden Süd-Teils war für 2022 geplant, allerdings kam es immer wieder zu Verzögerungen, unter anderem, weil sich die Verkehrsbehörde Hessen mobil und die beauftragte Baufirma monatelang stritten um den besten Weg, die Brücke abzureißen. Zuletzt wurde das Bauende für 2026 angegeben.

Die erste Phase der Baumaßnahmen sah vor, zunächst den südlichen Überbau der Salzbachtalbrücke abzureißen und bis 2024 neu aufzubauen. Der Verkehr sollte in dieser Zeit komplett über den nördlichen Teil geführt werden. Das ist bereits seit Längerem der Fall. Im Herbst dieses Jahres sollte die Südbrücke abgerissen werden.

In einer zweiten Bauphase waren der Abriss und anschließende Neubau der alten Nordbrücke vorgesehen. Währenddessen sollten beide Fahrtrichtungen provisorisch über den südlichen Neubau laufen. Weil fraglich ist, ob der nördliche Teil die Erschütterung der Sprengung so gut übersteht, dass man ihn danach weiter für den Verkehr nutzen kann, werden nun beide Brückenteile gleichzeitig gesprengt.

Foto: Foto: Strassen.NRW

Archiv

Brücke bleibt weiterhin gesperrt

Die Expertengruppe Rheinbrücke Leverkusen hat die Schadensentwicklung besprochen und bewertet. Vorrangiges Ziel ist, die Brücke bis zur Fertigstellung des ersten Abschnitts der neuen Brücke mindestens für den Pkw-Verkehr offen zu halten. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn die Gewichtsbegrenzung für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht weiterhin bestehen bleibt.

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